Ein-Mann-Wahl: Ingolf Wappler setzt sich gegen 49 Bürger durch

Bei der Abstimmung über ihren Bürgermeister haben die Pockau-Lengefelder die leeren Zeilen auf dem Stimmzettel rege genutzt. Doch das Ergebnis fiel am Ende eindeutig aus.

Pockau-Lengefeld.

Ingolf Wappler hat sich bei der Bürgermeisterwahl gegen 49 Konkurrenten durchgesetzt. Das ist die Anzahl der Personen, deren Namen am Sonntag in die freien Zeilen der Stimmzettel eingetragen wurden. Weil Wappler der einzige Kandidat in Pockau-Lengefeld war, hatten Wähler die Möglichkeit, andere Personen ins Rennen zu schicken, indem sie deren Namen aufschrieben. Laut Holger Stopp, Leiter des Wahlausschusses, nutzten 106 Bürger diese Möglichkeit auf gültige Art und Weise. Dabei wurden 19 Namen doppelt oder mehrfach genannt, 30 nur einmal.

Aufgrund dieser Regelung zog sich die Auszählung am Sonntagabend etwas länger als üblich hin. Gegen 21.15 Uhr stand Stopp zufolge das vorläufige Ergebnis fest: Ingolf Wappler ist zum neuen Bürgermeister gewählt worden - und zwar mit einer deutlichen Mehrheit von 95,3 Prozent der Stimmen. In den Ortsteilen Reifland und Lippersdorf waren es sogar 100 Prozent. "Vom Ergebnis bin ich überrascht und freue mich natürlich sehr darüber. Diese große Zustimmung ist für mich Ansporn für die nächsten sieben Jahre", sagte Ingolf Wappler nach Verkündung des vorläufigen amtlichen Endergebnisses. 2434 der 6491 Wahlberechtigten hatten ihre Stimmzettel abgegeben, davon waren 2264 gültig. Dies entspricht einer Beteiligung von 37,5 Prozent. Auch mit dieser Zahl war Wappler zufrieden. In anderen Gemeinden Sachsens, in denen nach ähnlichem Modus gewählt wurde, hätte sich nur jeder Vierte zur Wahl begeben.

Alfons Schauer erhielt 24 Stimmen. Der Bauleiter aus Horstmar (Westfalen) hatte sich von der CDU aufstellen lassen wollen. Weil Schauer aber erst kurz vor Ablauf der Meldefrist erfuhr, dass seine Partei nicht mitspielt, fehlte ihm die Zeit, um Unterschriften für eine Einzelkandidatur zu sammeln. Weitere zehn Stimmen gingen an Ehrenfried Lorenz (CDU), der den alten Bürgermeister Heiko Friedemann (CDU) zeitweise vertrat, als der wegen Krankheit nicht arbeiten konnte.

Noch ist das Wahlprozedere nicht vollständig abgeschlossen. Am 12. November werden die Zahlen im Pockau-Lengefelder Amtsblatt bekanntgegeben, danach sind Einsprüche möglich. Parallel dazu wird das Landratsamt die Wahl auf formale Richtigkeit kontrollieren. Erst nach der Genehmigung steht das Ergebnis unumstößlich fest.

Als Ziele für die kommenden Jahre nannte Wappler gestern zum Beispiel den Breitbandausbau. Darüber hinaus sollen Straßen erneuert werden, etwa die Kirchgasse in Lengefeld oder die Ringstraße in Pockau - vorausgesetzt, es fließen Fördermittel. Nicht zuletzt wolle Wappler die Planung und den Umbau des Kulturparks vorantreiben. (mit faso)


Kommentar: Strahlender Sieger

Auf dem ersten Foto nach der Bürgermeisterwahl sieht man ihn strahlen wie nur selten: Ingolf Wappler hat es geschafft - und das mit deutlicher Mehrheit. Nachdem er bei den vergangenen Kandidaturen unter ferner liefen gelandet war, erhielt er nun 95,3 Prozent der Stimmen. Sicher: Er war der einzige Bewerber. Aber die Wahlbeteiligung war angesichts der Umstände relativ hoch. Das Vertrauen vieler Wähler ist offenbar da. Nun muss Wappler zeigen, dass er es verdient hat. Denn in dem klaren Votum spiegelt sich auch der klare Wunsch der Menschen wider, dass es in Pockau-Lengefeld vorangeht. Dass Pockau und Lengefeld weiter zusammenwachsen. Und dass jemand im Rathaus sitzt, der auf die Probleme der Leute reagiert - und nicht nur zur rechten Zeit sein Gesicht in die Kamera hält.

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