CDU bekommt in Hochburg Konkurrenz

In Großrückerswalde bewerben sich 30 Kandidaten für die 16 Sitze im Gemeinderat - Neben der Union stellt auch die Wählervereinigung "Pro Großrückerswalde" eine zweistellige Zahl an Bewerbern - Der Bürgermeister nennt Herausforderungen, vor denen das neue Gremium steht

Großrückerswalde.

Zur Kommunalwahl am 26. Mai kandidieren in Großrückerswalde fast doppelt so viele Bürger, wie Plätze im Gemeinderat zur Verfügung stehen. Zudem bekommt die CDU Konkurrenz von einer Wählervereinigung.

Für die 16 Sitze im Gemeinderat bewerben sich 30 Kandidaten. Für die Union, die aktuell mit elf Mandatsträgern die absolute Mehrheit in dem Gremium hält, gehen 18 Nominierte ins Rennen. Die Vereinigung "Pro Großrückerswalde", die derzeit mit einem Einzelkämpfer im Rat vertreten ist, stellt wiederum zehn Kandidaten. Jeweils einen Nominierten haben Die Linke und die Unabhängige Loyale Wählervereinigung auf ihren Listen stehen. Beide haben sich bereits bei der vergangenen Wahl einen Sitz im Gremium gesichert. Die FDP hingegen stellt keine Kandidaten auf. Seit der Auflösung des Ortsverbands der Liberalen Anfang 2017 saßen Roy Löser und Christfried Siegert bereits als parteilose Mitglieder im Rat. Löser ist mittlerweile ausgeschieden, Siegert tritt zur Wahl nicht erneut an.


Doch nicht nur bei der FDP rumorte es in der ablaufenden Legislaturperiode in Großrückerswalde. Auch die Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister Jörg Stephan (CDU) als Vorsitzenden des Gremiums und Sven Meyer von der Unabhängigen Loyalen Wählervereinigung war nicht nur von Harmonie geprägt. Der jüngste, mittlerweile beigelegte Streit der beiden um ein Handyvideo, das Stephan im Mai 2017 in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung vor geladenen Gästen präsentierte, in dem der offensichtlich betrunkene Meyer einen Feuerwehrmann vulgär beschimpft, bedroht und beleidigt, mündete sogar in ein Disziplinarverfahren gegen den Bürgermeister.

Er betonte, dass der Disput keinerlei Auswirkungen auf die kommunalpolitische Arbeit hatte. Und der Gemeinderat hat in den vergangenen Jahren einige wichtige Projekte in Millionenhöhe auf den Weg gebracht. Stephan nennt unter anderem die Erweiterung des Wohngebiets "Alte Straße", den Um- und Ausbau des ehemaligen Gasthofs "Weißer Hirsch" in ein neues Feuerwehrdepot und Kulturzentrum, die Sanierung des Dorfplatzes Mauersberg, die Modernisierung des Sportlerheims in Großrückerswalde und der Kegelbahn in Niederschmiedeberg, neun Hochwasserschutzmaßnahmen sowie den Bau einer Außenstelle der Kinderkrippe.

Auf den Erhalt der Familienfreundlichkeit im Ort soll auch der nächste Gemeinderat Wert legen, erläutert Stephan eine Herausforderung der nächsten Jahre. Dafür werden bereits der Neubau einer Kindertagesstätte im Gewerbegebiet "Am Richterweg" und ein neuer Spielplatz geplant. Weitere hervorzuhebende Projekte in naher Zukunft seien der Breitbandausbau, die Erneuerung des Feuerwehrgerätehauses Streckewalde, die Sanierung der Trauerhalle in Niederschmiedeberg und der Abriss von Brachen, um den Ort schöner zu gestalten. Außerdem soll die "großzügige Vereinsunterstützung" fortgeführt werden, betont der Bürgermeister.


Die Nominierten

Die Kandidaten in Großrückerswalde:

CDU

Stefan Pechfelder, Johannes Stuhlemmer, Benny Graupner, Udo Olaf Milaschewski, Mario Findeisen, Simon Hielscher, Martin Schönfelder, Kerstin Weber, Werner Graupner, Wolfgang Schönherr, Gottfried Schreiter, Jana Dick, Uwe Faulnborn, Thomas Fiedler, André Jüngling, Bernd Last, Stefan Mauersberger, Annett Obendorf

Pro Großrückerswalde

André Rösch, Jens Hubatsch, Andreas Löser, Sebastian Vogel, Jens-Uwe Albrecht, Ricky Löser, Andre Meier, Wolfram Hilbert, Ulrich Wemmer, Tino Schott

Die Linke

Peter Weiß

Unabhängige Loyale Wählervereinigung Großrückerswalde

Sven Meyer


Das wünschen sich die Bürger

Grit Hilarius, 43, Kassiererin: "Ein Wunsch vieler Anwohner in Boden ist ein Fußweg nach Großrückerswalde als sichere Verbindung zwischen den Ortsteilen, gerade für Kinder auf dem Schulweg. Im Rahmen seiner Möglichkeiten sollte der Gemeinderat Anreize schaffen und den Schulverein unterstützen, Lehrer in den Ort zu bekommen. Der Stundenausfall aufgrund Lehrermangels muss reduziert werden. Ein Spielplatz am Preßnitztal-Radweg würde Anwohnern und Touristen zugute kommen."

Andreas Lau, 33, Pfarrer: "Die Entwicklung eines Ortes hängt davon ab, wie gut die Kräfte einer Ortschaft miteinander verbunden sind. Diese Verknüpfungen durfte ich bisher als etwas sehr Wertvolles erleben. Sie zu erhalten und auszubauen, sollte Anliegen aller kommunal-politischen Verantwortungsträger sein. Außerdem ist es wichtiger denn je, Entscheidungsprozesse nach außen gut erklären und transparent vermitteln zu können. Sonst macht sich durch Unklarheiten und Mangel an Informationen das Gefühl breit, benachteiligt zu werden."

Jenny Hilbert, 37, Kita-Leiterin: "Als selbstverständlich betrachte ich, dass der Gemeinderat bei Entscheidungen objektiv agiert und die Bedürfnisse der Bürger berücksichtigt. Dafür ist es wichtig, am Puls der Zeit zu bleiben. Großrückerswalde ist lebenswert, auch und gerade für Familien: Wir haben eine gute Infrastruktur, Schulen und die Kita, eine lebendige Kirchgemeinde, einen im Bereich Kinder und Jugend gute Arbeit leistenden Sportverein. Diese Strukturen gilt es zu erhalten und gegebenenfalls anzupassen, damit die Lebensqualität im Ort nicht sinkt. Es müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, dass die vielen Kinder, die derzeit Kita und Schulen besuchen, zukünftig auch im Ort bleiben." (faso)

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