Böhmischer Nebel sorgt erneut für Kopfschmerzen im Erzgebirge

Zahlreiche Menschen klagen seit Tagen über Übelkeit und andere Beschwerden. Das Problem ist seit Jahren bekannt, eine Lösung nicht in Sicht.

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2323 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    0
    Erz65
    26.11.2019

    Nanu jetzt auch "Katzendreckgeruch" im Vogtland und Plauen, wo kommt denn das her?
    siehe hier: https://www.freiepresse.de/vogtland/plauen/katzendreck-massive-geruchsbelastung-in-plauen-und-dem-vogtland-artikel10667473

  • 3
    0
    Nixnuzz
    24.11.2019

    Dieser "Böhmische Nebel" wäre vielleicht ein Thema für eine - oder mehrere - Doktorarbeit mit verschiedenen Fachrichtungen: Meterologie - Geografie - Biologie - Analytik. Wenn Zeitraffer-Filme über Wolkenflüsse z.B. aus den Alpen gezeigt werden, müssten solche Wolkenströmungen doch auch im/am Erzgebirge Filmbar sein? Ersetzt doch die Messstationen durch Kameras! Oderv so?

  • 1
    1
    Maresch
    23.11.2019

    @Mueller. Mit "glauben" hat das ja wohl rein gar nichts zu tun! Sie brauchen wisenschaftliche Beweise!

    Sie können schlecht eine Wetterfühligkeit bei einem Teil der Menschen ausschließen, wenn Sie diese überhaupt nicht darauf getestet haben. Logik!

    Außerdem habe ich geschrieben: "Die übrigen Menschen haben wahrscheinlich tatsächlich ein Problem mit den Rußpartikeln usw.", was ebenfalls getestet werden müsste.

  • 3
    3
    MuellerF
    23.11.2019

    @Maresch: Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass Fälle wie an der Olbernhauer Schule, wo parallel 100 Schüler über gleiche /ähnliche Symptome klagen, mit Wetterfühligkeit der Betroffenen zu erklären sind? Gleiches gilt natürlich für die Gesamtheit der Betroffenen im Erzgebirge...

  • 2
    3
    MuellerF
    22.11.2019

    @Nixnuzz: Davon steht in der Studie nichts.
    Es wurde wirklich nur die Luftbelastung gemessen & mit dem Auftreten von Beschwerden abgeglichen.

  • 3
    1
    Nixnuzz
    22.11.2019

    Als Wetterfühliger und Ozonempfindsamer eine letzte Frage/ Anmerkung: Wurden zur Schadstoff-Sammlung auch die natürlichen Sammler wie z.B. Flechten und Mose aus den Bäumen mit herangezogen? Weiß das jemand? Im März dieses Jahres sollten ja "Ergebnisse" der Studie vorliegen. Kennt die jemand?

  • 1
    1
    Maresch
    21.11.2019

    Wie ich schon anderer Stelle schrieb:

    Mir scheint hier ein grundsätzliches Problem mit der Evidenz vorzuliegen.

    Die Beschwerden betreffen nur einen (relativ) kleinen Teil der Bevölkerung.

    Der sog. Böhmische Nebel (Böhmische Wind) ist eine Inversionswetterlage. Das heißt, Wetterfühligkeit und Wetterempfindlichkeit sind aufgrund von Temperaturwechsel und Druckunterschieden bei manchen Menschen mit Sicherheit zu erwarten, völlig unabhängig davon, ob irgendwelche Rußpartikel usw. in der Luft sind und ob diese Luft streng riecht.

    Dabei können allein durch Wetterfühligkeit und Wetterempfindlichkeit Kopfschmerzen, Migräne, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Kreislaufprobleme, Schwindel und Schlafstörungen auftreten. Sowie Kopf-, Glieder- und Gelenkschmerzen bei Rheumatikern usw.

    Die Gruppe der Wetterfühligen und Wetterempfindlichen müsste daher erst einmal erkannt und 'ausgesondert' werden.

    Die übrigen Menschen haben wahrscheinlich tatsächlich ein Problem mit den Rußpartikeln usw. Das würde sich aber auch in einem Labor testen lassen. Da die Odcom-Studie alle chemischen Elemente und deren Menge in der Luft auflistet, könnte theroretisch solch ein 'Coktail' künstlich erzeugt werden und die betreffenden Menschen könnten darauf getestet werden.

  • 4
    2
    michael78
    18.11.2019

    Heute haben wir in Jöhstadt keinen Nebel, aber seit heute morgen stinkt es von böhmischer Seite nach Katzendreck, so dass ich heute mit Kopfschmerzen, Atemnot und einem Belag auf der Zunge leben muß. So extrem wie es momentan ist, war es schon lange nicht mehr. Ich habe wieder eine Meldung über die Geruchsbelastung beim Land Sachen abgegeben, mal sehen was passiert.
    Oder stinkt das jetzt erst vermehrt seit wir länderübergreifend ein Unesco Welterbe sind? Dann hätte ich darauf lieber verzichtet!

  • 1
    0
    Nixnuzz
    18.11.2019

    Bin kein Mess-Institut, würde aber das : © Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt61 : Vorgehen bei GeruchsbeschwerdenVDI 3884 Blatt 4 (Entwurf): „Vorgehen bei der Bearbeitung von Nachbarschaftsbeschwerden wegen Geruch“ zu Rate ziehen...> aus: https://lau.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MLU/LAU/Wir_ueber_uns/Veranstaltungen/Archiv/2016/Dateien/Vortrag_Gerueche-Messen_und_Bewerten.pdf .. Wenn Geld genug da ist, könnten die vielleicht "mitspielen": https://www.bdguss.de/fileadmin/content_bdguss/BDG-Service/Infothek/Sonderpublikationen/BDG-Umwelttage/8._Umwelttag/2_Gerueche_Ausbreitungs-_und_Schornsteinhoehenberechnung_IfU_Petrich.pdf . In den letzten 3-4 Jahren hat sich wohl auf seiten der Vorschriften einiges getan.

  • 4
    0
    MuellerF
    18.11.2019

    @Maresch: Ich habe noch mal nachgesehen: es gibt eine ausführliche Präsentation der Ergebnisse, die gefundene Stoffe benennt & quantifiziert. Gelesen hatte ich bis dato nur die Zusammenfassung/ Kurzversion. Trotzdem wäre es ja möglich gewesen, diese Daten auch dort kurz zu erwähnen.

    Man fand u.a. Benzolderivate, die durchaus die häufig beschriebenen Symptome auslösen können. Unverständlich bleibt mir dabei, wieso man sich dann bei der Quellensuche an der "Art der beschriebenen Gerüche" abarbeitet (siehe Zitat im vorherigen Beitrag), statt an der tatsächlichen Zusammensetzung der Proben- Geruchsempfinden ist schließlich subjektiv, Messergebnisse aber objektiv.
    Alles in allem erscheint mir die Studie daher als "Beruhigungspille"- belastbare Ergebnisse, auf deren Grundlage man Lösungen finden könnte, hat sie nicht geliefert.

  • 4
    0
    ChWtr
    18.11.2019

    Folgendes möchte abschließend loswerden.

    Das Problem ist altbekannt.
    Nicht erst seit 15 Jahren.

    Egal wie viele (unterschiedliche) Studien, Gutachten etc. es gibt. Wenn die Politik sich nicht bewegt, passiert nichts - fast so wie beim Behördenhalma.

    Deshalb bitte ich die FP und / oder Joseph Wenzel investigativen Journalismus zuzulassen und es nicht dabei zu belassen, was der BI rausbekommt, wenn er denn was rausbekommt.

    Die Öffentlichkeit / Presse hat mitunter eine "Macht" - wenn man denn unabhängig kommentiert und sachgerecht präsentieren kann.

    Walten Sie also Ihres Amtes (...) - wäre toll, wenn endlich mehr Bewegung in die Angelegenheit kommt und sich die Politik länderübergreifend aufraffen könnte, ja muss.

    Das ist man den Bürgern im Erzgebirge diesseits und jenseits der Grenze schuldig.

  • 3
    0
    Nixnuzz
    18.11.2019

    ralf66: Soweit die Diskussion sich bisher um Schwefel - Verbindungen drehte aber anscheinend diese nicht nachweisbar sind, erinnerte ich mich an dieses Kakodyl aus der Analytik. Und dann hab ich mir im Internet die Analysen der Karlsbader Quellen angesehen, in denen u.a. arsenige Säure aufgeführt ist. Wieviel Kleinstmengen Arsen nun in der dortigen Kohle, dem Abraum und in den Filterstäuben und Aschen der Industrie oder Haushalt durch Wind und Wetter von dort freigesetzt wird, hätte bei den Dresdener Untersuchungen vielleicht aufgefunden werden können.

  • 5
    1
    ralf66
    18.11.2019

    @Nitnuzz, beschreiben Sie bitte genau was Sie wissen, denn vor 1945 gab es auch schon den Böhmischen Nebel nur ohne oder mit wenig Industrieverschmutzung. Das Karlsbad für den Gestank in und um Olbernhau mit seinen angeblichen reagierenden Quellwassern verantwortlich ist halte ich für Unsinn.

  • 6
    1
    Goschi
    17.11.2019

    Dem Umweltministerium ist das Problem seit Jahrzehnten bekannt. Es haben schon viele über Jahrzehnte geschrieben, das Ergebnis ist seit Jahrzehnten Null.
    Gemacht wurde nichts, sonst hätte man ja ein Ergebnis in der langen zeit erziehlt. Offensichtlich hat das keine Lobby, keine wirtschaftlichen Interessen, wenn das nicht dahinter steht, kann man daran erkennen, welches Interesse Regierung und die Grünen an dem Wohl und der Gesundheit des Menschen haben. Wenn das Dieselabgase der Deutschen wären, dann hätte man schon längst was getan.
    Aber hier ist kein Blumentopf und keine Kohle des Steuerzahlers zu gewinnen.

  • 6
    2
    Nixnuzz
    17.11.2019

    Mal noch ein Argument: Die Gesundheitswässer von Karlovy Vary enthalten u.a. Arsenige Säure. Das Arsen kann zum Kakodyl As 2 (CH 3) 4 sich umsetzen - egal wie??. Aber das Zeug stinkt fürchterlich und kann die beschriebenen Gesundheitsbelästigungen bringen. In dem Zusammenhang die Frage, wohin die Abwässer der Region hingepumpt werden? Zum 2. wie hoch ist der Arsengehalt der dort abgebauten Kohle und wo bleiben die Aschen und Filterstäube der Industrie? Ebenso die Abräume der Kohlenstrecken? Letztere liegen doch offen rum? Welche katalytischen Reaktionsstrecken können die liefern?

  • 4
    5
    Maresch
    17.11.2019

    @MuellerF.

    Anscheinend haben Sie den Bericht nicht gelesen, wie auch alle anderen, die Ihren Beitrag mit grünem Daumen markiert haben. Sonst würden Sie auch nicht auf die aberwitzige Idee kommen, dass "man es [scheinbar] noch nicht mal für nötig [hält], die gefundenen Stoffe klar zu benennen & zu quantifizieren".

  • 8
    2
    michael78
    17.11.2019

    Hallo alle Zusammen, ich komme nicht aus der Olbernhauer Gegend, aber auch hier in Jöhstadt hat es diese Woche diese Geruchsbelästigung gegeben. Da ich Lungenkrank bin und immer wieder Probleme mit Luftveränderungen habe, spürte ich es an diesem Morgen besonders heftig. Immer wenn der sogenannte böhmische Nebel von der Eger zu uns herüberzieht, dann geht dies meistens mit Geruchsbelästigungen einher. Der Nebel nimmt zum Teil eine gelbe Färbung ein und es riecht förmlich nach "Katzendreck". Man kann sich dem Eindruck nicht verwehren, dass die Filteranlagen in Most und Litvinov immer dann gereinigt werden, wenn der Wind über unserem Kamm herüberweht. Wenn man bei schönem Wetter im Egerbecken unterwegs ist, riecht man komischerweise nie etwas. Aber die Studien und Untersuchungen in letzter Zeit haben ja einhellig ergeben, dass die Belastung nicht nachweisbar ist, der Verursacher nicht gefunden werden kann, und die Bewohner des Erzgebirges sich auch viel einbilden. Dafür hat man viel Geld ausgegeben und hat nichts zustande gebracht. Man will einfach nichts finden, denn dass könnte für länderübergreifenden Ärger sorgen. Also bildet Euch nischt ei, es ist alles normal. Ich habe schon oft über die bereitgestellte Internetseite des Landes Sachsen für Luftverschmutzung einige tagesaktuelle Einträge gemacht, gemeldet hat sich dazu noch niemand bei mir. Jetzt wo das Erzgebirge Unesco Welterbe ist, gehört das bisschen Kratzen im Hals, der Schwindel und die Atemnot eben dazu. Ob das die paar Touristen im Kurort Seiffen und Oberwiesenthal auch so sehen, dass wage ich zu bezweifeln. Vielleicht sollte sich Herr MDB Krauß von der CDU und der Herr Vogel vom LRA ERZ mal um wichtige Dinge kümmern und uns als Wähler und Bewohner des Erzgebirges würdig vertreten. Immerhin sollten sie unser "Sprachrohr" sein. Aber hier bewegt sich nicht viel. Was nützt uns ein Welterbetitel, wenn wir hier an der schlechten Luft eingehen? Also verehrte Politiker, geht Probleme an der Wurzel an, sprecht mit den Betroffenen und schafft Ergebnisse, manchmal muss es auch bissel wehtun!!

  • 5
    4
    ralf66
    17.11.2019

    Ich denke eine Untersuchung der Luftbelastung im Erzgebirge geht nur mit nicht staatlichen völlig politisch unabhängigen Firmen, die so etwas durchführen können, sonst wird das nichts und dann kommt das nächste Problem, wenn der Übeltäter für schlechte Luft gefunden ist, kann er dann auch dazu gezwungen werden Veränderungen herbeizuführen, ändert sich dann wirklich etwas?
    Wenn man es nämlich so macht wie zu DDR-Zeiten, man dem Waldsterben durch den hohen Schwefeldioxid-Ausstoß der tschechischen Kraftwerke mit Züchtung resistenter Nadelbäume begegnet dann wird's wiederum nichts mit Veränderungen, ob der Mensch den Bäume vernichtenden Schwefeldioxid-Ausstoß gegenüber resistent ist oder war, dass hat niemand der Betreiber und politischen Organe in Tschechien und der duldenden DDR-Organe interessiert. Vor 1989 konnte das Ansprechen der schlechten Luftverhältnisse im Erzgebirge, wenn man an den Falschen geraten war durchaus unschöne Nebenwirkung haben, heute so kommt mir das vor, kann man zwar darüber reden, es ist aber nicht gern gesehen über die schlechte Luft im Erzgebirge zu oft zu reden, es könnte ja der nicht all zu starke Tourismus im Erzgebirge auch noch flöten gehen.

  • 12
    4
    MuellerF
    17.11.2019

    Zitat aus der OdCom-Studie: "Im Ergebnis der stationären Messungen mit den Ionenmobilitätsspektrometern wurde ein Signalmuster gefunden, dass sowohl in Lom als auch in Deutschneudorf vorkommt. Durch Triangulation konnte ein Quellgebiet eingegrenzt werden, in dem neben zahlrei-chen anderen großen und kleinen potentiellen Quellen auch der Chemiekomplex um Lit-vinov liegt. Der Versuch, Verbindungen zwischen kurzzeitigen, quellnah aufgenommenen und längerfristigen, an den Messstationen Lom und Deutschneudorf gefundenen Signal-mustern zu finden, war leider nicht erfolgreich. Die Beschreibungen der Art der Gerüche variierten deutlich und erlaubten keine weitere Eingrenzung der Quellen."

    Scheinbar hält man es noch nicht mal für nötig, die gefundenen Stoffe klar zu benennen & zu quantifizieren- Danke für NICHTS!

  • 13
    1
    Erz65
    16.11.2019

    Ich habe auch immer beschwerten (Kopfschmerzen, Übelkeit u.a.), hauptsächlich wenn der Wind aus Südwest kommt (hier in ANA aus Richtung Karlsbad). Habe deshalb schon chronischen Schnupfen, meine damalige Hausärtztin hat kurz nach der Wende einmal gesagt, das dies von der "Tschechenluft" kommt, später aber nie wieder.??? Also muss dieses Problem doch schon vor der Wende bekannt gewesen sein.

  • 20
    9
    Steuerzahler
    16.11.2019

    Und was sagen denn die so rührigen Grünen dazu? Hier ist das Problem wohl zu konkret? Oder sind sie zu beschäftigt, den Preis für CO2 auszurechnen? Hier geht es um die Gesundheit unserer Bürger, und das seit Jahren!

  • 26
    2
    ralf66
    16.11.2019

    Was sollen denn weitere Studien bringen es gab doch schon viele davon? TU Dresden wer bezahlt die und was liefern die in Zusammenarbeit mit den Tschechen, die gar nicht liefern wollen?
    Das Problem gesundheitlicher Beschwerden und Krankheiten durch die böhmische Luft vor allem bei Nebel gab's schon vor der Wende, dort durfte man nichts sagen und seit der Wende bis jetzt darf man zwar etwas dazu sagen, aber passieren tut nichts, null Veränderung!

  • 26
    2
    ChWtr
    16.11.2019

    Interessantes Thema, eigentlich hochbrisant und nichts Neues.

    Und wenn man dann auf DE schaut, auf die Diskussion(en) um das beschlossene Klimapaket (Klimaschutzgesetz), wir wollen Klimaneutral sein (oder werden), Klimawende, Klimaschutz und CO2-Abgabe - dann, ja dann kommt mir der Böhmische Nebel in dieser Inversionswetterlage wie ein Hohn vor.

    Zum Glück pustet der Wind manchmal auch in die ein oder andere Richtung (...)