Eine Ära geht zu Ende

Beim Marienberger Carnevalsverein gibt ein langjähriger Wegbereiter die Präsidentschaft ab. Frank Müller macht Platz für jüngere Leute.

Marienberg.

An der Spitze des Marienberger Carnevalsvereins MCV hat es einen Wechsel gegeben. Nach 20 Jahren im Vorstand und 17 Jahren Präsidentschaft ist Frank Müller zur turnusmäßigen Wahl nicht mehr angetreten. Mike Fromme wurde von den anwesenden Mitgliedern mit dem Amt des Präsidenten, das gleichzeitig auch dem des Vereinsvorsitzenden entspricht, betraut.

Drei Jubiläen haben Frank Müller zu seiner Entscheidung bewogen, Platz für jüngere Leute zu machen. Dieses Jahr feiert der MCV sein 35-jähriges Bestehen. Er selbst zählte 20 Jahre zum Vorstand und wird schon bald seinen 60. Geburtstag feiern. Bei Mike Fromme weiß er den Verein in guten Händen. "Er ist immer ein sehr aktives und fleißiges Mitglied gewesen", sagte der scheidende Präsident. Überhaupt könne sich der Verein vor allem in den letzten Jahren auf ein zuverlässiges "Mittelalter" verlassen, denn überaltert ist der MCV keineswegs.


In die Vereinsgeschichte eingehen wird Müller wohl als der singende Präsident. Bei zahllosen Gelegenheiten und Veranstaltungen beeindruckte er mit seiner Stimme das Publikum. Gern erinnert er sich an die Auftritte beim Tag der Sachsen, der 2006 in Marienberg stattfand. Bereits im Jahr zuvor hatte er mit dem Männerballett auf der Bühne des Tags der Sachsen in Weißwasser gestanden, wo Marienberg den Staffelstab überreicht bekam. Damals sang er zum ersten Mal das "Sachsenlied", das er gemeinsam mit Jan Egdmann geschrieben hatte. Eine große Ehre war für Frank Müller die Auszeichnung des MCV mit der Ehrenplakette der Stadt Marienberg in Weiß 2008.

Auch die Präsidententreffen des Verbandes Sächsischer Carneval werden ihm immer in guter Erinnerung bleiben. "Das sind immer sehr gute Gelegenheiten, gemeinsam über den jeweiligen Tellerrand zu blicken und zu erfahren, was andere Vereine so machen", erklärte Müller. Die Freundschaft mit dem Bischofswerdaer Karnevalclub bescherte den Marienbergern regelmäßige Besuche bei den Treffen der Oberlausitzer Vereine. Auch das habe ihm immer viel Spaß bereitet. Der MCV war dabei stets der einzige anwesende Verein aus dem Erzgebirge.

Es gab in den vergangenen Jahren aber auch schwere Stunden. Eine davon war der plötzliche Tod des ehemaligen Präsidenten Rainer Meyer. "Er war leider nicht der einzige, den wir betrauern mussten", so Müller. Trotzdem habe der Verein immer fest zusammengestanden.

Ganz zurückziehen möchte er sich zukünftig nicht. Er bleibt im Verein und weiter aktiv, will mit Rat und Tat zur Seite stehen. Gelegenheiten wird es viele geben, sei es das Mitwirken am Programm oder die Umsetzung der ersten Beschlüsse, mit der der Verein jedes Jahr eine Kindereinrichtung aktiv unterstützt. Schwierig wird es für ihn ganz sicher, das Zepter einfach so abzugeben. Dazu trug er zu lange Verantwortung. "Ich werde lernen müssen, mich zurückzunehmen", sagte der 59-Jährige.

Mike Fromme freute sich über das Vertrauen der Mitglieder, die ihn zum neuen Präsidenten wählten. "Ich nehme ein sehr gutes Erbe an und tue alles, damit der Verein zukünftig vorankommt", sagte der 51-Jährige. Er weiß, dass er sich auf die aktive Unterstützung seitens der Mitglieder verlassen kann. "Wir ziehen alle an einem Strang. Das soll auch so bleiben", so der Niederlautersteiner.

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