Familie liefert sich Wettstreit um afrikanische Kürbisse

Gartenmeisterschaft: In Grundau wachsen drei ganz unterschiedliche Sorten. Das sollen sie auch 2019 wieder tun.

Grundau.

Ursprünglich in Amerika beheimatet, hat es der Kürbis längst in andere Gefilde geschafft - so auch in den Marienberger Ortsteil Grundau. Die drei Arten Flaschenkürbisse, die dort in diesem Jahr im Garten von Daniela und Mario Lotzenburger erstmals gedeihen, haben allerdings noch einen Umweg von Afrika über Nürnberg und Großrückerswalde gemacht. "Mein Vater, der in Großrückerswalde wohnt, hat in Nürnberg exotisch anmutende Kürbisse gesehen, die ihm auf Anhieb gefielen, er aber nicht kannte", sagt Daniela Lotzenburger. Nach der Recherche im Internet fand er heraus, dass es sich um afrikanische Flaschenkürbisse handelte. Mit ihnen bewirbt sich die Familie jetzt bei der Gartenmeisterschaft der "Freien Presse" und der Raiffeisen Handelsgenossenschaft Erzgebirge (RHG).

Kurze Zeit später war auch ein Händler gefunden, der die gewünschten Samen nach Großrückerswalde lieferte. "Nachdem mein Vater sie kultiviert hatte, bekamen meine beiden Geschwister und ich jeweils drei Pflänzchen", erinnert sich Daniela Lotzenburger, die diese mit ihrem Mann im April zunächst im Gewächshaus, Mitte Mai dann ins Freie pflanzte. "Als Standort haben wir uns einen langen Stapel Brennholz ausgesucht, denn wir wussten, dass die Kürbisse groß und lang werden können", sagt Mario Lotzenburger. Um die exotischen Kürbisse erfolgreich großzuziehen, verwendeten die Lotzenburgers Erde vom eigenen Komposthaufen. "Die haben wir noch mit verrottetem Hasenmist vermischt und nach dem Pflanzen der Kürbisse eine Schicht Rindenmulch aufgebracht", so Daniela Lotzenburger. Schneckenkorn schützte die Pflanzen zudem vor Kahlfraß.

Der diesjährige Supersommer tat sein Übriges. "Wir können den Kürbissen fast beim Wachsen zuschauen", scherzt Mario Lotzenburger. "Da alle drei Sorten harte und dicke Schalen haben, werden wir sie wohl eher zur Dekoration verwenden beziehungsweise innerhalb der Familie, an Freunde und Bekannte verschenken", sagt Daniela Lotzenburger, die aus dem Fruchtfleisch einzelner Kürbisse Samen gewinnen will um diese besonderen Sorten auch im nächsten Jahr wieder anzubauen. Kostproben schließt sie aber auch nicht aus. "Egal, ob wir bei der Gartenmeisterschaft einen Preis gewinnen oder nicht: Einen Sieg können wir schon vermelden. Innerhalb der Familie haben sich die Kürbisse bei uns in Grundau am besten entwickelt", sagt die Hobbygärtnerin lachend.


Verwendbar als Instrument und zu Heilzwecken

Ein Teil der Kürbisse hat die Form einer Flasche. Nach der Trocknung werden diese Früchte zum Beispiel in Teilen des afrikanischen Kontinents als Musikinstrument beziehungswei- se zur Aufbewahrung von Nah- rungsmitteln und Flüssigkeiten verwendet.

Bis zu zwei Meter lang kann die Herkuleskeule werden. Bei Lotzenburgers misst die längste Frucht 1,70 Meter.

Der Flaschenkürbis hatte lange eine wichtige Bedeutung in der Kräutermedizin. Blätter, Samen und Blüten wurden in den gesamten Tropen zu verschiedenen Heilmethoden eingesetzt.

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