Ein echtes Wasserrad fürs Abenteuerbergwerk

Drei Enthusiasten wollen in Deutschkatharinenberg das Thema Bergbau noch anschaulicher werden lassen. Ab Sonntag kann sich das jedermann anschauen.

Deutschkatharinenberg.

Wasserräder und Pumpen haben schon in früheren Zeiten das Wasser aus den Stollen befördert, damit der Bergmann in der Tiefe arbeiten konnte. Mit Hochachtung sprach er schon damals von Wasserkunst. Wie genau das funktionierte, ist ab dem 13. Oktober im Abenteuerbergwerk "Fortuna-Stolln" in Deutschkatharinenberg zu sehen.

Knut Beyer und sein Vater Frank sind mit Bergführer Jens Wagner dabei, eine neue Wasserkunst in der alten Radstube aufzubauen. Das Wasserrad misst zweieinhalb Meter im Durchmesser und verfügt über 24 Schaufeln. Angetrieben wird damit eine Pumpe. "Wir haben das Wasserrad aus Eichenholz gebaut. Das ist sehr robust und widerstandsfähig", erklärt Knut Beyer. Das erste Wasserrad des Stollens wurde für das Jahr 1740 nachgewiesen. Das hatte noch nahe dem ehemaligen Huthaus über Tage gestanden. Erst das zweite stand unter Tage. Der Ort ist ebenfalls überliefert. "Es befand sich in der Radstube, in der auch unser neues Wasserrad zu bestaunen ist", hat Knut Beyer recherchiert.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts drehte sich mit dem dritten Exemplar noch ein echter Koloss mit einem Durchmesser von zehn Metern im Schacht. Davon zeugen auch heute noch die Spuren im Gestein. "Diese Größe selbst zu realisieren, würde unsere Möglichkeiten sprengen", stellt Jens Wagner fest. Seine Frau Mandy ist die Pächterin des Abenteuerbergwerks. Eine fünfstellige Summe fließt in das Vorhaben, wobei noch etwa 4000 Euro fehlen. Der Grund für diese Investition liegt für die Wagners auf der Hand. "Wir wollen diese uralten Techniken erlebbar machen, damit sie nicht vergessen werden", sagt der Deutschneudorfer. Die im Vergleich zum zehn Meter großen Exemplar abgespeckte Variante bringt sogar noch einen entscheidenden Vorteil mit sich. "Sie ist übersichtlicher und so für unsere Führungen besser geeignet", erklärt er.

Die Idee schlummerte schon lange in ihm. Gemeinsam mit seinem Freund Knut Beyer hat er sie weiterentwickelt. Letzterer ist Spielzeugmacher, der Umgang mit Holz ist ihm also vertraut. Der historische Bergbau interessiert ihn schon viele Jahre. Mit dem Bau des Wasserrades konnte er sich aktiv in die Aufwertung des Bergwerks einbringen.

Das erste Mal ganz offiziell in Betrieb gehen wird das neue Wasserrad am 13. Oktober, 12 Uhr. Danach wird es in jede Führung einbezogen. Das Huthaus ist dienstags bis sonntags von 10.30 bis 16 Uhr geöffnet. Führungen durch das Abenteuerbergwerk finden dienstags bis sonntags 10.30 Uhr, 12 Uhr und 13.30 Uhr statt. Samstags und sonntags gibt es 15 Uhr eine zusätzliche Führung. Weitere Vereinbarungen sind unter der Telefonnummer 037368 12942 möglich. www.fortuna-bernstein-

deutschneudorf.de

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