Ein Wanderweg zu Ehren Anton Günthers

Vor 25 Jahren rückten Sachsen und Böhmen ein Stück enger zusammen - durch ein neues Angebot für Wanderfreunde. Die Tschechische Post würdigt das Jubiläum.

Johanngeorgenstadt/Rittersgrün.

Am 16. September 2020 ist es genau 25 Jahre her gewesen, dass der Anton-Günther-Wanderweg eingeweiht wurde - der erste grenzüberschreitende Wanderweg in den neuen Bundesländern. An jenem Tag 1995 machten sich etwa 600 Wanderfreunde auf eine Erstbegehung von Horni Blatna nach Johanngeorgenstadt, wo sie dann an der Einweihungsfeier teilnahmen. Seither trägt der Weg den Namen Anton Günther, erinnert so an den Heimatdichter und Liedsänger in erzgebirgischer Mundart. Der Volksmusikant hatte diese heimatlichen Wege häufig genutzt, um zu Liederabenden in Orten auf sächsischer und böhmischer Seite der Grenze zu gelangen.

Die Idee zu einem sächsisch-böhmischen Wanderweg setzte der Erzgebirgsverein über ein Projekt der Euregio Egrensis mit tschechischen Kommunalpolitikern wie Willy Schneider, damals Bürgermeister von Horni Blatna/Bergstadt Platten, und mit tschechischen Wanderführern um. Verdient machten sich dabei der damalige Bundesvorsitzende des Erzgebirgsvereins, Wolfgang Kraus, Bürgermeister von Johanngeorgenstadt, sowie die Wanderführer und Mitorganisatoren Günther Adler und Reinhart Heppner.

Inzwischen ist es etwas ruhiger um diesen Rundweg, der seinerzeit unter Mitarbeit von rund 20 ABM-Kräften angelegt wurde. Sie brachten Wegweiser und Markierungen an, legten Aussichtspunkte an und entfernten teilweise Strauchwerk.

Die Tschechische Post gibt zum Wanderweg-Jubiläum einen Sonderbriefmarkenbogen heraus. Er zeigt die erste Briefmarke der Tschechoslowakei nach ihrer Gründung 1918. Motiv: die Silhouette der Prager Burg mit Dom. Die neue Wertstufe "B" gilt für Economy-Beförderung eines bis 50 Gramm schweren Standardbriefs im Inland. Gestalter der historischen Marke war Alfons Mucha (1860-1939) - ein Grafiker, der als herausragender Repräsentant des Jugendstils bekannt ist und viele Bilder, Plakate und Dekorationen schuf. Die Zierfelder des einmaligen Bogens zum Wanderweg-Jubiläum zeigen Anton Günther als Wandersmann, dazu den Schriftzug "25 Jahre Anton-Günther-Weg" und die Ortsangabe Gottesgab. (mit hjk)

Der postfrische Bogen kann über den Verein Partnerschaftskomitee Rittersgrün zu 16 Euro + 2 Euro Verpackung bestellt werden. Anschrift: Partnerschaftskomitee, Arnoldshammer 3, 08359 Breitenbrunn, OT Rittersgrün. E-Mail: arnoldshammer@t-online.de.


Strecke beiderseits der Grenze

Der rund 65 Kilometer lange Anton- Günther-Wanderweg verläuft vom böhmischen Gottesgab, wo der bekannte Dichter und Sänger lebte und auch begraben wurde, in Richtung Plessberg, weiter nach Abertham und über den Plattenberg nach Breitenbach. Hier geht es über die Grenze wieder nach Sachsen. Von Johanngeorgenstadt aus wird über Rittersgrün und Tellerhäuser Oberwiesenthal erreicht, von wo es nicht mehr weit bis zum Ausgangsort ist. Der Weg wurde mit zweisprachigen Tafeln versehen. Ein spezieller Wanderführer dient der Orientierung. Auch Wanderpass und Wanderabzeichen wurden für den Anton-Günter-Wanderweg gefertigt. (stl)

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