Besucher begeistern sich für lebendige Historie

Die Premiere des Marienberger Festspiels kam gut an. Mancher Akteur tanzte dabei gar auf mehreren Hochzeiten.

Marienberg.

Das ist Heimatkunde der praktischen Art gewesen. Dieses Resümee zog am Samstagabend Besucherin Silke Lötzsch auf dem Marienberger Markt. Während sie das sagte, stiegen gerade Kurfürst Friedrich August III. und seine Frau aus einer Pferdekutsche. Eine jubelnde Menge aus Laienspielern in historischer Gewandung nahm das herrschaftliche Paar in Empfang.

Die Szene war nur eine von vielen, die etwa 180 Darsteller aus der Geschichte der Berg- und Garnisonsstadt auf dem Marktplatz nachspielten. Es ging um das zweite "Berggeschrey", die große Hungersnot, den Besuch des Kurfürsten und anderes. Mehr als drei Monate Probezeit unter der Regie von Gerd Schlott lagen da hinter den Darstellern. "Die Stimmung während der Proben war sehr locker. Nur während der Generalprobe ging es etwas strenger zu", räumte Andreas Schreiter ein. Er war in die Rolle eines Bergmanns geschlüpft.

Wie viele Zuschauer sich auf dem Markt befanden, lässt sich aufgrund der Größe des Areals nur schwer schätzen. Fakt ist, dass sich die Koordinatorin der Veranstaltung und Leiterin der Baldauf-Villa, Constanze Ulbricht, sehr über die große Resonanz gefreut hat. Zusammen mit dem historischen Markttreiben, das schon am Nachmittag dem Marienberger Festspiel genannten Laientheater unter freiem Himmel vorausging, mögen es wohl Tausende gewesen sein, die sich das Ganze nicht entgehen ließen. "Für Marienberg ist das eine echte Bereicherung. Das ist alles so liebevoll arrangiert und durchdacht", schwärmte Silke Lötzsch weiter.

Während des Markttreibens gab es an verschiedenen Punkten Livemusik. Mehrere der Akteure wirkten gestern wiederum an der Liedertour mit. Auch ein Wandertheater im Stil der Zeit Mitte des 18. Jahrhunderts hat es gegeben. "Das ist einfach sehr schön", sagte Besucherin Rita Haase. Ihre Enkelin Mariella Schönherr begrüßte den Kaspar und den Teufel sogar ganz persönlich und ganz ohne Berührungsängste. Lada Lapinová aus dem tschechischen Jáchymov kennt Veranstaltungen wie diese aus ihrer Heimat. Ihrer Meinung nach müssen sich die Marienberger dahinter nicht verstecken.

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