Erntefest lässt historische Landwirtschaft aufleben

Die Veranstaltung geht in ihre 14. Runde. Auch dieses Mal widmet sich der Dorfverein thematisch der Geschichte der Landwirtschaft. Und hat dafür extra Hafer angebaut.

Lauta.

Der Hafer, den der Dorfverein Lauta im Frühling angebaut hat, ist gut gediehen. Beim 14. Erntefest am kommenden Sonnabend soll er gemäht werden. Die Mahd läuft dabei mit Erntetechnik aus der Zeit der 1950er- bis 1970er-Jahre. Unter anderem wird ein Mähbinder eingesetzt. Außerdem wollen die Vereinsmitglieder Strohpuppen aufstellen. Gedroschen wird das Getreide mit einer mobilen Dreschmaschine. Eine historische Haferquetsche zeigt dann, wie diese Getreideart früher weiterverarbeitet worden ist.

Der Grund für die historische Ausrichtung des Erntefestes liegt für die Lautaer auf der Hand. Schließlich hatte die Landwirtschaft das Dorf vor den Toren der Berg- und Garnisonsstadt Marienberg einst geprägt. Bis 1973 widersetzten sich dort noch mehr als ein Dutzend Einzelbauern der Kollektivierung durch die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG).


Danach war ein großer Teil der Bevölkerung in der LPG "Frohe Zukunft" beschäftigt. Damit dieser Teil der Ortsgeschichte in Erinnerung bleibt, lässt sie der Dorfverein im Rahmen der Erntefeste immer wieder aufleben.

Zum Programm der Veranstaltung gehören auch verschiedene Attraktionen für Kinder. "Besonders beliebt ist dabei immer die Strohhüpfburg", sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Kai Haase. Außerdem stehen Trettraktoren bereit. Verschiedene Spieleinlagen sind ebenso geplant wie ein kleiner Streichelzoo.

Auch ein Traktorentreffen erwartet die Besucher. Dabei sind alle Besitzer historischer Traktoren eingeladen, ihr Fahrzeug auf dem Festgelände zu präsentieren. Das Treffen gipfelt in der Rundfahrt, die gegen 14 Uhr beginnt. Nach der Rückkehr der Fahrzeuge geht es weiter mit Livemusik. Zur Vorbereitung gehört das Herstellen des Klitscherteigs, der in großen Mengen zum Erntefest ausgebacken wird.

Die Mitgliederzahlen des Dorfvereins sind steigend. Allein seit dem jüngsten Erntefest sind acht neue hinzugekommen. Derzeit sind 46 Mitglieder im Vereinsregister eingetragen. Dabei sichern zahlreiche Kinder und Jugendliche den Fortbestand des Vereins. Der 16-jährige Eddie Schellenberger ist einer der Helfer, die beim Fest die Versorgung der Gäste mit Getränken übernehmen. "Wir wachsen damit auf. Traditionspflege ist wichtig und macht außerdem Spaß", sagte er. Besonders interessant ist für Eddie Schellenberger die historische Technik. Sein Großvater Gottfried Wendrock hegt und pflegt einen 1956 gebauten Lanz-Bulldog. Der Traktor wird beim Erntefest ebenfalls zu sehen sein. Außerdem wird die historische Feuerholzproduktion eine Rolle im Programm spielen. Wer schon immer einmal sehen wollte, wie früher das Getreide ausgedroschen worden ist, kann das beim Erntefest ebenfalls erleben.

Die Veranstaltung beginnt am 7. September, 11 Uhr, auf dem Gelände am Lautaer Pferdegöpel. Für ausreichend Parkmöglichkeiten will der Dorfverein sorgen.

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