Angehende Jäger pflanzen Schwarzerlen in Gelobtland

Drei Forst-Schüler haben am Samstag mit einem ihrer Ausbilder 400 Bäume in die Erde gebracht. Dabei lernten sie auch etwas über Ethik.

Gelobtland.

Das Jägerhandwerk umfasst mehr als die Waffenkunde. "Dazu gehört eine umfassende Ausbildung, während der die Lehrgangsteilnehmer lernen sollen, das Ökosystem Wald zu verstehen", sagte Thomas Irmscher. Er lehrt nebenberuflich Landbau, Naturschutz und Waldbau an der privaten Jagdschule "Carl Stülpner" in Oelsnitz. Hauptberuflich ist der Zschopauer Leiter des Staatsforstbetriebs im Forstbezirk Neudorf bei Annaberg. Als Jäger versteht er sich nur als den Teil des Ökosystem, der als Regulativ eingreifen darf.

Das will er seinen Schülern auch vorleben und vermitteln. Die Wiederaufforstungsaktion vom Samstag ist ein Teil der Ausbildung. Uwe Mann aus Neudorf, Andreas Böhme aus Mittweida und Nils Weitzmann aus Seiffen brachten am Morgen und Vormittag 400 Schwarzerlen in die Erde. "Diese Baumart eignet sich am besten für Bachtälchen am Halbmeilenweg", sagte Thomas Irmscher. Das gehört zum Forstrevier Gelobtland, in der Nähe von Rätzens Brettmühle. Schwarzerlen vertragen die hohe Bodenfeuchte in der Nähe des Gewässers besser als Tannen, Fichten und Buchen.

Das Pflanzen von Schwarzerlen bringt weitere Vorteile mit sich. Ihre Triebe stehen nicht auf der Speisekarte des Wilds. "Daher wächst der Baum ohne Schutzmaßnahmen auf", sagte der Ausbilder. Die angehenden Jäger lernten rasch, wie sie vorgehen müssen. Die Wurzeln dürfen nicht gestaucht in die Erde gebracht werden. Auch die Tiefe des Lochs spielt eine Rolle. So müssen der Wurzelansatz inklusive etwa fünf Zentimeter des Stammes komplett in der Erde stehen. Nach dem Mittag führte Thomas Irmscher seine Schüler auf eine Exkursion durch den Wald. Sie sollten dessen Besonderheiten kennen lernen. "Die Lehrgangsteilnehmer müssen verstehen, warum sie im Wald jagen sollen", sagte er. Seiner Meinung nach kommen jagdethische Aspekte wie diese im Rahmen der Jägerausbildung immer noch zu kurz.


"Die Natur fasziniert mich schon, seit ich denken kann"

Nils Weitzmann (17, Seiffen) ist einer der Lehrgangsteilnehmer der privaten Jagdschule Carl Stülpner in Oelsnitz. Jan Görner sprach mit ihm.

Freie Presse: Warum wollen Sie Jäger werden?

Nils Weitzmann: Die Natur fasziniert mich schon, seit ich denken kann. Das Jägerhandwerk ist für mich eine Möglichkeit, etwas für den Naturschutz zu tun. Außerdem haben mir Freunde erzählt, dass die Jäger als Gemeinschaft sehr viel Spaß haben.

Wie beurteilen Sie die diese Pflanzaktion und die dazugehörige Exkursion?

Beides halte ich für sehr wichtig. Es ist richtig, dass die Ausbildung so breit gefächert ist. Die Jägerei ist ein Handwerk, das professionell ausgeführt werden muss. Außerdem habe ich heute viel gelernt. Ich möchte irgendwann selbst ein Stück Wald haben. Da kann es nichts schaden, wenn man einen Einblick in das Thema Waldbau hat. Ich habe aber auch gemerkt, dass das Pflanzen ganz schön anstrengend ist.

Welchen Aufwand kostet Sie der Jagdschein?

Der Lehrgang dauert von August bis Dezember. Wir treffen uns jeden Samstag von 8.30 Uhr bis 17 Uhr. Das Geld für die Ausbildung ist auch nicht ohne. Aber all das lohnt sich meiner Meinung nach. Andere Hobbys kosten auch Zeit und Geld.

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