Ehepaar verbringt Hochzeitstag mit den Prinzen

Küssen diesmal nicht verboten: Die Popband hat am Freitagabend ein Konzert in der St. Marienkirche gegeben. 700 Besucher zeigten sich textsicher. Und waren am Ende begeistert.

Marienberg.

Die Ankündigung kurz vor Konzertbeginn sagte vieles aus: "Willkommen zur königlichen Audienz bei den Prinzen". Und anstehen mussten die knapp 700 Besucher am Freitagabend bis weit in die Marienstraße hinein, um in die St. Marienkirche zu kommen. "Wir haben die CD's zu Hause und kennen die Prinzen seit Nach-Wende-Zeiten", erzählten Ines und Torsten Köthe aus dem Marienberger Ortsteil Gebirge, die darüber hinaus einen besonderen Grund hatten, sich zu freuen: "Wir sehen die Prinzen heute zum ersten Mal, wir haben uns die Karten zu Weihnachten geschenkt und wir feiern heute unseren 28. Hochzeitstag."

Die Prinzen waren damals, Anfang der 1990er-Jahre Balsam für die angeschlagenen Seelen der Ostdeutschen: Fünf junge Leipziger, die mit ihrem Können und mit ihren Stimmen Erfolg hatten - und auch jenseits der alten Grenze rockten. "Die Prinzen waren ein Phänomen, die haben auch im Westen eingeschlagen", erinnerten sich Ines und Torsten Köthe.

Entsprechend hoch waren die Erwartungen am Freitag. "Hoffentlich singen sie nicht nur ihre Popsongs", sagte eine Pobershauerin, noch bevor das erste Lied erklang. Ihr Wunsch wurde erfüllt, wenn auch nur für kurz. Mit dem Kirchenlied "Ein feste Burg ist unser Gott", a capella gesungen, begannen Die Prinzen ihr knapp zweistündiges Konzert. Danach folgte Hit auf Hit. "Mann im Mond", "Alles mit'm Mund" und "Gabi und Klaus". Mit dem Song "Es war nicht alles schlecht", streichelten die fünf Leipziger die ostdeutsche Seele, zwischendurch wurde Tobias Künzel, der Blonde, der schlanker ist als Sebastian Krumbiegel, gefeiert, weil er Geburtstag hatte.

Neue Lieder wurden vom Publikum artig beklatscht, aber so richtig ging die Post ab mit dem Dreiklang kurz vor Schluss: "Millionär", "Küssen verboten" und "Alles nur geklaut". Das Publikum sang lauthals mit und applaudierte im Stehen.

"Dass es so gut werden würde, hatte ich nicht gedacht. Die sprechen mit ihrer Musik aus ihrem Herzen", sagte Ines Köthe, und Conny Jahn, die mit Kerstin Oestreich-Solitair und Mandy Fritzsch auch aus Gebirge gekommen war, ergänzte: "Das war ganz toll. Die Jungs sind total authentisch und haben mich beeindruckt. Ich werde wieder zu einem Konzert der Prinzen gehen."

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