Die Männer für alles: Ein Traditionsbetrieb im Wandel

ACZ steht für viele ältere Marienberger vor allem für Landwirtschaft. Doch das Unternehmen hat heute weit mehr als nur ein Standbein.

Marienberg.

ACZ: Schon von Weitem grüßt die Firma ihre Kunden mit den drei bekannten Buchstaben auf der großen Esse an der Äußeren Annaberger Straße in Marienberg. Doch so bekannt das Unternehmen in der Bergstadt auch ist: Was alles angeboten wird, wissen die wenigsten.

Gegründet wurde das Agro-Chemische Zentrum 1976. In der Zeit der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften spezialisierte sich der Betrieb auf Düngung und Pflanzenschutz. Mit der politischen Wende richtete der damalige Geschäftsführer Bernd Müller die Firma neu aus - und sie wuchs als Dienstleister für kommunale, land- und forstwirtschaftliche Arbeiten. "Viele kennen uns heute trotzdem nur als Baustoffhandel, Grünschnitt-Annahmestelle und kleine Werkstatt", sagt Thomas Müller.

"Doch wir bieten weitaus mehr", ergänzt der Unternehmensnachfolger. Hebebühne, Kehrmaschinen, Traktoren - die Firma beherbergt ihren eigenen Fuhrpark, den die Unternehmer als Komplettpaket mit Dienstleistung in verschiedenen Branchen anbieten. Beispielsweise unterstützt ACZ Kommunen und die Straßenmeisterei beim Winterdienst. Zu den weiteren Standbeinen gehören Garten- und Landschaftsbau, Pflanzenschutz, Grünlandpflege und Baustoffhandel.

Dank eigener Kompostierung stellt ACZ selbst Erde her. Die meisten Einnahmen generiert die Firma aber mit Dienstleistungen im Forstbereich. Dazu zählen Wegebau und -pflege, Neuaufforstung sowie die chemische Behandlung von Pflanzen - etwa zum Schutz gegen den Borkenkäfer. "Der Sachsenforst ist mittlerweile unser größter Kunde", sagt Thomas Müller.

Er hat im Februar dieses Jahres gemeinsam mit André Schroll die Geschäftsleitung von Vater Bernd Müller übernommen. "Ich wollte selbst etwas leiten, prägen, eigene Ideen umsetzen. Ich hatte vorher als Angestellter in einer Baufirma das Gefühl, im Hamsterrad zu laufen", begründet Schroll seinen Schritt in die Selbstständigkeit. Thomas Müller wiederum wollte den Fortbestand und Ausbau des Familienunternehmens sichern und den nächsten Schritt wagen. "Als ich vergangenes Jahr im Unternehmen mit eingestiegen bin, wäre die halbe Belegschaft in rund zehn Jahren in Rente gegangen. Uns war es wichtig, neue junge Mitarbeiter zu gewinnen, und das ist uns schon in der kurzen Zeit gelungen", betont Müller.

Mittlerweile beschäftigt ACZ saisonbedingt 35 bis 40 Mitarbeiter. Um als Arbeitgeber und für Kunden noch attraktiver zu werden, erweitern die Marienberger weiterhin ihr Einsatzgebiet. Seit April dieses Jahres befindet sich auf dem ACZ-Gelände eine neue Autowaschanlage. Weiterer Service seit 2018: eine eigene Tankstelle. Die Diesel-Zapfsäule ist für Pkw und Lkw 24 Stunden am Tag geöffnet. Bezahlt wird per Karte. Und mit Hausmeisterdiensten haben sich die Männer ein weiteres Standbein aufgebaut.

Mehr als zwei Millionen Euro Umsatz hat die Marienberger Firma 2017 erwirtschaftet. "Wir konnten uns in den vergangenen Jahren kontinuierlich leicht steigern", sagt André Schroll. Um diesen Trend fortzusetzen, müssen die Unternehmer stetig investieren. Zuletzt flossen 25.000 Euro in den neuen Wertstoffhof, um das Gelände weiter aufzuwerten. "Wir wollen wachsen, unser Dienstleistungsgeschäft weiter ausbauen", betont Schroll. Potenzial sieht er bei verschiedenen Auftraggebern: "Der Sachsenforst gibt verschiedene Dienste verstärkt ab. Für Kommunen wiederum werden wir mit dem Winterdienst in zusätzlichen Gebieten im Einsatz sein."

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