Arbeitsmarkt stagniert im Oktober im Erzgebirge

Strukturwandel zeigt erste Auswirkungen in der regionalen Metallbranche

Marienberg.

Die Anzahl der Arbeitslosen im Erzgebirge hat sich in den vergangenen vier Wochen im Erzgebirge leicht erhöht, konstatiert Nino Sciretta zum Ende des Monats Oktober. Der Leiter der Agentur für Arbeit in Annaberg-Buchholz spricht von 7134 Menschen, die gegenwärtig in der Region ohne Arbeit sind. Das sind 52 mehr als in vorangegangenen Monat. Damit stagniert die Arbeitslosenquote unverändert bei 4,1 Prozent.

"Der Anstieg traf hauptsächlich Männer und war ausschließlich in der Metallver- und bearbeitung sowie im Metallbau zu beobachten", erläutert der Agenturchef. "Diese Branchen sind stark auf den Fahrzeugbau und die Autoindustrie spezialisiert und spüren selbstverständlich zuerst die Auswirkungen des Strukturwandels in der Automobilindustrie", sagt Sciretta. Diese Auswirkungen werden auch noch in anderen Zahlen deutlich: Mehr als 60 Unternehmen der Region haben für insgesamt etwa 900 Beschäftigte formell Kurzarbeit beantragt - "infolge konjunkturell bedingter Arbeitsausfälle". Für Nino Sciretta noch "kein Grund zur Panik", aber auch kein Anlass für "Schönfärberei".

Da eine formelle Beantragung noch nicht bedeute, dass die entsprechenden Regelungen auch in Anspruch genommen würden. Den angesichts der bisher guten Entwicklung in diesem Jahr aufgekommenen Wunsch, am Ende des Jahres bei der Arbeitslosenquote im Erzgebirge eine Drei vor dem Komma zu sehen, habe er allerdings schon "in die Kiste gepackt".

Nur geringfügige Veränderungen offenbart die Statistik auch für die einzelnen Geschäftsstellen: Stollberg und Zschopau liegen mit einer Arbeitslosenquote von jeweils 3,6 Prozent gleichauf. Marienberg schließt mit 3,9 Prozent auf. Die Hauptagentur Annaberg-Buchholz mit 4,4 Prozent, die Geschäftsstelle Schwarzenberg mit 4,5 und die Geschäftsstelle Aue mit 4,7 Prozent komplettieren das Gesamtbild.

Unterdessen bewegen sich die Stellenangebote im gesamten Agenturbezirk weiterhin auf hohem Niveau. In den vergangenen vier Wochen sind dem Arbeitgeberservice 454 freie Stellen gemeldet worden. Damit ergibt sich ein aktueller Bestand von 2746 Angeboten. Die meisten Stellenmeldungen kamen laut Statistik aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Gesundheits- und Sozialwesen, dem Handel sowie dem Kraftfahrzeug- und dem Gastgewerbe. (af)

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