Experten für Flugunfälle zwei Tage auf Spurensuche

Traurige Gewissheit nach Flugzeug-Kollision: Vater und Tochter getötet

Großrückerswalde. Im November sollen erste Ergebnisse zu den Ursachen für das schwere Flugzeugunglück in Großrückerswalde am Samstag vorliegen. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung Braunschweig waren noch am Samstagabend und den gesamten Sonntag im Erzgebirge vor Ort. Sie hätten die beiden an dem Zusammenstoß beteiligten Maschinen dokumentiert, Kollisionspuren aufgenommen, Zeugen befragt und Informationen über die Wetterbedingungen eingeholt, sagte der Sprecher der Bundesstelle, Jens Friedemann, auf Anfrage. Geprüft worden sei auch die Genehmigung für die Luftfahrtveranstaltung. Da sich die beiden Insassen des beteiligten Segelflugzeuges (63 und 48 Jahre) per Notlandung retteten, konnten auch sie bereits befragt werden. Im Gegensatz zu den beiden Insassen des Ultraleichtflugzeuges, die tot geborgen wurden. Bestätigt hat sich inzwischen, dass es sich dabei um Vater (54) und Tochter (26) handelte. Der Marienberger Pilot galt als versiert und hatte jahrelange Erfahrung.

Wie Sprecher Friedemann von der Flugunfalluntersuchungsstelle sagte, sei das GPS-Gerät des Ultraleichtfliegers gesichert worden. Von der Auswertung der Daten erhoffe man sich ebenfalls Erkenntnisse. In den Zwischenbericht sollen auch Ergebnisse der Obduktion einfließen. Dabei werde geprüft, ob möglicherweise gesundheitliche Beeinträchtigungen vorlagen.

Friedemann bestätigte, dass beide Maschinen nach sogenannten Sichtflugregeln unterwegs waren. Dazu gehöre, dass beide Piloten schauen müssen, wer, wann und wo in welcher Entfernung unterwegs ist. Anhand von Zeugenaussagen, der GPS-Daten und unter Umständen durch Simulation am Computer werde dann überprüft, ob sich beide Piloten hätten sehen müssen, oder warum sie sich übersahen. "Es gelten im Luftverkehr genauso Regeln wie im Straßenverkehr, an die sich Verkehrsteilnehmer halten müssen. Trotzdem kommt es auch auf den Straßen immer wieder zu Unfällen", sagt der Sprecher. An Spekulationen über mögliche Ursachen für das schwere Unglück beteilige sich seine Behörde nicht. Mit dem endgültigen Untersuchungsergebnis rechnet er erst in einigen Monaten.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...