Aus einem Guss: Geburtsstunde zweier Lauterbacher Giganten

Die Erzgebirger wollen live miterleben, wie die zwei neuen Glocken für die Heilandskirche gegossen werden. Für Pfarrer Bernhard Fuß ist die Fahrt nach Österreich nicht nur deshalb etwas ganz Besonderes.

Lauterbach.

Der kleine, 600 Kilogramm schwere und bronzene Bruder hat bereits die Reise nach Innsbruck zu der Geburtsstunde seiner beiden neuen Geschwister hinter sich. Bei der weltberühmten Glockenbaufirma Grassmayr wird das Geläut der Lauterbacher Heilandskirche quasi aufpoliert und angepasst - vorbereitet für den großen Tag der kleinen Kirchgemeinde. In exakt zwei Wochen ist es soweit in Österreich. Am 16. Dezember werden die zwei neuen Glocken für das Kirchengeläut gegossen.

Diesen Festakt wollen sich die Lauterbacher nicht entgehen lassen. "Wir werden in Innsbruck live dabei sein", sagt Pfarrer Bernhard Fuß. Er tritt die fast 600 Kilometer lange Fahrt gemeinsam mit einer etwa 50 Personen großen Delegation an. Dafür haben die Erzgebirger extra einen Bus organisiert. Der startet bereits 4 Uhr früh, damit die Lauterbacher die 15-Uhr-Zeremonie unter keinen Umständen verpassen. "Außerdem ist auch noch eine Führung durch das Glockenmuseum geplant", erklärt der Pfarrer.


Für ihn ist die Reise nicht nur wegen des Großereignisses etwas Außergewöhnliches. Denn in Innsbruck treffen Bernhard Fuß und seine Frau Monika auf Freunde und Bekannte. Die Lauterbacher Glocken werden gemeinsam mit dem neuen Geläut für Tannenberg gegossen. Auch die Kirchgemeinde ist mit einem Großaufgebot vor Ort. "Die Welt ist wirklich ein Dorf", sagt der Pfarrer. Nicht nur, dass sich zwei Gemeinden aus dem Erzgebirge treffen: Ausgerechnet Monika Fuß stammt auch noch aus Tannenberg.

Ein echter Zufall. Nichtsdestotrotz stehen für die Lauterbacher ihre zwei neuen Giganten aus Bronze im Mittelpunkt. Sie ersetzen die beiden alten, 2,7 und 1,3 Tonnen schweren Stahlglocken. Die Kosten von rund 170.000 Euro werden ausschließlich durch Spenden finanziert. Wann das neue Geläut in der Heimat eintrifft, ist allerdings noch unklar.

Im Turm der Heilandskirche wird bis dahin alles für die Rückkehr vorbereitet sein: die alte Holzbalkendecke abgerissen und durch eine neue Konstruktion ersetzt, der Putz ausgebessert und ein Ringanker gegossen, um dem Turm mehr Stabilität zu verleihen. Und spätestens zu Pfingsten sollen in Lauterbach die neuen Glocken erstmals läuten, verspricht Fuß. "Vielleicht gibt es aber auch schon zu Ostern eine Überraschung."

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