Er ist Sachsens Super-Heimatforscher

Uwe Schneider hat einen Wälzer mit 750 Seiten zu 1000 Jahren Zwönitzer Geschichte geschrieben. Ein Lebenswerk, für das er nun vom Freistaat eine hohe Auszeichnung erhielt.

Zwönitz/Dresden.

Der Zwönitzer Altbürgermeister und Autor Uwe Schneider ist gestern mit dem Landespreis für Heimatforschung ausgezeichnet worden. Der Staatssekretär für Kultus, Frank Pfeil, verlieh ihm am Nachmittag im Dresdner Stadtmuseum den mit 3000 Euro dotierten Hauptpreis für seine Arbeit "Chronik der Stadt Zwönitz 960 - 1945". Ein 750-Seiten-Wälzer, der gespickt ist mit historischen Fakten, Registern sowie Textbeiträgen zu Sagen und namenhaften Persönlichkeiten der Bergstadt.

Laut Kultusministerium ist die Publikation von der Jury einvernehmlich für den ersten Preis ausgewählt worden. Für den Wettbewerb, der dieses Jahr bereits zum neunten Mal stattfand, waren 118 Arbeiten von Laienforschern aus ganz Sachsen eingegangen. Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) als Schirmherrin lobte: Die ausgezeichneten Arbeiten seien ein Musterbeispiel für ehrenamtliches Engagement. Heimatforschung stärke die eigenen Wurzeln. "Nicht nur die Preisträger, sondern alle Teilnehmer tragen dazu bei, dass die sächsische Geschichte und die Liebe zur Spurensuche an junge Generationen weitergegeben werden", sagte die Ministerin.

Für Schneider kommt die Auszeichnung als Sachsens Super-Heimatforscher überraschend. Er selbst habe in einem Brief des Kultusministeriums von der Nominierung erfahren; vorgeschlagen hatte ihn die Stadtverwaltung. "Darüber freue ich mich natürlich sehr", sagt er. "Wenn man selbst für etwas brennt, ist es schön, wenn es andere anerkennen. In meine Arbeit stecke ich alles rein, was ich habe." Schneider arbeitet bereits seit Kindertagen als Heimatforscher. "Es ist einfach schön, über seinen Wohnort Bescheid zu wissen."

An der Stadt-Chronik werkelte er seit 2008, Anfang dieses Jahres wurde sie schließlich der Öffentlichkeit präsentiert. Das Besondere: Anders als frühere Geschichtsschreibungen hat er für Fakten die Originalquellen recherchiert. Dafür fuhr er in Archive, las in Geburtsregistern, ging alte Ortszeitungen durch. "Ich arbeite wochentags immer von 8 bis 15.30 Uhr", sagt er, "mit 30 Minuten Mittagspause." Länger abschalten - das gibt es für ihn nicht. Sein neuestes Projekt: eine Chronik für die Jahre 1945 bis 1990. "Wenn ich gesund bleibe, wird sie vielleicht in drei Jahren fertig", sagt er und lacht.

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