Besucher können Leben der Bienen von nahem betrachten

In der Naturschutzstation in Pobershau gibt es jetzt einen Lehrbienenstand. Dass er dort steht, ist einer Gemeinschaftsaktion zu verdanken.

Pobershau.

Bienen sind faszinierende Lebewesen, sie sind wichtig für Mensch und Natur, ihr Fleiß ist sprichwörtlich - und sie sind gefährdet. Um auf die Bedeutung der Bienen sowie anderer Insekten hinzuweisen und für ihren Schutz zu werben, ist in der Naturschutzstation des Landschaftspflegeverbandes Zschopau-/Flöhatal in Pobershau ein Lehrbienenstand entstanden. Das passierte im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes mit der Allianz-Stiftung "Blauer Adler" und dem Zweckverband Naturpark "Erzgebirge/Vogtland".

Während eines Bienentages wurde dieser jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt. Kernstück des Lehrbienenstandes sind zwei Beuten, wie die Behausungen der Bienen genannt werden. Sie wurden im Natur- und Lehrgarten des Landschaftspflegeverbandes im Hinteren Grund aufgestellt: eine konventionelle Magazinbeute und eine sogenannte "Top-bar hive", eine Beute, bei der die Wabenanordnung und die Art der Aufstellung den ursprünglichen afrikanischen Röhrenbeuten ähneln. Auch eine Schaubeute gehört zur Anlage, bei der Besucher das Leben in einem Bienenstock hinter Glas betrachten können.


Der Olbernhauer Tierarzt Frank Scholz, zu dessen Hobbys die Imkerei seit vielen Jahren zählt, steht den Mitarbeitern der Naturschutzstation bei der Betreuung der drei Beuten samt der darin lebenden Bienenvölker als Bienenpate mit Rat und Tat zur Seite. "Bienen gehören zu den wichtigsten Nutztieren der Welt. Das Wechselspiel der Gefühle zwischen Angst und Neugier in der Kindheit ist lange der Gewissheit und der Ehrfurcht gewichen, dass Bienen an den Grundlagen der Evolution arbeiten", so Frank Scholz, auf den Bienen eine ganz eigene Faszination ausüben. "Es wirkt beruhigend auf mich, wenn ich die Bienen beobachte, sehe, wie sie arbeiten, den regen Flugverkehr oder auch wenn Bienen aus der Puppe schlüpfen", sagt der Veterinär, der zum Bienentag sowohl einen Vortrag zum Thema Bienen hielt als auch demonstrierte, wie Waben geschleudert und der Honig geerntet wird. "Die Produktion von Honig ist aber eher Nebensache. Bienen bestäuben fast 80 Prozent der Nutzpflanzen, die für unsere Ernährung unverzichtbar sind. Damit hängt jeder dritte Bissen, den wir essen, indirekt von der Arbeit der Bienen ab. Immerhin muss eine Biene, damit wir 500 Gramm Honig ernten können, rund 30.000 Mal ausfliegen und dabei etwa drei Millionen Blüten besuchen", erklärt Frank Scholz zur Bedeutung der Imkerei.

Damit Insekten einen entsprechenden Lebensraum vorfinden, führte Yvonne Scholz Besucher des Bienentages durch den Lehrgarten und zeigte dort viele Aspekte für insektenfreundliche Gärten auf. Auch, um über das Thema Insektensterben zu informieren und den Besuchern Anregungen zum Gegensteuern zu geben. "Ausgehend vom Sympathieträger Biene wollen wir Aufmerksamkeit für das Thema schaffen und vermitteln, dass jeder Einzelne zum Schutz der Bienen und anderer Insekten beitragen kann. Denn Tatsache ist, dass die Fläche aller Gärten in Deutschland größer als die Fläche aller Naturschutzgebiete ist. Damit wird klar, wie groß der Einfluss jedes Kleingärtners auf den Lebensraum von Insekten ist", stellte die Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes Zschopau-/Flöhatal, Heike Rossa, fest.

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