Autorin lässt sich von Geschichten aus dem Alltag inspirieren

Das Meusel-Theater aus Lippersdorf begeistert mit seinem aktuellen Stück in Lengefeld. Was ist sein Erfolgsgeheimnis?

Lengefeld.

Seit mehr als 30 Jahren unterhalten die Laienschauspieler des Lippersdorfer Meusel-Theaters ihr Publikum mit bodenständigem Witz, kernigem Humor und so mancher Übertreibung, gepaart mit erzgebirgischer Mundart. Auch mit ihrem aktuellen Stück "Emal wag von derham" bleiben sich die Frauen und Männer um Sybille Meusel treu. Damit gastierten die Lippersdorfer jetzt auf Einladung des Kulturvereins Pockau-Lengefeld im Erzgebirgshof Lengefeld.

Die Geschichte handelt in zwei Akten von einigen zum Teil mehrfach verwitweten Damen, die sich beim Gießen auf dem Friedhof treffen und beschließen, zu verreisen. Nach einigem Hin und Her erklären sie die spanische Insel Teneriffa zu ihrem Ziel. Ebenso hegt ein lange verheiratetes Paar den Wunsch zu verreisen. Er möchte allerdings nur eine Tagesreise antreten, weil ja die Tiere zuhause versorgt werden müssen und auch seine Mutter, die vorgibt, fast blind zu sein, gepflegt werden muss. Es kommt wie es kommen muss: Sie bucht für sich allein. Das wiederum missfällt ihrer Schwiegermutter, die die Reise um jeden Preis verhindern möchte. In letzter Sekunde zinkt sie die kleine Reisegruppe dafür sogar beim Zoll auf dem Flugplatz an. "Unsere Stücke sind aus dem Leben gegriffen, jedes Mal anders und immer lustig", sagt Sybille Meusel, die die Geschichten schreibt und 1986 mit einer Arbeitsgemeinschaft Laienspiel in der Lippersdorfer Schule den Grundstein für die noch heute existierende Mundartgruppe gelegt hat.

An Ideen zum Aufschreiben mangelt es der jetzt 67-Jährigen seither nicht. "Es sind manchmal Kleinigkeiten im Alltag, die mich auf einen Gedanken bringen, aus dem dann sozusagen das Drehbuch entsteht", so Sybille Meusel. Auf die Bühne gebracht wurden so schon Geschichten von einem Kuraufenthalt, über Geschehnisse in einem Friseurladen oder auch von einem Badetag in einer Familie, bei der am Ende alle in einer Zinkbadewanne landen.

Da die Uraufführung eines jeden neuen Stückes zum Faschingsauftakt am 11. November in Lippersdorf stattfindet, beginnen die Proben dazu stets im August. Die Mitwirkenden dafür zusammenzubekommen, stellt oftmals eine logistische Leistung dar.

Dass die aus dem Leben gegriffenen Episoden bei den Zuschauern gut ankommen, bestätigt Bernd Mauersberger. "Das ist das dritte Stück des Meusel-Theaters, das ich sehe. Mir gefällt vor allem, dass die Darsteller so reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Zudem freue ich mich, dass in Lengefeld Kultur in dieser Form angeboten wird und auch so gut angenommen wird", so der Lengefelder. Für Lothar Walther war es die erste Aufführung, die er verfolgen konnte. "Kurzweilig und lustig. Ich habe herzhaft gelacht. Vor allem, weil die dargestellten Charaktere Klischees bedient haben", sagt Lothar Walther.

Noch dreiMal wird "Emal wag von der-ham" aufgeführt: Am 1. Februar im Gasthof Dittmannsdorf und zum Fasching in Lippersdorf am 16. sowie 23. Februar.

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