Andrang bleibt aus bei Apfelbestimmung

Die Ernte ist diesmal eher mäßig, und so fanden auch nicht sehr viele Besucher den Weg nach Pobershau.

Pobershau.

Der 3. Oktober ist normalerweise der Tag mit einer riesigen Nachfrage in der Naturschutzstation des Landschaftspflegeverbands Zschopau-/Flöhatal. Da stehen die Apfelliebhaber Schlange, bevor sie an den Tisch des Pomologen gelangen, diesem ihre Mitbringsel zeigen und dessen Einschätzung abwarten. Dass dem am Donnerstag nicht so war, lag nicht am aktuellen Wetter, denn die heftigen Niederschläge hatten am Vormittag aufgehört. Dennoch spielte die Witterung eine gewisse Rolle und zwar jene im Frühjahr.

Das Apfeljahr insgesamt war mäßig und verhalten, das spiegelt sich am geringen Andrang zur Apfelsortenbestimmung wider. Die Spätfröste im Frühjahr haben ihren Teil dazu beigetragen, sagte Manfred Schrambke. Der Chemnitzer steht seit Jahrzehnten mit des Deutschen liebster Frucht auf du und du, er kennt sich zudem mit Birnen aus. Er hat selbst in seinem Garten 36 Apfelbäume, und auf diesen wachsen 128 Apfelsorten, alle selbst veredelt. Da ist es kein Wunder, dass der Pomologe fast alles über Apfelsorten weiß und dass er auch Hinweise gibt, wenn sich angehende Apfelbauern eine potenzielle Apfelwiese zugelegt haben.

Das hat André S., der mit seiner Lebensgefährtin nach Pobershau angereist war, um dem Apfelfachmann "Löcher in den Bauch zu fragen". Dass diese Löcher nicht groß wurden, liegt am Fachwissen, mit dem Manfred Schrambke jede Frage parierte. "Ich habe ein Haus mit einem großen Grundstück gekauft. Dort will ich eine Streuobstwiese anlegen, und ich hoffe, auf meine Fragen die richtigen Antworten zu bekommen. Außerdem machen wir ein paar Tage Urlaub hier", beschrieb André S. den Grund für seinen Besuch in Pobershau.

Die Neugier von André S.konnte Pomologe Manfred Schrambke stillen. Ihn freute es zudem, dass sich auch jüngere Leute für die alten Apfelsorten interessieren. "Ich mag diese Einheitssorten, die es überall zu kaufen gibt, nicht. Deren Äpfel haben keinen Charakter und schmecken einfach nur süß und glatt hin", sagte der Apfelliebhaber aus dem Dörfchen Trünzig im Zwickauer Land, der als Hobbyimker die nötigen Bestäuber für seine künftigen Apfelbäume selbst vorrätig hat.

Einige wenige Besucher brachten auch Äpfel mit, wie Birgit und Andreas Wolf. "Der Baum steht bestimmt schon seit 40 Jahren in unserem Garten, heute wollen wir endlich wissen, was das für eine Sorte ist", sagten die Marienberger. Das war eine leichte Übung für den Fachmann Manfred Schrambke, wofür er nicht einmal eines seiner Bücher zurate ziehen musste: "Das ist ein Spartan, ein sehr guter Winterapfel, gezüchtet in British Columbia in Kanada."

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