Diebesgut im Internet verkauft: Geldstrafe

Das Ersatzteillager seines Arbeitgebers sah ein Erzgebirger als Chance, dazuzuverdienen. Vier Jahre lang entwendete er Teile daraus. Heute bereut er die Taten.

Marienberg.

Der Mann nennt es eine Dummheit, die er bereue und die ihn letztlich seinen sicheren, guten Arbeitsplatz gekostet habe: Von 2014 bis 2017 hat der Erzgebirger, Jahrgang 1988, Maschinenteile aus dem Ersatzteillager seines Arbeitgebers gestohlen und auf einer Internetplattform verkauft. Am Dienstag wurde er im Amtsgericht Marienberg wegen Diebstahls in 36 Fällen schuldig gesprochen.

Angefangen hatte er 2014, drei Jahre, nachdem er als Mechatroniker und Instandhalter bei einer Firma in der Region angefangen hatte. Seine Aufgabe: Maschinen warten und reparieren. Aus diesem Grund hatte er Zugang zum Ersatzteillager. Er glaubte zu wissen, welche Teile nicht mehr gebraucht würden. Aus Dummheit habe er diese dann im Internet inseriert, so der Angeklagte. Zum Teil "Lagerleichen", aber nicht nur: "Ich hatte kein Muster." Schließlich stellte er Hunderte Artikel auf der Verkaufsplattform ein. Erst nach einem Verkauf stahl er diese aus dem Lager. 36 Bauteile im Gesamtwert von 8315 Euro wechselten so die Besitzer. Darunter waren etwa eine Lithium-Zelle mit einem Wiederbeschaffungswert von nur 23 Euro, aber auch fünf Teile im Gesamtwert von 4879 Euro, die er im Dezember 2017 veräußerte. Damals seien viele große Rechnungen ins Haus geflattert, etwa für Auto, Kinderzimmer und Hausbau. Im Januar danach flog er auf. Richter Toralf Kliemt rechnete ihm positiv an, dass er sich daraufhin um Wiedergutmachung bemühte. Die Firma konnte diese fünf Teile von seinem Käufer zurückkaufen, der Angeklagte zahlte seinen Gewinn von 1400 Euro zurück.

Den Job war er trotzdem los. "Wir haben sehr viel auf Eigenverantwortung gebaut", erklärte der Werksleiter, der als Zeuge vernommen wurde, wie es zu den Diebstählen kommen konnte. Die Teile wurden verbucht - ob sie auch verbaut wurden, wurde nicht kontrolliert. Zu Engpässen oder Ausfällen sei es nicht gekommen. Inzwischen setzt die Firma Barcodes ein, um kontrollieren zu können, wer was wo verbaut.

Der Angeklagte hat einen neuen Job gefunden, verdient aber deutlich weniger. Er verneinte, erneut gefährdet zu sein: "Ich werde täglich mit den Teilen konfrontiert, aber ich habe daraus gelernt." Dass er geständig war und zuvor nie straffällig geworden war, wirkte strafmildernd. "Ich glaube ihnen die Reue", sagte der Richter. Er verhängte eine Strafe von 200 Tagessätzen zu je 40 Euro, zudem werden die ausstehenden 3132 Euro eingezogen. Der Angeklagte trägt die Kosten des Verfahrens. Das Urteil ist rechtskräftig. "Ich bin fest überzeugt, dass sie künftig ihren Job machen und sich um ihre Familie kümmern werden und wir uns nicht wiedersehen", so Kliemt.

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