Cannabispflanzen sprießen im Olbernhauer Stadtpark

Eine Gruppe Jugendlicher hat die Gewächse ausgesät und gepflegt - mit einem Hintergedanken, wie einer von ihnen verrät.

Olbernhau.

Mitten im Stadtpark, also im Zentrum von Olbernhau, sprossen noch bis vor kurzem mehrere Cannabispflanzen. Doch wie waren die Gewächse dort hingekommen? Immerhin gelten die getrockneten Blüten der weiblichen Cannabispflanze (Marihuana) sowie deren Harz (Hasch) als Droge, da sie den Wirkstoff THC enthalten und somit unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

Hinter der Aktion steckt eine Gruppe Jugendlicher aus der Stadt. Einer von ihnen (Name der Redaktion bekannt) gibt gegenüber "Freie Presse" Auskunft und stellt auch Bilder zur Verfügung. "Ich habe die Pflanzen nicht aus krimineller Absicht gesät, es sind sowieso nur männliche Pflanzen ohne THC-Gehalt", so der Olbernhauer. Der offenbar nicht ganz ernste Hintergedanke sei, die botanische Artenvielfalt in der Region zu erhöhen, damit sich die Menschen daran erfreuen, "oder kurz gesagt: Friede und Völkerfreundschaft", so der Jugendliche.

Zur Pflege der Pflanzen haben sie reichlich Zeit und Aufwand investiert und sie während des Sommers beinahe täglich gegossen. Dennoch hält sich die Freude im Olbernhauer Rathaus in Grenzen. "Die Pflanzen waren uns bisher nicht bekannt, wir werden das prüfen", sagt Hauptamtsleiter Benjamin Flor.

Ob die Pflanzaktion Konsequenzen hat, bleibt indes offen. Wie Polizeisprecherin Doreen Göhler auf Nachfrage erläutert, bewegen sich die Jugendlichen in einer rechtlichen Grauzone. Beim Anbau von Cannabis werde aus Sicht der Strafverfolgungsbehörde zunächst nicht zwischen männlichen und weiblichen Pflanzen unterschieden, "zumal das auf den ersten Blick nicht ohne Weiteres zu erkennen ist, insbesondere bei jungen Pflanzen", sagt Göhler. Wenn entsprechende Fälle bekannt werden, würde deshalb immer eine Anzeige wegen des Verdachts des Anbaus von Betäubungsmitteln erstattet werden und die Pflanzen im Zuge der Ermittlungen auf ihren THC-Gehalt untersucht. "Sollte dieser nachweisbar sein, entscheidet die Staatsanwaltschaft über den weiteren Verfahrensweg", so die Polizeisprecherin.

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