Einwohner bringen neuen Vorschlag für Messanlage ein

Die in Deutschneudorf geplante Station kommt. Wo sie gebaut wird, steht allerdings noch nicht endgültig fest. Am Freitag haben sich etwa 30 Einwohner über den Stand der Dinge informiert.

Deutschkatharinenberg.

Nach wie vor sind vier Standorte für die in Deutschneudorf geplante Gasdruckregel- und Messanlage im Gespräch, für die bei der Landesdirektion Chemnitz das Raumordnungsverfahren läuft. Einer davon befindet sich am Salzweg, zwei am Kupferweg und einer am Forstweg. Über den Stand der Dinge informierte am Freitag Marco Breiding von der Firma Gascade in einer Einwohnerversammlung.

Die Deutschneudorfer sollen in die Entscheidung einbezogen werden. Skepsis herrscht bei den Anwohnern in erster Linie aus sicherheitstechnischen Gründen. Zu lebendig sind für einige vor allem ältere Deutschneudorfer noch die Bilder von der Explosion der Verdichterstation in Sayda am 4. Juli 1978. Obwohl die Fachleute garantierten, dass die neue Gasdruckregel- und Messanlage sicher sei, konnten sie nicht alle Ängste ausräumen. Gas ist brennbar und daher gefährlich, kam in der Diskussion seitens der Einwohner mehrfach zum Ausdruck. Gascade sichert eine 24-stündige Überwachung aller Anlagen zu. Alles, was irgendwie mit der Pipeline und der Station zu tun habe, werde ständig kontrolliert.

Die Station dient dazu, Mengen und Qualität des durchfließenden Erdgases zu messen. "Das Aufregendste, das hier passiert, wird das periodische Mähen des Rasens sein", so Marco Breiding. Ihm sei klar, dass Sicherheit Gefühlssache sei und er diese Ängste nicht vollends ausräumen könne. Eben aus Gründen der Sicherheit brachte der Deutschneudorfer Kai Weber einen fünften Standort-Vorschlag ins Gespräch. Dieser ist weiter vom Siedlungsgebiet entfernt und befindet sich weiter in Richtung Seiffen am Eber- hardsweg. Eine derzeit mit knapp 200 Unterschriften versehene Liste bekräftigt diesen Vorschlag. Den wollen die Deutschneudorfer nun ins Raumordnungsverfahren einbringen.

Marco Breiding versicherte, dass Gascade diesen Vorschlag wohlwollend prüfen werde. Matthias Zimmer, der bei der Landesdirektion für dieses Raumordnungsverfahren zuständig ist, bestärkte die Seiffener darin, alle Anregungen und Wünsche noch rechtzeitig einzubringen. Das ist bis zum 9. Februar möglich. Die entsprechenden Unterlagen liegen bis zum 2. Februar im Seiffener Rathaus und am 2. Februarim Deutschneudorfer Museum zur Einsicht aus. Das Raumordnungsverfahren sollte bis zum 13. Mai dieses Jahres abgeschlossen sein. Danach beginnt das Planfeststellungsverfahren. Mit dem Bau möchte Gascade Mitte 2018 anfangen. Sollte der neue Vorschlag, die Station am Eber- hardsweg zu bauen, nicht angenommen werden, dann sprechen sich die Unterzeichner für den Standort Forstweg aus. Allerdings sei gerade dieser sehr ungünstig für das Unternehmen. Dort sind erhebliche Erdarbeiten erforderlich. "Das haben wir anfangs enorm unterschätzt", so Marco Breiding. Matthias Zimmer sprach von 30.000 bis 40.000 Lkw,-Ladungen Erde und Gestein, die dann von der Baustelle abtransportieren müssten.

Gascade selbst bevorzugt den Kupferweg. Der liegt den Deutschneudorfern wiederum zu nah am Siedlungsgebiet. Kai Weber betonte nach der Veranstaltung, dass er froh sei, dass die Bevölkerung überhaupt in den Entscheidungsfindungsprozess einbezogen werde. "Wir fühlen uns ernst genommen. Das ist eine völlig neue Erfahrung in diesem Zusammenhang", so der Deutschneudorfer.

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