China-Engel neben Welterbe: Händler hält sich Hintertürchen offen

Frank Sajuns verwirklicht seine Weihnachtswelt nicht in, sondern an der Olbernhauer Saigerhütte. Damit reagiert er auf die anhaltende Kritik. An seinem Geschäftsmodell will er dennoch nicht rütteln.

Olbernhau.

Nicht in, sondern an der Saigerhütte: Saico-Geschäftsführer Frank Sajuns will in der Villa "Alte Post" in Olbernhau sein Weihnachts- und Geschenkehaus verwirklichen. Aktuell sei kein Verkauf von in China gefertigter Holzkunst geplant. Für Engel, Schwibbogen und Co aus Fernost habe er in den Räumen keinen Platz. Zugleich hält er sich ein Hintertürchen offen.

Der Kaufvertrag ist bereits unterschrieben. Rund 400.000 Euro will Frank Sajuns in die Villa "Alte Post" investieren. Sein Ziel: Eröffnung im September. Unter anderem sei ein umfangreicher Innenausbau in dem denkmalgeschützten Gebäude vorgesehen. Sajuns will in der Villa doch noch seinen Traum verwirklichen. Ursprünglich hatte er gehofft, in der ehemaligen Hüttenschule und damit direkt in der als Welterbe geschützten Saigerhütte Waren aus dem Erzgebirge und aus Asien anbieten zu können - zum Ärger des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller. Er sah einen Imageschaden für die Region und den Welterbe-Titel.

Frank Sajuns zog sich schließlich zurück und sah sich nach einer Alternative um. Mit dem Kauf der Villa kann er nun direkt an der Saigerhütte seine Produkte anbieten. Im Gebäude war einst die Kerzenwelt untergebracht. Sajuns will sie weiterführen. Er habe mit der ehemaligen Eigentümerin entsprechendes vereinbart. Aus genau diesem Grund fehle ihm der Platz für eine internationale Ecke. In seiner jetzigen Verkaufsstelle an der Grünthaler Straße bietet er zusätzlich zur Holzkunst aus dem Erzgebirge noch Schwibbogen und anderes aus China an.

Frank Sajuns Konzept für die Villa sieht vor, dass das Erdgeschoss für die Holzkunst aus dem Erzgebirge reserviert ist, im Obergeschoss kommen Kerzen sowie weihnachtliche Dekorationen unter. Der Unternehmer hält sich damit ein Hintertürchen offen. Ausschließen mag er nicht, dass mit der Eröffnung die in China gefertigte Holzkunst im Regal steht. Er wolle sein Angebot weihnachtlicher Dekorationen nach Farben gestalten. Dafür seien etwa weiß lackierte Schwibbögen in traditioneller Form nötig, sie gebe es aber im Erzgebirge nicht.

Verbands-Geschäftsführer Dieter Uhlmann lässt dieses Argument nicht gelten. Ob der Schwibbogen weiß, schwarz oder naturfarben sei, sei nicht ausschlaggebend. Auch der neue Standort des Geschäftes ändere an der Position des Verbandes nichts: "Wir lehnen den Verkauf der in China gefertigten Holzwaren im Erzgebirge ab. Es geht ums Prinzip."

1Kommentare
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  • 3
    0
    fnor
    23.01.2020

    "Dafür seien etwa weiß lackierte Schwibbögen in traditioneller Form nötig, sie gebe es aber im Erzgebirge nicht." Dachte immer Saico stellt selbst weiße Schwedenleuter her. Steht doch Erzgebirge drauf. Oder sind die trotz Aufschrift aus China?



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