Ehemaliger Bahnhof an der B 174 verkommt zur Müllkippe

Nach langen Querelen haben die Behörden das Problem an der Grenze in Reitzenhain in den Griff bekommen. Der Ärger über illegale Müllentsorgung entlang der viel befahrenen Transitstrecke hört dennoch nicht auf.

Gelobtland/Reitzenhain.

In wenigen Jahren sollen Touristen und Einheimische erstmals auf dem aktuell in der Planung befindlichen Radweg von Marienberg nach Reitzenhain radeln dürfen. Die Trasse entlang der stillgelegten Bahnschienen führt dann auch vorbei am ehemaligen Bahnhofsgelände Gelobtland. Doch das Bild, das sich derzeit dort bietet, ist alles andere als einladend. Illegal abgelagerter Müll verschandelt das Areal.

Ein neuer Ort, doch ein altes Problem entlang der Bundesstraße 174. Zuletzt geriet der Grenzübergang in Reitzenhain immer wieder in die Schlagzeilen. Die Stellflächen dort nutzen Trucker zum Parken auf der viel befahrenen Transitstrecke zwischen Tschechien und Chemnitz. Und sie verschmutzten jahrelang das Gelände mit Abfall und anderen Hinterlassenschaften - in enormen Größenordnungen. Allein im zurückliegenden Jahr sammelte die zuständige Straßenmeisterei Zöblitz Müll im Umfang von 143 Containern mit einem Fassungsvermögen von jeweils 2,5 Kubikmetern, teilt Landratsamt-Sprecher Stefan Pechfelder mit. Bei einer Großreinigung mit Saugbagger kamen weitere 5,83 Tonnen Müll hinzu. Für 2019 fielen bis September im gleichen Bereich bereits 136 Container Müll an.

Mittlerweile scheint sich das Problem zu verlagern. Am alten Verladebahnhof beim Abzweig nach Gelobtland machen die Lkw-Fahrer ebenfalls ihre gesetzlich vorgeschriebenen Pausen. Doch das Areal verkommt zur Müllkippe. Leere Flaschen, Plastikmüll und weiterer Unrat liegen verstreut hinter der Laderampe, berichtet Herfried Neuwir-ther, der beruflich viel in der Region unterwegs ist. Doch ebenso Einheimische würden Altreifen, Elektronikschrott, Bauschutt und Asbest illegal ablagern.

Eigentümer des Geländes ist die Stadt Marienberg. "Uns ist das Problem bekannt", bestätigt Stadtsprecherin Gisela Clausnitzer. "Leider handelt es sich dabei um wiederkehrende Müllablagerungen und starke Verschmutzungen, die der bekannten Tatsache geschuldet sind, dass entlang der Transitstrecke nach Tschechien keine offiziellen Rastplätze zwischen Chemnitz und dem Grenzübergang vorhanden sind." Zwar würden Mitarbeiter des Bauhofs das Areal im Rahmen ihrer Möglichkeiten säubern. Doch es komme ständig wieder neuer Müll hinzu. "Zudem sind die ekligen Zustände eine Zumutung", ärgert sich Gisela Clausnitzer. Eine Sperrung des Geländes würde das Problem ebenfalls nicht lösen, sondern nur verlagern.

Dem kann Herfried Neuwirther nur zustimmen: "Entlang der gesamten B 174 sieht es nicht einladend aus, auch in unmittelbar angrenzenden Waldgebieten nicht." Er wünscht sich, dass sich Vertreter aller für die Bundesstraße zuständigen Behörden an einen Tisch setzen, um an einer Lösung zu arbeiten.

Am Grenzübergang hingegen ist eine Lösung nicht nur in Sicht, sondern auch erkennbar, nachdem die Stadt Marienberg als damaliger Eigentümer hartnäckig mit Freistaat und Landesamt verhan- delt hatte. Schließlich konnte unter den Behörden geklärt werden, wer künftig zuständig für die Stellflächen ist. Seit einer Reinigung Anfang August ist das Areal mittlerweile sauber geblieben. Und der Umbau zu einer provisorischen Rastanlage ist ebenfalls in vollem Gange. Die alten Kontrollgaragen wurden bereits abgerissen. Aktuell erfolgen Sanierungsarbeiten am künftigen Sanitärtrakt. Läuft alles nach Plan, könnte der 180.000 Euro teure Rastplatz mit WC noch Ende dieses Jahres in Betrieb gehen. (mit geom/jwen)

Bewertung des Artikels: Ø 4 Sterne bei 3 Bewertungen
2Kommentare
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  • 4
    4
    Interessierte
    22.10.2019

    So sieht es auch bei uns hier in Chemnitz in den Büschen , Hecken und Baumscheiben auch überall aus - seit ein paar Jahren ist das ganz schlimm ...

  • 10
    1
    HundG
    22.10.2019

    Alle reden von "viel befahrener Transitstrecke" auf der B174, obwohl laut EU Verkehrsplanung TEN/TEC der Transit von Prag über die A17 geroutet werden soll.
    Naja, solange unsere Lobbyisten der PTV group (100% Porsche) mittels "map&guide" das Routing für Spediteure von Prag nach Leipzig über Chomutow als beste, billigste Strecke ausweisen und das Land & deren Kommunen die Strecke attraktiv machen, wird sich wohl nix ändern.



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