Bildungsstätte will sich den Besuchern zeigen

Die Förderschule "Johann Ehrenfried Wagner" feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist der Tag der offenen Tür.

Marienberg.

Deutsch und Mathematik, Sachkunde und Kunst, aber auch Sport-, Hauswirtschafts- und Werkunterricht stehen für die Schüler der Marienberger Johann-Ehrenfried-Wagner-Schule auf dem Wochenplan - ganz wie in andere Bildungsstätten auch. "Viele denken, wir spielen mit unseren Schülerinnen und Schülern nur oder bespaßen sie lediglich. Dem ist aber nicht so", sagt Claudia Kunze. Die 30-Jährige ist pädagogische Unterrichtshilfe an der Einrichtung und verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit.

Für die Kinder und Jugendlichen mit geistigen Behinderungen besteht wie an allen sogenannten G-Schulen eine zwölfjährige Schulpflicht. Unterrichtet wird in vier Stufen - der Unter-, Mittel-, Ober- und Werkstufe. "Der Unterricht ist viel individueller und offener angelegt als in anderen Schulen. Den klassischen Frontalunterricht gibt es kaum", so Claudia Kunze. Sie und ihre Kollegen müssten außerdem stets projektorientiert vorgehen. Das liegt an den unterschiedlichen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen. Einige von ihnen haben Mehrfach- und Schwerstbehinderungen. Sie lassen sich nur schwer in den Unterricht einbeziehen. Für besonders schwere Fälle sind Einzelfallhelfer im Einsatz.

"Für sie ist es wichtig, dass sie die Gemeinschaft in der Klasse spüren", so Claudia Kunze. In den einzelnen Stufen lernen bis zu zehn Kinder und Jugendliche. Ein Lehrer und eine pädagogischen Unterrichtshilfe gestalten die Stunden für die sechs- bis 19-jährigen Schüler. An der Schule sind für die über 50 jungen Leute aus dem mittleren Erzgebirge 25 Lehrer, Erzieher, Schulbegleiter und technische Mitarbeiter zuständig.

Begonnen hatte alles 1991 in zwei Villen. Eine davon befand sich in Marienberg, die andere in Olbernhau. 1994 zog die Schule in eine ehemalige Kindertagesstätte an der Lauterbacher Straße, 2008 an die Silberallee.

"Im ersten Jahr mussten wir einige Kinder aus den Familien holen. Damals war die Schulpflicht für Kinder mit Behinderungen neu", so Schulleiterin Sabine Räthel. Außerdem lernen inzwischen viel mehr Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten in der Schule. Das macht es dem Lehrerteam nicht leicht. Verbessert hat sich dagegen die Unterstützung seitens des Landkreises. "Das war vor der Kreisreform 2008 nicht immer so. Wir sind mittlerweile sehr gut ausgestattet", sagt die Schulleiterin.

Bei einem Tag der offenen Tür können die Besucher am Dienstag von 9 bis 12 Uhr erleben, wie der Unterricht an der Förderschule absolviert wird. Außerdem ist die Geschichte der Schule in einer Ausstellung und in einem Film dokumentiert.

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