B 174: Asphalt in Großolbersdorf gleicht einer Kraterlandschaft

Die Fahrspur Richtung Marienberg ist bereits gesperrt - weitere Einschränkungen nicht ausgeschlossen.

Marienberg/Großolbersdorf.

Die infolge Schneebruchs auf Straßen gefallenen Äste und Bäume sind kaum beseitigt, da tun sich auf den Verkehrsadern der Region schon wieder neue Hindernisse auf - Schlaglöcher. Erst Frost, dann Tauwetter: Der häufige Temperatur- und Wetterwechsel hat auf den Straßen im Erzgebirge erste Schlaglöcher zutage gefördert. Die B 174 hat es in der Ortslage Großolbersdorf besonders schlimm erwischt.

Auf der Fahrspur in Richtung Marienberg ist die Straße unmittelbar hinter der Ampelkreuzung großflächig beschädigt. Zwei jeweils rund fünf Meter lange, einen Meter breite und bis zu fünf Zentimeter tiefe Löcher haben sich in die Asphaltdecke gefressen. Der Bereich ist am Dienstag von der Straßenmeisterei mit Warnbaken gesperrt worden. Die Ausweichfahrspur führt durch die Wartebucht der Bushaltestelle.


In der Gegenrichtung gab es noch keine Einschränkung, obwohl auch dort vor der Ampel mehrere zwar etwas kleinere, dafür aber bis zu zehn Zentimeter tiefe, zum Teil kantige Löcher klaffen. "Die Straße gleicht an dieser Stelle einer Kraterlandschaft", schimpft eine Pendlerin aus Marienberg, die jeden Tag mit dem Auto nach Chemnitz muss. "Wenn du so ein Loch mitnimmst, war's das für die Feder", meint die 27-Jährige.

René Seidel von der Straßenmeisterei Gornau weiß um das Problem. "Wir haben Anfang der Woche versucht, die Löcher provisorisch zu verfüllen", berichtet Seidel. Da das Kaltmischgut jedoch nicht hielt, wurde der Bereich erst einmal abgesperrt. "Wir haben die Erstsicherung vorgenommen", erläutert der Straßenmeister. Nun sei das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) am Zug, mit dem es laut Seidel in dieser Woche auch schon einen Vor- Ort-Termin in Großolbersdorf gegeben habe.

Die dem Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr nachgeordnete Behörde teilt auf Anfrage von "Freie Presse" mit, dass sie nicht für die Winterschäden an Straßen zuständig sei. "Verantwortlich für die Verkehrssicherheit und die Unterhaltung der B 174 ist das Landratsamt", so Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert. Das Landratsamt des Erzgebirgskreises konnte gestern keine Auskunft darüber geben, ob weiteren Maßnahmen in dem Bereich erfolgen, wann die Schäden behoben werden und ob der Verkehr weiter eingeschränkt werden muss.

Die B 174 ist längst nicht die einzige Holperpiste unter den (Bundes-)Straßen in der Region. Im benachbarten Landkreis Mittelsachsen etwa klagt der Großhartmannsdorfer Bürgermeister Werner Schubert über die von Rissen und Schlaglöchern gezeichnete B 101 in Mittelsaida: "Es ist vermutlich der schlechteste Bundesstraßenabschnitt im ganzen Landkreis."

Autofahrer werden also vorerst weiter stöhnen und Stoßdämpfer ächzen müssen. Einer Statistik des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) zufolge sind 90 Prozent der Fahrwerksschäden an Pkw nicht etwa auf den altersbedingten Verschleiß der Teile zurückzuführen, sondern auf den miserablen Zustand der Straßen.

"Wir werden bei unseren täglichen Kontrollfahrten auch die Schäden an der B 174 in Großolbersdorf im Auge behalten", sagt Straßenmeister René Seidel. Weitere Verkehrseinschränkungen wie etwa die Sperrung der Geradeausspur in Richtung Zschopau schließe er nicht aus.

Das provisorische Verschließen der gefährlichen Schadstellen mit sogenanntem Kaltmischgut werde zudem immer wieder von rücksichtslosen Fahrzeugführen erschwert. "Trotz Warnwesten und Hinweisschildern war das für Mitarbeiter, die am Donnerstag auf der B 174 zwischen Großolbersdorf und Heinzebank im Einsatz waren, zu gefährlich. Ich habe sie wieder zurückgeholt", sagt René Seidel.

Aufruf Liebe Leser, wo in der Region hat sich das größte Schlagloch aufgetan? Zuschriften gern auch mit Foto per E-Mail an: red.marienberg@freiepresse.de

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