Fotograf hält Olbernhauer Stadtgeschichte fest

Eine Ausstellung im Treppenhaus des Museums zeigt Fotos aus der Zeit von 1955 bis Mitte der 1990er-Jahre. Es wurden auch Szenen festgehalten, die heute aus dem Stadtbild verschwunden sind.

Olbernhau.

Eine Ausstellung mit Fotografien von Werner Fröbel ist seit Donnerstag im Olbernhauer Museum am Markt zu sehen. Die Idee für die Bilderschau entstand, als der 81-Jährige dem Museum vor einigen Wochen etwa 300 Papierabzüge aus seinem Archiv schenkte. "Mit Landschaften, Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit sowie Olbernhauer Stadtansichten ist fast die gesamte Bandbreite fotografischen Schaffens vertreten. Die Fotos sind Zeitdokumente, die es zu bewahren gilt", sagt Katharina Scheithauer, die ab April das Museum Olbernhau leiten wird und die Ausstellung gemeinsam mit Werner Fröbel zusammengestellt hat.

Entsprechend der Vielfalt haben beide etwa 100 Fotos ausgewählt, die in großen Bilderrahmen im Treppenhaus des Museums zu sehen sind. Die restlichen Fotos sind in einem Ordner zusammengestellt, in dem Besucher blättern können. Entstanden sind die Fotos im Zeitraum von 1955 bis Mitte der 1990er-Jahre im Raum Olbernhau. Festgehalten sind teilweise auch Dinge, die mittlerweile von der Bildfläche verschwunden sind - etwa Szenen von der Produktion im Blechwalzwerk, bei der Möbelherstellung und in der Wurstfabrik. Zudem fotografierte Werner Fröbel Straßenszenen, auf denen die Veränderungen im Stadtbild im Vergleich zu heute deutlich zu erkennen sind.

"Angefangen zu fotografieren habe ich mit 14 Jahren mit einer alten Rollfilmkamera, die allerdings nicht ganz in Ordnung war. Das habe ich aber erst nach dem Entwickeln des ersten Films bemerkt. Der war nur teilweise zu gebrauchen", erinnert sich Werner Fröbel, der schon vor diesem ersten Versuch von der Fotografie fasziniert war. "Als Kind bekam ich eine Plattenkamera in die Hände. Das auf dem Kopf stehende, seitenverkehrte Bild auf der Mattscheibe hat mich begeistert und war das Größte für mich. Filme für die Kamera hatte ich aber nicht, so blieb es lediglich beim Anschauen", erklärt Fröbel, der sich autodidaktisch neben dem reinen Fotografieren auch mit der Weiterverarbeitung von Film und Papier beschäftigte. "Die ersten Papierabzüge habe ich noch auf Tageslichtkopierpapier gemacht, später dann in der Dunkelkammer entwickelt und vergrößert", erinnert er sich.

Parallel zu seiner Lehre zum Möbeltischler vertiefte er sein fotografisches Wissen und Können. Neben ersten Beteiligungen an Ausstellungen kamen auch Veröffentlichungen einiger seiner Fotos in Zeitungen und Büchern hinzu. 1970 gründete Werner Fröbel zudem den Fotoklub Olbernhau, in dem bis zu 15 Fotografen aus Olbernhau und Umgebung ihrem Hobby nachgingen.

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