Fantasy ist gefragt - besonders mit Herzschmerz oder Monstern

Die Bibliotheken der Region sind erfreut: Der Buchsommer ist besser als im vorigen Jahr angelaufen. Eine kleine Einrichtung sticht besonders hervor.

Zschopau/Marienberg.

Lesemuffel für literarische Ausflüge begeistern und motivierte Jungleser bei der Stange halten - gerade während der Sommerferien -, das ist Ziel des Sächsischen Buchsommers, der seit knapp vier Wochen stattfindet. Die Idee: Vom Freistaat gefördert, schaffen sich die teilnehmenden Bibliotheken nagelneue Bücher an, die Elf- bis 16-Jährige zum Lesen anregen sollen.

In der Zschopauer Stadtbibliothek haben sich bereits 37 Schüler angemeldet. Das sind laut Leiterin Silke Dost mehr als im gesamten Buchsommer 2018. "Wir sind sehr zufrieden." Den Bestand von 120 zugekauften Büchern hat die Bibliothek noch einmal um 30 erweitert. "Die Auswahl wurde langsam knapp", sagt Dost. Vor allem Fantasyromane stünden hoch im Kurs. Mädchen wollten dabei auch eine Prise Romantik oder Herzschmerz nicht missen. Bei den Jungen dürften es hingegen ruhig ein paar Monster mehr sein. Sie nehmen auch gern mal einen Comic in die Hand. Begehrt sei zum Beispiel die Reihe "Trolljäger". Die Wahl der Mädchen fiele eher auf den Comic "Fibi und ihr Einhorn". Auch wenn die Jungen kürzere Lektüre bevorzugen, interessierten sie sich mehr als die Mädels für Sachliteratur. "Ob Entstehung der Erde, Vulkanismus oder Tierwelt - wissenschaftliche Themen sind besonders beliebt", sagt Silke Dost. Wie in anderen Bibliotheken erhalten die Schüler ein Zertifikat, wenn sie bis zum Abschluss des Buchsommers mindestens drei Bücher lesen - Comics zählen dazu. "Die verbessern die Lesekompetenz und sind besser als nichts", sagt Silke Dost.


Auch in Gelenau kommt neben Krimi- und Pferdegeschichten besonders Fantasy an. Mit ihren etwa 15.000 Medien ist die Gelenauer Bibliothek eher klein. Dennoch kann sich Katrin Rosowski über 98 Anmeldungen freuen. Für die Leiterin der Gelenauer Gemeindebibliothek, die zum dritten Mal am Buchsommer teilnimmt, bedeutet das zwar zusätzliche Arbeit. "Immerhin mache ich das hier ganz allein." Die große Resonanz mache den Aufwand aber wett. 109 Bücher und Comics hatte Rosowski hinzugekauft. Sie freut sich über die hohen Anmeldezahlen. Sie verteile Flyer und schreibe alle Schulen in Gelenau und den umliegenden Orten an. "Anscheinend klappt das hier besonders gut." Viele Schulen geben auch im Lesen eine Note 1 für die Buchsommer-Zertifikate. Ob der Buchsommer aus Lesemuffeln Leseratten macht, da ist sich Rosowski nicht so sicher: "Wer überhaupt nicht gern liest, nimmt sicher auch während der Sommerferien kein Buch in die Hand."

Die Bibliothek Wolkenstein nimmt zum ersten Mal am Buchsommer teil. Dass sich bereits 15 Schüler angemeldet haben, sieht Leiterin Uta Liebing als Erfolg. Fantasy zieht auch dort. "Viele dieser Geschichten sind ein Spiegel des eigenen Lebens", erklärt sich Liebing den Erfolg des Genres. "Nur noch etwas spannender und märchenhafter." Besonders beliebt bei den Jungen: Rick Riordans Magnus-Chase- Reihe, die Fantasy mit nordischer Mythologie vermischt. Mädchen begeisterten sich eher für die Autorin Jennifer Armintrout. Deren Markenzeichen: düstere Romantik und Vampire. Die berühmte Twilight-Serie habe dem Vampirroman den Weg geebnet. Wegen Urlaubs ist die Bibliothek erst ab 5. August wieder geöffnet. "Die Schüler haben sich aber zuvor gut eingedeckt", versichert Liebing.

Pferde, Krimis und vor allem Fantasy: Das geht auch in Marienberg. Mit 25 Anmeldungen liegt die Stadtbibliothek, die zum vierten Mal am Buchsommer teilnimmt, etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Auf besonderes Interesse stoßen in Marienberg die Titel, die für den Buchsommer-Lesepreis nominiert sind. "Alle zehn sind verliehen", sagt Leiterin Mandy Uhlig. Bis Ende der Aktion am 18. August dürfen die Leser abstimmen, welches der jüngst veröffentlichten Jugendliteraturwerke den Preis erhält.

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