Eine einzige Stimme entscheidet Wahl

Marienbergs Stadtrat hat am Montagabend über den Posten des Stellvertreters des Oberbürgermeisters entschieden. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen - mit einem Wechsel.

Marienberg.

Erste Versammlung, erste wichtige Entscheidungen: Der am 26. Mai neu gewählte Stadtrat von Marienberg ist am Montagabend zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Neben der künftigen Besetzung der Ausschüsse stand vor allem ein Thema im Mittelpunkt: die Wahl des Stellvertreters von Oberbürgermeister André Heinrich (parteilos). Letztlich entschied eine einzige Stimme über die Besetzung des Postens.

Bei der Verwaltung waren im Vorfeld zwei Vorschläge eingegangen. Mit Uwe Theml von der Fraktion Bürger für Marienberg stellte sich der bisherige Amtsinhaber erneut zur Wahl. Seine zwei Beweggründe: die Bitte seiner Fraktion, erneut anzutreten, sowie seine Erfahrung, die er bislang sammeln konnte. Theml sitzt seit 1990 im Stadtrat, seit 1994 bekleidet er den Posten des ehrenamtlichen stellvertretenden Stadtchefs. Dabei habe er sich stets als Vermittler zwischen Stadtrat und Verwaltung verstanden, sagt Theml.


Gegen ihn trat Roy Müller an. Das Fraktionsmitglied der Freien Wählergemeinschaft ist neu im Gremium und gehört mit 39 Jahren zu den jüngsten Volksvertretern. Trotzdem traue er sich das Amt zu - vor allem wegen seiner Verwaltungserfahrung als Finanzwirt.

Da sich mit Uwe Theml, Roberto Jahn (Bürger für Marienberg) und Wolfgang Härtel (CDU) drei Räte gegen eine offene Abstimmung aussprachen, wurde die Wahl geheim vorgenommen. Der erste Durchgang brachte keine Entscheidung. Bei einem leeren und einem ungültigen Stimmzettel hieß es 12:12-Unentschieden. Beim zweiten Wahlgang erhielt Uwe Theml erneut 12 Stimmen, Roy Müller 13, ein Wahlzettel blieb leer.

Damit war der durchaus überraschende Wechsel perfekt. Schließlich bilden die Bürger für Marienberg mit zehn von 27 Sitzen - einschließlich dem des Oberbürgermeisters - die stärkste Kraft im Stadtrat. Uwe Theml gratulierte seinem Nachfolger. André Heinrich sagte zu dem ersten Amtswechsel seit 25 Jahren, dass Roy Müller große Fußstapfen ausfüllen dürfe.

2015 war Müller noch gegen Heinrich bei der Oberbürgermeisterwahl angetreten. Im zweiten Wahlgang, zu dem sich mit Andreas Haustein und Marion Fritzsch zwei weitere Kandidaten nicht mehr gestellt hatten, setzte sich Heinrich mit 70,5 Prozent durch. Vor der Wahl des Stellvertreters des Oberbürgermeisters am Montag gelobten alle 25 anwesenden Stadträte - Matthias Ullmann fehlte entschuldigt -, zum Wohle der Bergstadt und ihrer Bürger zu handeln.

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