Auf den Spuren eines prägenden Lehrers

Die Enkelkinder von Max Schanz haben ein Werk über ihren Großvater herausgegeben. Der war Lehrer, Gestalter und Direktor der in Grünhainichen und Seiffen ansässigen Spielwarenfachschule.

Seiffen/Grünhainichen.

Die Beziehung zwischen Großeltern und Enkelkindern ist etwas Besonderes, erfahren doch die Jungen von Oma und Opa viel über ihre Wurzeln. Sabine Rommel und Mathias Zahn haben allerdings kaum eigene Erinnerungen an ihren Großvater Max Schanz. Zum einen, weil sie in Baden-Württemberg geboren und aufgewachsen sind. Zum anderen, weil die Geschwister 1950 und 1953 das Licht der Welt erblickten, der Großvater 1953 starb. Nahezu alle Erlebnisse und Schilderungen wurden den Geschwistern von ihrer Mutter übermittelt.

Max Schanz war von 1920 bis zu seinem Tod als Lehrer, Gestalter und Direktor der in Grünhainichen und Seiffen ansässigen Spielwarenfachschule tätig. Zusammen mit seinem Kollegen Professor Alwin Seifert prägte er über Jahrzehnte maßgeblich den Stil und die Qualität der erzgebirgischen Holz- und Spielwarenproduktion. "Das hat uns Kinder fasziniert und emotional angesprochen, zumal wir von klein auf mit erzgebirgischem Spielzeug und den eigenen familiären Sammlungen aufgewachsen sind", erzählt Mathias Zahn. Bei Besuchen in Seiffen nach 1990 beeindruckte ihn die allumfassende positive Bewertung seines Großvaters durch die Seiffener. Im Laufe der Jahre lernten die Nachfahren von Max Schanz immer neue Seiten ihres Großvaters kennen. "2015 ehrte dann die Seiffener Kirchgemeinde unseren Opa mit einer Ausstellung seiner Landschaftsbilder", so Mathias Zahn. Im Zusammenhang mit dieser Schau entstand eine Postkartenedition, die die Geschwister wiederum auf den Gedanken brachte, das Werk ihres Großvaters und sein Leben umfassender darzustellen. Jetzt, in dem Jahr, in dem sich der Geburtstag von Max Schanz zum 125. Mal jährt, legen seine Nachfahren ein Buch vor, das sich im Kern auf Max Schanz als Entwerfer erzgebirgischer Spielzeuge bezieht, ihn aber vielfältig betrachtet und nicht zuletzt auch ein reich bebildertes Spielzeugbuch ist. Zudem wird die hervorragende Qualität der Holzspielwarengestaltung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewürdigt. "Neben von Max Schanz selbst verfassten biografischen Texten haben wir Autoren gewonnen, die jeweils kompetente Texte über unseren Opa beisteuerten", sagt Mathias Zahn.

Zu diesen gehört unter anderem der Leiter der Seiffener Museen, Dr. Konrad Auerbach, der die Vita des Mannes beschrieb, der als Lehrer und Direktor der Spielwarenfachschule die Holz- und Spielzeugproduktion im Erzgebirge maßgeblich prägte. Auch der Seiffener Pfarrer Michael Harzer leistete einen Beitrag zum Buch, indem er Schanz' kirchliches Engagement einordnete und dazu umfangreiche Recherchen im Kirchenarchiv anstellte. "Max Schanz war sein ganzes Leben lang ein aufrichtiger Christ. Als langjähriger Kirchenvorstand und auch als enger Vertrauter des damaligen Pfarrers hatte sein Wort in der Gemeinde Gewicht. Seine Bindung zur Gemeinde hat Max Schanz getragen über die schlimmsten Zeiten hinweg", so Pfarrer Harzer.

Für Mathias Zahn war die rund zweieinhalbjährige Zeit der Mitarbeit am Buch auch eine Zeit des Kennenlernens. "Durch die Betrachtung aus verschiedenen Perspektiven, das Aktenstudium und die vielen Gespräche habe ich und haben wir viel Neues erfahren, wodurch sich das Gesamtbild meines Opas vervollständigt hat", so der Enkel.

Das 208-seitige Buch "Max Schanz - Spielzeug Gestalten im Erzgebirge" ist im Verlag Arnoldsche Art Publishers erschienen und unter ISBN/EAN 978-3-89790-617-4 im Handel zum Preis von 48 Euro erhältlich.

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