Auf dem Erzgebirgskamm wächst und gedeiht ein Bonsai

Gartenmeisterschaft: In Deutschneudorf steht seit 25 Jahren eine Lärche, die so gar nicht ihren Artgenossen gleicht. Das verlangt aber einiges an Pflege.

Deutschneudorf.

Siegfried Papenfuß bewirtschaftet gemeinsam mit seiner Frau seit dem Jahr 1977 einen rund 900 Quadratmeter großen Garten in Deutschneudorf. Anfangs baute der gelernte Koch Gemüse an, um es selbst zu verwerten und auch zu vermarkten. Ende 2016 verlie-ßen die Papenfuß' Deutschneudorf und wohnen seither in Olbernhau. Ihren Garten auf dem Kamm des Erzgebirges haben sie aber immer noch.

Mittlerweile finden sich in dem Bauerngarten mit italienischem Flair überwiegend nützliche und zierende Pflanzen. Darunter allerlei Kräuter, viele Blumen, Sträucher mit Holunderbeeren und Haselnüssen und einige Bäume. Einer davon ist eine Lärche, die Siegfried Papenfuß Anfang der 1980er-Jahre gepflanzt hat. "Nachdem der Setzling nach einiger Zeit zu einem etwa einen Meter hohen Bäumchen herangewachsen war, kam ich auf die Idee, daraus einen Bonsai zu machen", erinnert sich der heute 80-Jährige, der sich damit bei der Gartenmeisterschaft der "Freien Presse" und der Raiffeisen Handelsgenossenschaft Erzgebirge (RHG) bewirbt.

Wie aus einem normalen Baum ein Bonsai entstehen kann, darüber hatte sich der Hobbygärtner in einem Gartenbuch belesen. "Nach einem Grundschnitt habe ich den Baum verdrahtet und dann die Äste in Form gebogen und so modelliert. Dann habe ich ihn wachsen lassen", erläutert Siegfried Papenfuß. Fortan wurde und wird die Lärche zweimal jährlich beschnitten. Mit etwa 2,20 Metern Höhe ist der Baum zwar kein Winzling, im Vergleich zu einer gleichaltrigen Lärche, die zwölf Meter und mehr erreicht, aber doch klein.

"In diesem Jahr war der Baum dann so, wie ich ihn mir vor rund 25 Jahren vorgestellt habe. Deshalb habe ich mich wieder bei der Gartenmeisterschaft beworben", sagt der Gartenfreund, der schätzt, schon zum zehnten Mal bei der Aktion von "Freie Presse" und RHG dabei zu sein. So ganz genau weiß er es aber nicht. Mehrfach zählte Siegfried Papenfuß in den vergangenen Jahren zu den Preisträgern.


Getrocknetes

Auch nach seiner Pensionierung widmet sich Siegfried Papenfuß mit Leidenschaft dem Kochen. Wenn möglich, verwendet er dazu die Erträge aus seinem Garten. Zahlreiche Bündel, darunter Bohnenkraut und Dill, trocknen derzeit in der Gartenlaube, um später im Kochtopf zu landen und die Gerichte zu verfeinern.


Wasserdolde

Etwa 2,50 Meter hoch stehen die Stängel einer Wasserdolde, die am Teich im Garten steht. Siegfried Papenfuß liebt die Blütendolden, ihre rote Farbe und das dichte Wachstum. Dass die Pflanze zur Wundheilung eingesetzt werden kann, weiß der Rentner, ausprobiert hat er das aber noch nicht. Er erfreut sich nur am Anblick.


Hopfenpflanze

Vor 20 Jahren pflanzte Papenfuß eine Hopfenpflanze, die er von einer Reise an den Bodensee mitgebracht hatte. Seither rankt sie an der Laube entlang. "Bier braue ich aber keines. Ich trockne die Dolden und lege mir manchmal ein paar davon, in einem kleinen Stoffbeutel verpackt, unters Kopfkissen. Das wirkt herrlich beruhigend", so Siegfried Papenfuß.

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