"Bessere medizinische Versorgung steht obenan"

Wahlen 2019 Sanierte Straßen, gute Schulen, schnelles Internet: Mit welchen Themen wollen Parteien und Wählergemeinschaften bei der Kreistagswahl besonders punkten? Heute: die SPD.

Annaberg-Buchholz.

Wenn's irgendwo hakt und klemmt, klingeln die Erzgebirger durchaus auch im Bürgerbüro der SPD-Landtagsabgeordneten Simone Lang in der Schwarzenberger Altstadt an. So mancher beklagt sich bei ihr auch über die mangelhafte ärztliche Versorgung in der Region. "Erst jüngst konnte ich einem verzweifelt suchenden Seniorenpaar aus Raschau einen Hausarzt vermitteln", erläutert Simone Lang.

Zu wenige Hausärzte, weite Wege bis zum nächsten Facharzt, fehlende Ansprechpartner rund um Pflege- und Gesundheitsfragen - das ist vielerorts im Erzgebirgskreis ein Problem, sagt Lang. "Bei uns steht deshalb das Thema im Wahlprogramm obenan. Land, Kreis und Kommunen müssen hierbei dringend noch mehr zusammenarbeiten", erläutert die Breitenbrunnerin, die auch Kreischefin ihrer Partei ist und jetzt erstmals für den Kreistag kandidiert.


In der Poliklinik in Beierfeld sieht sie ein gutes Beispiel für andere Kommunen. Ärzte kommen dort zur Sprechstunde hin und ersparen so Bürgern weite Wege. "Dieses Konzept muss der Kreistag noch intensiver unterstützen", so Lang. Das gelte auch für den Bereich Pflege, wo zum Beispiel der Pflegekoordinator des Landkreises noch mehr bewirken könnte, wenn er die Kommunen unterstützt, etwa die vom Freistaat zur Verfügung gestellten Pflegebudgets sinnvoll einzusetzen. "Noch besser wäre jedoch eine Koordinationsstelle mit mehr Personal", so die SPD-Politikerin. Angesichts der alternden Bevölkerung werde der Bedarf an Versorgungsmöglichkeiten und Information wachsen. "Es wäre gut, wenn dann alles wohnortnah angeboten würde", erläutert Lang.

Vieles könnte allein schon dadurch verbessert werden, wenn die Möglichkeiten der Digitalisierung auch im Erzgebirge bestmöglich genutzt werden, so Lang. Unabhängig von Ämteröffnungszeiten und Warteschlangen müssten die Bürger ihre behördlichen Wege von überall aus erledigen können. Dafür wiederum braucht es eine moderne Verwaltung und ein gut ausgebautes Internet in allen Ortschaften. Doch nicht nur dafür will sich die SPD, die mit 46 Kandidaten in den 14 Wahlkreisen antritt, einsetzen. Die Wunschliste reicht vom kostenlosen Schülerticket über die Stärkung des Ehrenamtes bis hin zu Serviceleistungen des Kreises wie einem Solarkataster, dem Hausbesitzer entnehmen können, ob sich ihr Haus für Solarthermie eignet.

Zudem will die SPD für mehr Transparenz sorgen, damit die Bürger das Engagement der Kreisräte in den Diskussionen sowie den Prozess der Entscheidungsfindung nachvollziehen können. Kreistagssitzungen sollten deshalb künftig per Videoübertragung online öffentlich gemacht werden. "Chemnitz praktiziert das schon längst", so Lang.

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