Brennstoffzelle soll 2020 in Serie gehen

Auf der Hannover-Messe zeigt die Olbernhauer Wätas das selbst entwickelte Herzstück. Im Oktober soll die Produktionsstraße fertig sein.

Zschopau.

Die Wätas Wärmetauscher Sachsen GmbH in Olbernhau will im nächsten Jahr ihre ersten Brennstoffzellen ausliefern. "Wir werden einen Auftrag bekommen", sagte Geschäftsführer Torsten Enders am Rande der am Freitag zu Ende gehenden Hannover-Messe. Die weltgrößte Industriemesse will das Olbernhauer Unternehmen nutzen, um Kundenkontakte zur Automobilindustrie und zu Batterieherstellern anzubahnen. Mitgebracht hat Enders eigenentwickelte Bipolarplatten (Elektroden), die in Brennstoffzellenstapel - sogenannten Stacks - mit einer Leistung von 1 und 5 Kilowatt eingebettet sind.

Das Herzstück einer Brennstoffzelle besteht aus zwei Elektroden, die durch ein Elektrolyt, in diesem Fall eine Elektrolytmembran, voneinander getrennt sind. Die Elektroden kann Wätas schon in Serie herstellen. Ziel von Geschäftsführer Enders ist es, auch die auf dem Weltmarkt extrem teure Membran dieses Jahr in Rothenthal selbst zu produzieren: "Dafür haben wir eine Elektrochemikerin eingestellt." Alle weiteren Bauteile werden zugekauft. Im Oktober soll die Produktionsstraße fertig sein. Fertigen will das Unternehmen, dessen Kerngeschäft eigentlich Wärmetauscher sind, auch größere Zellen mit einer Leistung von 100 Kilowatt.


Den finanziellen Aufwand für die Investition hatte Torsten Enders im Herbst bei einem Besuch des sächsischen Wirtschaftsministers Martin Dulig (SPD) auf 20 bis 25 Millionen Euro beziffert. Damals hoffte er auf Unterstützung durch den Freistaat. Die Rede war von bis zu einem Viertel der Gesamtkosten. Inzwischen rechnet der Wätas-Geschäftsführer nicht mehr mit einer Förderung. "Wir werden klein anfangen", sagt er und spricht von einer Investition von bis zu sieben Millionen Euro.

Das Olbernhauer Unternehmen arbeitet schon seit 2015 an einer eigenen Brennstoffzelle. Im vergangenen Frühjahr hatte Wätas erstmals ein selbst entwickeltes Modell vorgestellt. Neben den Olbernhauern sind vier weitere Unternehmen aus dem Erzgebirgskreis auf der Hannover-Messe vertreten: ES Automobilguss Schönheide, SKS Kontakttechnik Niederdorf, Thalheimer Transformatorenwerke und SIM-ERP Aue.

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