Filigrane Winterlandschaften verzaubern innen als auch außen

Nicht in jedem Fenster der Region stehen während der besinnlichen Jahreszeit Schwibbögen und Co. So ziehen etwa in Marienberg Bastler die Blicke von Passanten an. Dabei hat der ungewöhnliche Aufstellort mitunter ganz praktische Gründe.

Marienberg.

Die ruhige Winterzeit ist auch die Zeit der Modellbauer. Wer genau hinsieht, kann sich beim Schlendern durch Orte wie Marienberg davon überzeugen. Denn mitunter verwandeln sich Fenster in liebevoll gestaltete Miniaturwelten.

An der Stadt orientiert: Die Niederlautersteiner Burgruine ist zu sehen, das Zschopauer Tor, eine Kirche, ein Stadthaus, selbst einen Weihnachtsmarkt mit Karussell hat Heiko Wilsch in der Winterlandschaft verewigt. Wer das Schaufenster des Marienberger Versicherungskaufmanns sieht, bleibt unweigerlich stehen, um die Anlage zu bestaunen. "Die kleinen leuchtenden Weihnachtssterne sind erst in diesem Jahr dazugekommen", sagt der 52-Jährige. Seine Anlage sei in stetiger Veränderung. Immer wieder kommen neue Details dazu, die das Marienberger Stadtleben wiedergeben. Vor acht Jahren sei die Landschaft entstanden. Als Heiko Wilsch 2014 mit seinem Versicherungsbüro seine jetzigen Räume bezog, wurde sie erweitert. Inzwischen ist im Fenster erneut der Platz eng geworden. Doch rückwärtig könne noch etwas angebaut werden, sagt Heiko Wilsch, der sich schon seit seiner Kindheit für Modellbahnen interessiert. Unter anderem will er einen kleinen Skihang verwirklichen.

Pyramide wird versetzt: Ein paar Häuser weiter, ebenfalls an der Zschopauer Straße in Marienberg, hat Steffen Franke in einem der Erdgeschossfenster Jahr für Jahr eine winterliche Landschaft stehen, die viele neugierige Fußgängerblicke auf sich zieht. "Sie ist meiner Fantasie entsprungen", sagt der 42-Jährige. Schon seit vielen Jahren entwickelt er das Modell immer weiter. Die nächste Verschönerung ist längst in Planung. "Die kleine Pyramide ist schlecht zu sehen. Ich will auch die Häuser besser ausrichten." Doch warum stellt er das Modell ins Fenster? "Ich habe keinen Platz in der Wohnung", antwortet Franke. Das Fenster sei eine praktische Lösung. Zugleich bringe der Aufstellort kleinere Einschränkungen mit sich. Denn der Raum hinter der Anlage wird nicht nur als Bastelzimmer, sondern auch als Büro genutzt. "Am Abend lasse ich den Computer aus. Das Licht blendet zu sehr, wenn Fußgänger die Landschaft von außen betrachten." Für den Maschinenbauingenieur, der in der Weiterbildung tätig ist, bringt das Basteln Entspannung mit sich.

Aufbau dauert drei Tage: Seine Anlage wird von der Seiffener Kirche geziert sowie von vielen Häusern, Fahrzeugen und Figuren. Stephan Breyer aus Zöblitz hat sich auch in diesem Jahr wieder drei Tage lang Zeit genommen, um sein Fenster mit Liebe zum Detail in eine Winterlandschaft zu verwandeln. "Modelle begeistern mich schon seit der Kindheit", sagt er. Zu Beginn der 2000er-Jahre stellte Stephan Breyer erstmals seinen Weihnachtsberg in eines der Erdgeschoss-Fenster seines Hauses an der Zöblitzer Angergasse. Vor etwa zehn Jahren erweiterte er die Anlage um eine zwei Quadratmeter große Platte. "Da von den Modelleisenbahnen meiner Brüder noch einige Häuser vorhanden waren, habe ich diese gleich verwendet", sagt er. Andere Häusermodelle baute der Zöblitzer aus gekauften Bausätzen, die zum Teil sogar noch aus Pappe bestanden. Zudem installierte er drei Schienenovale. Während der besinnlichen Jahreszeit drehen seither immer wieder Züge ihre Runden. "Ich freue, wenn Menschen vor dem Fenster stehen bleiben und sich meinen Berg anschauen", sagt Stephan Breyer. (mit faso)

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