Ein Riese hilft im Heimatkundeunterricht

Der Heimatverein Grünhainichen hat zusammen mit Kindern aus der Grundschule der Gemeinde einen Flyer entworfen: Ein Faltblatt, das es in dieser Form noch nicht gegeben hat.

Waldkirchen.

Die Mädchen und Jungen der Grundschule Waldkirchen werden im Heimatkundeunterricht künftig vom Riesen Schlori an die Hand genommen. In einer Sage heißt es, dass er vor vielen Hundert Jahren zusammen mit seinen Söhnen und Töchtern die Landschaft rund um den Schellenberg geschaffen haben soll. Die Abenteuer, die die Riesenfamilie damals erlebte, sollen heute Kindern aus Grünhainichen, Borstendorf und Waldkirchen dabei helfen, ihre Heimat kennenzulernen.

Vor etwa einem Jahr hatte Sarah Schneider die Idee für einen Flyer für Kinder mit Wissenswertem über alle drei Ortsteile. Kindgerecht gestaltet natürlich. "Wer sollte das besser hinbekommen als die Kinder selbst", so die Vorsitzende des Heimatvereins Grünhainichen weiter. Mit Kornelia Jirschik fand Sarah Schneider sofort eine Verbündete. Im April machte sich die Lehrerin der Grundschule Waldkirchen mit ihrer Arbeitsgemeinschaft Junge Reporter an die Arbeit.

Im Rahmen des Ganztagesangebotes trafen sich fortan fünf Mädchen und Jungen aus der vierten Klasse einmal in der Woche, um über Aussehen und Inhalt des Flyers zu beraten und die Ideen nach und nach umzusetzen. "Die Kinder waren mit viel Eifer bei der Sache und brachten Dinge ein, an die Erwachsene so nicht unbedingt gedacht hätten", berichtet Kornelia Jirschik.

Es entstanden drei Kurzporträts der Ortsteile. In Wort und Bild. Beim Illustrieren des Flyers griff der Malzirkel des Heimatvereins den jungen Reportern unter die Arme. So setzte etwa dessen Leiterin Regina Sieber die Ideen der Kinder mit Pinsel und Farbe um: unter anderem ein Schachbrett, einen Engel, eine Figur aus der Hüttenknappschaft Blaufarbenwerk. Dazu viel Grün und Wald sowie zwei Flüsse. "So ist erstmals ein Bild entstanden, auf dem alle drei Ortsteile der Gemeinde zu sehen sind", sagt Sarah Schneider.

Die Idee für die Gestaltung des Deckblattes hatte Finn Uhlig. Bei der Umsetzung ging dem heutigen Fünftklässler aus Börnichen Malzirkel-Mitglied Gunter Hübler zur Hand. Es zeigt eine Szene aus der auf dem Flyer abgedruckten Sage vom Riesen Schlori, im Hintergrund eine Karte der Region.

Für die letzten beiden Seiten des vierteiligen Faltblattes haben sich die neun- und zehnjährigen Mädchen und Jungen noch etwas Besonderes einfallen lassen. Ein heimatliches Wortsuche-Rätsel sowie einen Aufruf zu einem Malwettbewerb: "Mal uns ein Bild von deinem schönsten Erlebnis in unseren Orten." Das Blatt kann abgetrennt und als Postkarte an die Gemeinde geschickt werden. "Unter allen Einsendern werden Preise verlost", sagt Sarah Schneider.

Im Dezember war es dann so weit. "Da hatten wir den fertigen Flyer zum ersten Mal in der Hand. Die Kinder konnten sich zu Recht auf die Schulter klopfen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen", sagt Kornelia Jirschik. Den Druck einer ersten Auflage von 5000 Stück hatte eine ortsansässige Druckerei übernommen. Finanziert wurde das Projekt unter anderem durch ein Preisgeld in Höhe von 700 Euro, das der Heimatverein im vergangenen Jahr bei einem Wettbewerb des Vereins zur Entwicklung der Erzgebirgsregion Flöha- und Zschopautal gewonnen hatte.

Zum Einsatz kommt der Flyer "Kinder unterwegs in der Gemeinde Grünhainichen" nun im Heimatkundeunterricht ab der zweiten Klasse. "In der Klassenstufe vier, wenn Sagen auf dem Lehrplan stehen, wird er ebenfalls verwendet", sagt Kornelia Jirschik. Für Gäste der Gemeinde ist er ebenfalls erhältlich. Übrigens nicht nur für Kinder - oder hätten Sie gewusst, warum die Flöha Flöha heißt und die Zschopau Zschopau? Richtig: Das sind die Vornamen der beiden wunderschönen Töchter des Riesen Schlori!

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