Ferienangebot führt Kinder zurück ins Mittelalter

Auf der Burg Scharfenstein kann die junge Generation auch während der Herbstferien dazulernen. Dabei geht es in erster Linie um die Speisen der Ritter.

Scharfenstein.

Nachdem das Mittelalterdorf auf der Burg Scharfenstein in diesem Jahr bislang nur für Schulklassen zugängig gewesen ist, öffnet es während der Herbstferien auch für Tagesgäste seine Pforten. "Eine Anmeldung ist trotzdem notwendig, da die Plätze schnell ausgebucht sind", so Museumspädagoge Martin Kreß, der am Dienstnachmittag 21 Teilnehmer begrüßt hat. Für die Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren erwies sich das Ferienangebot "Backen wie zu Ritters Zeiten" als Zeitreise und zugleich auch als Kochkurs.

Bevor der Holzbackofen angeworfen und auf 200 Grad Celsius erhitzt wurde, gewährte Kreß seinem jungen Publikum zunächst einmal Einblicke in die mittelalterliche Ernährung. Zwar hätten damals noch keine Kartoffeln auf dem Speiseplan gestanden, dafür präsentierten sich Ritter und Mönche beim Umgehen von Fastenzwängen durchaus einfallsreich. "Da wurde ein Hase schon mal zum Fisch umdeklariert oder etwas Fleisch im Brotlaib versteckt", erklärte der 34-jährige Pädagoge, der der Theorie bald die Praxis folgen ließ. Nun konnten die Kinder ihr eigenes Brot backen. "Ein Geheimrezept", wie Kreß betonte. Nur so viel gab er zum Teig preis: Dank Roggen und Dinkel sei er durchaus gesund. Allerdings erwies sich das Mörsern, also das Zerkleinern des Getreides, als schwerste Aufgabe des ganzen Tages.

Noch mehr über gesunde Ernährung konnten die jungen Besucher im Kräutergarten herausfinden. Während ihre Backwaren im Ofen reiften, probierten sie Salbei, Fenchel oder Sauerampfer aus. Sogar Colakraut fanden sie am Fuß der Burg, auch wenn das zu Ritters Zeiten noch nicht so hieß. Am Ende des 90-minütigen Lehrgangs, der inklusive eines Burgrundgangs auch als Team-Event buchbar ist, ließen sich alle ihre Brote schmecken.

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