Das sind die Neuen im Stadtrat Marienberg

Die am 26. Mai gewählten Volksvertreter kommen am Montag im Rathaus der Bergstadt zusammen - "Freie Presse" nimmt vorab die zwölf neuen Räte unter die Lupe.

Marienberg.

Mit dem Ende der Sommerferien in Sachsen nimmt auch der neue Stadtrat von Marienberg seine Arbeit auf. Die Kommunalpolitiker treffen sich am Montag im Rathaus zu ihrer konstituierenden Sitzung.

Mit ihren Stimmen zur Wahl am 26. Mai wirbelten die Bürger die Kräfteverhältnisse im künftigen Gremium gehörig durcheinander. Mit zwölf der insgesamt 26 Sitze wird fast die Hälfte der Plätze von neuen Gesichtern besetzt. Ein Großteil davon hat allerdings bereits politische Erfahrungen sammeln können. Zudem haben es mit Andreas und Enrico Haustein sogar Vater und Sohn gemeinsam in den Stadtrat geschafft. Einer Meinung werden sie dabei mit Sicherheit nicht immer sein. Schließlich gehört Andreas Haustein der CDU-Fraktion an. Sein Sohn wiederum sitzt für die Sozialdemokraten im Stadtrat.


Am Montag stimmen sie und alle weiteren Volksvertreter der Stadt Marienberg zunächst über die künftige Besetzung der Ausschüsse ab, bestellen die Mitglieder für die Aufsichtsräte der städtischen Unternehmen und wählen den Stellvertreter von Oberbürgermeister André Heinrich (parteilos). "Freie Presse" nimmt vorab die zwölf Neuen unter die Lupe.

Die konstituierende Sitzung des neu gewählten Marienberger Stadtrates findet am Montag im Ratssaal des Rathauses statt. Die öffentliche Zusammenkunft beginnt 18 Uhr.


Martin Porstmann -Bürg. f. M.

Martin Porstmann ist bislang nicht politisch aktiv gewesen. Da Corina Fischer nicht nochmals als Stadträtin kandidierte, habe sie ihn gefragt, ob er Interesse habe, ihre Nachfolge anzutreten, erklärt der 46-Jährige. Der Verwaltungsfachwirt arbeitet beim Abwasserzweckverband Wolkenstein, ist ledig und wohnt in Rübenau. In seinem Heimatort engagiert sich der parteilose Stadtrat im Bergbauverein. Dort fungiert er seit diesem Jahr als Vorsitzender. Zudem sei Porstmann naturinteressiert. Als künftiger Volksvertreter hat er sich zum Ziel gesetzt, dass die Marienberger Ortsteile nicht vernachlässigt werden: "Entsprechend den Gegebenheiten ist eine gleiche Entwicklung wichtig." (rickh)


Katharina Wittig - Bürger f. M.

Erstmals überhaupt zur Wahl angetreten und auf Anhieb den Einzug in den Stadtrat geschafft hat Katharina Wittig. "Die Fraktionsmitglieder haben mich angesprochen, ob ich kandidieren möchte", sagt die Lauterbacher Grundschulleiterin, die zudem im Landesamt für Schule und Bildung mitarbeitet. Da der Ortsteil Lauta, in dem sie auch wohnt, bislang nicht im Stadtrat vertreten sei, habe die 42-Jährige Ja gesagt. "Man kann nur etwas bewegen, wenn man auch etwas macht", betont Katharina Wittig. Als künftige Stadträtin will sie vor allem Ansprechpartner für Bürger sein. Wichtig sei es zudem, viel miteinander zu kommunizieren. Das werde heutzutage viel zu selten getan. (rickh)


Michael Baldauf - Bürger f. M.

Gänzlich politisches Neuland betritt Michael Baldauf. "Ich habe so die Möglichkeit, mich für die Stadt zu engagieren und die positive Entwicklung weiter mit zu gestalten", sagt der 44-jährige Marienberger zu seinen Beweggründen. Zudem will der verheiratete Familienvater zweier Kinder zur Verjüngungskur im Stadtrat beitragen. Beruflich ist der Diplom-Ingenieur als Mitarbeiter im Bereich Umweltanalytik tätig. In seiner Freizeit betreibt er unter anderem Skilanglauf beim ATSV Gebirge/Gelobtland. Baldauf versteht sich vor allem als Sprachrohr der Einwohner: "Ich will die Probleme aus der Bürgerschaft im Stadtrat ansprechen und an die Verwaltung herantragen." (rickh)


Johannes Wolf - AfD

Mit 1210 Stimmen hat Johannes Wolf bei der Wahl die meisten Stimmen erhalten. Der 53-Jährige lebt mit seinen zwei Kindern und seiner Lebensgefährtin in Gebirge, arbeitet als Berufsschullehrer in Chemnitz. Seit 2014 fungiert er als Kreisvorsitzender der AfD, für die er im Mai erneut in den Kreistag gewählt wurde. Im Stadtrat beginnt seine erste Amtsperiode. "Ich schätze die bisherige Arbeit des Rats als gut ein. Meine Ziele sind, dass die Stadt finanziell handlungsfähig und als Standort für Familien attraktiv bleibt." Wolf will sich für den Erhalt der Schulen und das aktive Vereinsleben einsetzen. Er selbst ist Mitglied beim TSV Pobershau sowie im Schützenverein Marienberg. (rickh)


Roy Müller - Freie Wählerg.

Roy Müller ist 39 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Der studierte Finanzwirt aus Gebirge arbeitet als Sachgebietsleiter beim Finanzamt in Annaberg. In seiner Freizeit engagiert er sich in der Kirchgemeinde Marienberg, hat dort unter anderem die Arbeitsgruppe für die neuen Glocken geleitet. Zudem singt er in der A-cappella-Gruppe Marienberger Spatzen. 2015 trat er als Kandidat bei der Oberbürgermeisterwahl an. Nun hat er als parteiloses Mitglied für die Freie Wählergemeinschaft den Einzug in den Stadtrat geschafft. Seine Ziele: Bürgernähe und Transparenz schaffen sowie fraktionsübergreifend Hand in Hand zum Wohle der Stadt arbeiten. (rickh)


Enrico Haustein - SPD

Als einziger SPD-Kandidat hat Enrico Haustein den Einzug in den Stadtrat geschafft. Der 39-Jährige wohnt mit seiner Lebensgefährtin und seinem Sohn in Marienberg, arbeitet als Bankbetriebswirt und treibt in seiner Freizeit gern Sport. Seit 2012 ist Haustein Mitglied bei den Sozialdemokraten, saß von 2014 bis zur diesjährigen Wahl für die SPD im Kreistag. Haustein hat sich das Ziel gesetzt, sogenannte Bürgerplattformen einführen zu lassen: "Sie ähneln Ortschaftsräten. Zudem sollen sie auch mit eigenem Budget ausgestattet werden, um kleinere Vorhaben eigenständig umsetzen zu können." Ein weiteres Anliegen Hausteins: Kommunalpolitik transparenter machen. (rickh)


Albrecht Kohlsdorf - CDU

Nach elf Jahren Pause kehrt Albrecht Kohlsdorf auf die politische Bühne zurück. Der 65-jährige Pobershauer sei von der CDU-Ortsgruppe angesprochen worden und habe sich überzeugen lassen. Kohlsdorf ist verheiratet, hat drei Kinder und treibt in seiner Freizeit Pferdesport. Seine politische Laufbahn begann 1982 als stellvertretender Bürgermeister in Lengefeld. Von 1985 bis 1990 war er Ortschef in Pobershau und anschließend bis 2008 Landrat, erst für Marienberg und dann für den Mittleren Erzgebirgskreis. Der stellvertretende Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes und der Verkehrswacht will dazu beitragen, die gute Entwicklung der Stadt fortzusetzen. (rickh)


Michael Bergelt - Bürger f. M.

Mit Michael Bergelt kehrt ein weiterer ehemaliger Stadtrat in das Gremium zurück. Der Forstunternehmer aus Ansprung saß nach der politischen Wende zunächst im Gemeinderat in Ansprung, anschließend im Stadtrat Zöblitz und nach der weiteren Eingemeindung im Marienberger Rat. Die Entscheidung über die Rückkehr in die Kommunalpolitik habe sich der verheiratete Familienvater zweier Kinder nicht leicht gemacht. "Ausschlaggebend für mich war, einen Vertreter aus dem Ort in den Stadtrat zu bringen", sagt der 58-Jährige. Er will sich dafür stark machen, gute Voraussetzungen für das Leben junger Familien mit Kindern in den Ortsteilen zu erhalten und zu schaffen. (rickh)


René Schubert - AfD

2014 verpasste René Schubert als Kandidat der Freien Wählergemeinschaft den Einzug in den Stadtrat. Nun hat er als Mitglied der Alternative für Deutschland im selben Wahlkreis genug Stimmen erhalten. Der 43-Jährige wohnt in Hüttengrund, hat ein Kind und arbeitet im öffentlichen Dienst. Ihn habe vor allem die Schließung des Bades in Mooshaide dazu bewogen, sich kommunalpolitisch zu engagieren. "Das hatte mich wachgerüttelt", sagt Schubert. 2012 wurde das Freibad abgerissen. "Über den Bürgerwillen hinweg", betont Schubert. "So etwas will ich nie wieder erleben." Im Stadtrat will er sich für eine bessere Nutzung der heimischen Natur- und Sportmöglichkeiten einsetzen. (rickh)


Kay Meister - Die Grünen

Kay Meister saß bereits bis 2014 im Stadtrat. Seitdem vertritt er im Kreistag die Interessen der Grünen. Ab sofort nimmt der 43-jährige Diplom-Biologe, der auch als Kandidat bei der Landtagswahl antritt, in beiden Gremien Platz. Der Rübenauer ist verheiratet, hat drei Kinder und arbeitet als Biologe sowie in der Umweltbildung. Der Partei Bündnis 90/Die Grünen gehört er seit vergangenem Jahr an. Meister engagiert sich ehrenamtlich als Mitglied im Erzgebirgszweigverein Marienberg und als Vorstandsvorsitzender des Vereins Natura Miriquidica. Als Notwendigkeit für die Zukunft bezeichnet er eine nachhaltige Entwicklung Marienbergs. Eines seiner Ziele: eine pestizidfreie Stadt. (rickh)


Jürgen Langner - CDU

Mit Jürgen Langner hat es ein ehemaliges Stadtratsmitglied wieder in das Gremium geschafft. Der Zöblitzer ist 74 Jahre alt, verheiratet und hat ein Kind. Sein Hobby: der Garten. Langner hat bereits kommunalpolitische Erfahrungen sammeln können, die er im Stadtrat mit einbringen möchte. Seit 1997 fungierte er als stellvertretender Bürgermeister von Zöblitz, nach der Eingemeindung wurde er Stadtrat. Bei der Wahl 2014 verpasste er den Einzug. Nun vertritt Langner den Stadtteil wieder in dem Gremium. "Ich will die Sorgen und Nöte von Zöblitz ansprechen", sagt der 74-Jährige, der seit 1980 CDU-Mitglied ist. Nächstes Ziel: den Ausbau vom alten Rathaus mit voranbringen. (rickh)


Andreas Haustein - CDU

Andreas Haustein ist in der Kommunalpolitik der Bergstadt kein Unbekannter. Der Geschäftsführer der Sozialbetriebe Mittleres Erzgebirge war seit 1990 zunächst bei der Stadtverwaltung und anschließend beim Landkreis als Beigeordneter angestellt. 2015 trat der Marienberger als Kandidat bei der Oberbürgermeisterwahl an. Haustein ist verheiratet, hat drei Söhne und fungiert seit 25 Jahren als Präsident des FSV Motor Marienberg. Zudem ist der 61-Jährige Mitglied in der Bergknappschaft. Für das Leben in der Bergstadt und Umgebung betrachtet er eine gute Infrastruktur als wichtig: "Auch müssen wir gute Voraussetzungen für die nächste Generationen schaffen und erhalten." (rickh)

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