Brand bringt Landwirt in Not

Eine Scheune bei Sayda fängt Feuer. Zwar können die Einsatzkräfte ein Übergreifen der Flammen auf einen Stall und das Wohnhaus verhindern. Doch das Futter für Kühe und Kälber ist vernichtet.

Sayda.

Lichterloh schlagen gestern Morgen Flammen aus der Feldscheune eines Landwirtschaftshofes in Pilsdorf bei Sayda. Binnen kurzer Zeit stehen 500 Ballen getrocknetes Heu in Flammen. Und so sehr sich knapp 60 Feuerwehrleute auch mühen - sie können weder etwas Heu noch die Scheune selbst retten. Gnadenlos brennt alles nieder. Erst gegen 9 Uhr bekommen die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle. Um die vielen Glutnester zu ersticken, reißt schwere Technik die Rundballen auseinander.

Als das Feuer in den frühen Morgenstunden ausbrach, schlief Familie Köhler noch. Zwei Männer, die auf der Freiberger Straße unterwegs waren, bekamen den Brand mit und weckten Landwirt Daniel Köhler, der daraufhin sofort die Feuerwehr alarmierte.

"Um 5.17 Uhr ging der Alarm bei uns ein", sagt Saydas Wehrleiter Frank Mielack. Doch die Saydaer allein können gegen das lodernde Feuer nichts ausrichten. Wehren aus Friedebach, Ullersdorf, Neuhausen, Dorfchemnitz und Voigtsdorf kämpfen an ihrer Seite gegen die Flammen. Sie können ein Übergreifen auf das naheliegende Wohnhaus und den Rinderstall verhindern.

Nicht nur die Hitze des Feuers macht den Wehrleuten zu schaffen, auch die gestrigen Temperaturen um 30Grad und krachende Sonne verlangen von den Männern alles. Gegen 15 Uhr verlassen die Saydaer als Letzte den Brandort, eine Brandwache blieb jedoch zurück.

Landwirt Daniel Köhler kann es kaum fassen. "Ich bin noch völlig durch den Wind. Unsere gesamte Futterreserve ist vernichtet", sagt er am Nachmittag. 60 Milchkühe stehen im Stall, hinzu kommen die Kälber. Der 35-jährige Landwirt des Familienbetriebes spricht von einem Schaden von mehr als 25.000 Euro - allein für das Heu. Hinzu kommt der Schaden für die niedergebrannte Scheune.

So etwas sei schon in normalen Zeiten kaum zu verkraften. "Aber in so einem Jahr, in dem das Futter wegen der Trockenheit sowieso knapp ist." Daniel Köhler braucht, wie er fortfährt, dringend Heu, um die Kälber füttern zu können; und Stroh für die Kühe. Zwar werde noch Getreide geerntet, aber das reiche nicht aus. Und die Silage sei eigentlich als Vorrat gedacht.

Wie das Feuer entstand, dazu ermittelt die Polizei, wie sie mitgeteilt hat. "Bislang geht sie von Selbstentzündung aus", sagt Daniel Köhler. Am Donnerstagabend hatte es in der Region um Sayda gestürmt und geregnet. Der Wasserdampf und die Hitze könnten die Selbstentzündung des Heus begünstigt haben, so der Pilsdorfer. Er setzt nun seine Hoffnungen darauf, dass die Versicherung einspringt. Auch die Scheune muss er wieder aufbauen. "Ich brauche sie als Lager."

In der Agrargenossenschaft Sayda will man nun darüber nachdenken, wie Landwirt Köhler geholfen werden kann, erklärt Vorstandsvorsitzender Bernd Kaltofen gegenüber der "Freien Presse". Und er fügt an: "Ich hoffe, dass sich auch andere dazu bereitfinden."

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