Bäckereien Göpfert und Melzer nunmehr unter einem Dach

Die Inhaber des Krumhermersdorfer Familienunternehmens haben die betriebliche Nachfolge zeitig geregelt. Der neue Geschäftsführer hat das Handwerk dort erlernt und seine eigene Firma eingebracht. Und will künftig verstärkt auch auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter setzen.

Krumhermersdorf/Marienberg.

Mit dem Zusammenschluss der Marienberger Bäckerei Melzer und der Krumhermersdorfer Bäckerei Göpfert ist eines der größten Unternehmen der Branche im Erzgebirge entstanden. Die Firma ist Arbeitgeber für 195 Beschäftigte und mit nunmehr 37 Filialen im gesamten mittleren Erzgebirge sowie in und um Chemnitz präsent. Das haben die vier Gesellschafter gestern offiziell mitgeteilt. Gebacken wird bereits seit Montag vergangener Woche nur noch in Krumhermersdorf, die Produktionsstätte im Marienberger Gewerbegebiet soll verkauft werden, kündigte der neue geschäftsführende Gesellschafter Christian Beyer auf Anfrage von "Freie Presse" an.

Mit der Fusion haben die bisherigen Gesellschafter Anja, Matthias und Uwe Göpfert die Nachfolge des 1888 erstmals als Bäckerei Paul Wendruck erwähnten Familienbetriebes frühzeitig gesichert. "Christian Beyer hat seine Ausbildung bei uns absolviert, und wir fanden: Das passt", begründete Uwe Göpfert die Entscheidung. Anja und Matthias Göpfert werden auch weiterhin im Unternehmen arbeiten.

"Wir wollen das hohe qualitative Niveau unserer Produkte ausbauen, neue Erzeugnisse entwickeln, handwerkliche Traditionen fortführen. Und natürlich sind wir daran interessiert, den Bestand an Fachkräften zu sichern", sagte Christian Beyer. Jedem Mitarbeiter der Marienberger Bäckerei Melzer sei ein Arbeitsplatzangebot unterbreitet worden, der Großteil der Belegschaft habe in die neue Firma gewechselt. Zu Jahresbeginn seien nicht nur die Mindestlöhne, sondern auch die der anderen Beschäftigten angehoben worden.

Größere Investitionen seien bis auf dringend erforderliche Modernisierungsarbeiten in den Filialen in diesem Jahr nicht vorgesehen. "Wir sind bestrebt, zunächst einen reibungslosen Ablauf zu sichern und das Sortiment mit den jeweiligen Spitzenprodukten beider Firmen neu auszurichten. Auf Erzeugnisse, die wir in Marienberg neu entwickelt haben und die gut angenommen wurden, wie beispielsweise weizenfreie Roggen-Schrot- und Dinkelbrote sowie Milchbrötchen, müssen die Kunden auch künftig nicht verzichten", stellte Beyer in Aussicht.

Die Bäckerei Göpfert wolle sich künftig "mitarbeiterorientierter" aufstellen, legte der neue Geschäftsführer dar: Abläufe sollen optimiert, das Umfeld so ausgestaltet und verschiedene Arbeitszeitmodelle entwickelt werden, dass die Arbeitsplätze für die Beschäftigten auch attraktiv sind. "In Zeiten des Fachkräftemangels wollen wir zufriedene Mitarbeiter", begründete Christian Beyer. "Dazu zählt auch, dass wir Kräfte mit starken Belastungen entlasten wollen."

Name und Logo der Bäckerei Melzer werden an den Filialen vorerst erhalten bleiben, sollen jedoch schrittweise ausgetauscht werden. "Inwieweit wir die Bezeichnung ,Melzer' zu einer eigenständigen Marke entwickeln oder der Name ganz verschwindet, das überlegen wir noch", meint der neue Geschäftsführer.


Im Unternehmen beruflich gewachsen

Christian Beyer ist in Krumhermersdorf aufgewachsen. Der 35-Jährige hat nach seinem Realschulabschluss in Zschopau in der Bäckerei Göpfert den Beruf eines Bäckers erlernt, die Meisterausbildung absolviert und war bis auf vergangenes Jahr im Unternehmen als Verkaufsleiter tätig.

2014 hatte Beyer zusammen mit Susan Seerig die insolvente Marienberger Bäckerei Melzer mit 43 von vorher 60 Arbeitsplätzen übernommen. Die fünf Filialen und die Bäckerei im Gewerbegebiet wurden als GmbH weitergeführt. Ein Jahr darauf wurde eine weitere Filiale eröffnet.

Der Krumhermersdorfer ist verheiratet und Vater zweier Kinder.

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