Ende November fallen erste Flocken

Wie sah der Monat in Dittersdorf und Olbernhau aus? Die beiden Hobbymeteorologen Jens Weißbach und Dirk Christoph haben ihre Beobachtungen dokumentiert.

Olbernhau/Dittersdorf.

Analysiert man die Statistik der Novembermonate, fällt bei Niederschlag (nur 0,7 Liter pro Quadratmeter) und Sonnenscheindauer (110 Stunden) zunächst der Monat vor neun Jahren aus dem Rahmen. Wenngleich solche Werte wohl noch lange als Spitzenreiter die Statistiken anführen werden, muss sich der diesjährige November in Olbernhau auch nicht verstecken. Genau bei diesen beiden Parametern steht er auf Platz zwei. Das bedeutet vor allem beim Niederschlag, dass in den zurückliegenden 70 Jahren in Olbernhau, außer eben 2011, kein November trockener war. An zehn Tagen fielen nur 13,1 Liter pro Quadratmeter. Beim Sonnenschein übertrumpfte er sogar den trüben Vormonat Oktober, dessen Tag im Schnitt um 1:45 Stunde länger ist.

Doch auch die Temperaturen können sich, zumindest in der ersten Dekade, sehen lassen. Während anderenorts am 2. November die Rekorde gebrochen wurden, schafften es die in Olbernhau gemessenen 17,5 Grad Celsius nicht ganz an die 18,1 Grad vom 16. November 2006 heran. Aber ungewöhnlich war diese Wärmeperiode zum Monatswechsel schon. Noch 22 Uhr an diesem 2. November zeigten die Thermometer in Olbernhau 17 Grad an. Vergleichbares sucht man in der Statistik der zurückliegenden 45 Jahre vergeblich. Drei Tage später schlug der erste nennenswerte Nachtfrost dieses Herbstes in Olbernhau zu. Klare kalte Nächte und vier wolkenlose und milde Tage am Stück - dort sammelte die Sonne einen Großteil ihrer Überstunden. Richtung Monatsende verstärkten sich zeitweise die jahreszeitlich üblichen Unterschiede durch Inversionswetterlagen. Es herrschten Wärme auf den Berggipfeln und kalter Böhmischer Wind in den Tälern. Am 29. überzog eine Schneedecke die Region - deutlich unter einen Zentimeter hoch.

Der dritte Herbstmonat zeigte sich in Dittersdorf wesentlich ruhiger als der vorangegangene Oktober. Hochdruckwetter herrschte an vielen Tagen, was im Herbst oftmals Nebel in den Tälern bedeutet und Sonne mit milden Temperaturen in der Höhe. Diese als Inversionslage bezeichnete Wetterlage hielt länger an, und im Ergebnis war der November vor den Toren von Chemnitz viel zu sonnig, etwas zu mild und vor allem viel zu trocken. Am wärmsten war es am 7. November mit mehr als 17 Grad Celsius. Um diesem Zeitraum bis zur Monatsmitte herum kommt es oftmals zu einem sogenannten Witterungsregelfall, auch Singularität genannt: dem Martinisommer, an dem es noch einmal recht mild werden kann. Niederschläge waren Mangelware. Bemerkenswert ist die große Anzahl an Frosttagen. 19 Mal wurde die Null-Grad-Grenze nach unten unterschritten. Schnee spielte in Dittersdorf keine Rolle, lediglich am Monatsende fielen die ersten Flocken.

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