"Einheitsbuddler" lassen sich vom Wetter nicht schrecken

Eine Idee zum Baumpflanzen aus Schleswig-Holstein hat auch im Erzgebirge Anhänger gefunden. Die setzten in Rübenau auf Qualität.

Rübenau.

Die Kampagne "Einheitsbuddeln" ist eine Initiative der Schleswig-Holsteinischen Landesregierung anlässlich des Tages der Deutschen Einheit ins Leben gerufen. Sie hat auch im Erzgebirge Widerhall gefunden. Die Kreistagsfraktion sowie der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen im Erzgebirge beteiligten sich an der Aktion und riefen zur Pflanzaktion in Rübenau auf.

15 Freiwillige beteiligten sich daran und setzten 13 Obstgehölze sowie zwei Holundersträucher in die Erde. Obstbäume auf dem Erzgebirgskamm? "Es gibt Aufzeichnungen von früher, in denen von Obstbäumen in Rübenau die Rede ist", sagte Kai Meister, der gemeinsam mit seinem Kreistagskollegen Thomas Walther zu dieser Aktion in Rübenau aufgerufen hatte. Gepflanzt wurden die Bäume, darunter Kirsche, Birne, Eberesche und Apfel auf Pflege- und Entwicklungsflächen des Vereins Natura Miriquidica. Mitglieder der Kreistagsfraktion sowie der Kreisverband der Bündnisgrünen im Erzgebirge hatten sie gespendet.

Bei den Gehölzen setzten die Organisatoren auf Qualität. "Wir nehmen keine Bäume vom Discounter, die manchmal angeboten werden. Wir haben sie von einer Freiberger Baumschule. Sie sind acht Jahre alt und wurden in dieser Zeit mehrfach umgesetzt. Die Gehölze sind widerstandsfähig und haben gute Chancen, auch hier auf dem Erzgebirgskamm zu wachsen", erläuterte Kai Meister.

Auch die "Einheitsbuddler von Rübenau" bewiesen Widerstandsfähigkeit. Sie trotzten böigem Wind und teilweise sehr kräftigem Regen. Zudem pflanzten sie die Bäume nach allen Regeln der Kunst unter Zugabe von verrottetem Kompost und jeweils unter Verwendung eines Dreibocks. Die Bäume wurden mit Teilen alter Sicherheitsgurte fixiert. Insgesamt sind 25 Bäume für die Pflanzaktion gespendet worden, eingepflanzt wurden erst einmal nur die ohne Wurzelballen. "Wir haben noch mehr Stellen für die anderen Bäume. Sie werden in den kommenden Tagen gepflanzt", erzählte Kai Meister.

"Es war kalt, nass, windig und richtig gut", schätzten Ute Köhler aus Marienberg und die Olbernhauerin Ramona Krönert die Pflanzaktion ein. Wenn so viele mitmachen, sagten die Frauen, sei der Erfolg schnell zu sehen, und es mache auch bei widrigem Wetter Spaß.


Im Verein engagiert

Ines Limmer wird immer wieder der Unterschied zu ihrem Wohnort Drebach bewusst, wenn sie nach Rübenau kommt. "Das ist einfach ein ganz anderes Klima, viel rauer und härter", sagte die 45-Jährige. Sie ist Vereinsmitglied und als solches mindestens einmal pro Monat im und am Haus der Kammbegegnungen, der Heimstatt des Vereins Miriquidica. "Die Pflanzaktion, ich habe eine Eberesche gepflanzt, heute war richtig gut - trotz oder vielleicht auch wegen des Wetters." Wegen ihres Sohns Iven hatte sie "mal mitgemacht" bei einer Vereinsaktion, und sie ist dabeigeblieben. Sie hat am Haus in Drebach, in dem sie mit Sohn Iven, Tochter Kyara und Ehemann Karsten wohnt, und im Garten eigentlich genug zu tun. Doch sie engagiert sich bei vielen Aktivitäten des Vereins. "So waren wir dieses Jahr zu Pfingsten mit Kanus auf der Eger unterwegs, auch beim Schneeschuhmarsch war ich dabei. Die Natur vor unserer Haustür ist so wunderschön, und gerade von Böhmen kennen wir viel zu wenig." (dit)


Ganz in Familie

Tim Natzschka hatte sich Hilfe mitgebracht. Seine Tochter Linda schaufelte mit kleinen Gartengeräten Erde in die Pflanzlöcher und versenkte Nägel in die Latten, die die Pfähle des Dreibocks fixierten. "Ich bin Mitglied bei den Grünen, deshalb ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, diese Aktion zu unterstützen", sagte der 33-Jährige, der gleich vier Bäume gespendet hatte - für jedes Familienmitglied einen. "Das sind neben Linda und mir meine Ehefrau Nicole und unsere Tochter Laura, die vor einem Monat geboren wurde", erzählte er. Die jüngere Tochter konnte noch nicht über eine Baumsorte bestimmen, dafür ihre Schwester. "Ich wollte unbedingt einen Baum in meiner Lieblingsfarbe Lila", sagte die Dreijährige. Sie pflanzte mit ihrem Vater einen Pflaumenbaum. Die Natzschkas wohnen in Lauterbach und hätten auf ihrem Grundstück genug Platz zum Bäume pflanzen. "Ich wollte Kai Meister unterstützen, weil ich weiß, dass die Bäume hier gut versorgt werden", so Tim Natzschka. (dit)


Von der Tochter inspiriert

Benno Schwarz trotzte wie die anderen Freiwilligen den heftigen Wind- und Regenböen auf dem Erzgebirgskamm. "Das ist nun einmal so und macht nichts", sagte der Marienberger, der von seiner Tochter Elody begleitet wurde. Die Zehnjährige half tatkräftig mit, gleich mehrere Gehölze einzupflanzen. "Wir haben zwei Holundersträucher, eine Birne und eine Vogelbeere gepflanzt", sagte der Marienberger zufrieden. Im Schwarzschen Grundstück stehen schon alle möglichen Gewächse. "Das sind unter anderem Japanischer Ahorn und Kirschbäume", erzählte der 49-Jährige. Elody ist seit der ersten Klasse Mitglied im Verein Natura Miriquidica, und über sie ereilte den Vater der Aufruf zur Pflanzaktion. "Das ist für mich heute ein optimal genutzter Feiertag. Wir haben Bäume gepflanzt und uns nützlich gemacht. Die Aktion ist gut und wichtig", so Benno Schwarz. Elody Schwarz ist häufig auf dem Kamm anzutreffen. Im Juli war sie Teilnehmerin des Sommercamps in Kühnhaide. (dit)

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...