Dicker Schlitten bekommt keinen Achtzylinder

Beim Oldtimertreffen in Wünschendorf fuhr auch ein Ford Model A vor. Dessen Besitzer belässt ihn, wie er ist. Unterdessen haben die Organisatoren des Dorffestes schon das nächste Jahr im Visier. Dann steht die 30. Auflage der Veranstaltung an.

Wünschendorf.

Nächstes Jahr wird richtig groß gefeiert. Dessen ist sich Johannes Schmidt sicher: "Das 30. Wünschendorfer Dorffest wollen wir mehr als eine Woche lang begehen. Sämtliche Vereine werden daran beteiligt sein", sagt der Ortsvorsteher. Aber schon am Wochenende bei der 29. Auflage mit Vogelschießen waren viele Wünschendorfer und Gäste gekommen. Diesmal hat eine Frau den Vogel abgeschossen, denn Julia Lippmann aus Reifland wurde Schützenkönigin. "Der Zuspruch war sehr gut, wir hatten geschätzte 1500 bis 2000 Gäste", freute sich Wieland Schmidt vom Kulturverein Wünschendorf.

Innerhalb des Dorffestes, das von Donnerstag bis Sonntag gefeiert wurde, kamen am Sonntag viele "alte Kisten" nach Wünschendorf zum mittlerweile 8. Oldtimertreffen. Veranstaltet wurde die Zusammenkunft, bei der 40 Autos und 90 Motorräder bewundert werden konnten, von den Oldtimerfreunden Wünschendorf, die etwas ganz Eigenes auf die Beine gestellt haben. "Das läuft bei uns völlig stressfrei ab. Wir verlangen keinen Eintritt, es kann kommen, wer will", erzählte David Arnold, der das Treffen mit aus der Taufe gehoben hatte. Am Sonntag machte er mit seinem Mexiko-Käfer, der zwar Baujahr 1984 ist, aber mit einem 1964er-Optik-Paket auf alt getrimmt wurde, den Lumpensammler bei der obligatorischen Ausfahrt.

Ein Hingucker war dabei der Ford Model A von René Wagner. Dieses Modell ist in der Szene sehr gefragt, in die alten Karossen werden dicke Achtzylindermotoren verpflanzt, aber dieses Fahrzeug ist anders. "Der Ford bleibt unverbastelt", sagte der Waldkirchener. "Ich hatte vor dem Auto viele Motorräder, aber 2012 war es soweit, und ich habe mir das Model A gekauft. Es stammt aus Pennsylvania, und ich nutze es sehr selten, leider viel zu selten", bedauerte der 46-Jährige. Die Ausfahrt am Sonntag war erst die dritte in diesem Jahr, eventuell kommt der alte Ami aus dem Jahr 1930, auf dessen Heck ein riesiger Holzkoffer prangt, bei der Schlösser- und Burgenfahrt zum Einsatz. Zwei dicke S-Klassen fuhren auch die Ausfahrt mit, ein Fahrer war für alle Eventualitäten gerüstet: Vor der Heckscheibe prangte eine gehäkelte Klorolle.

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