Freie Wähler wollen bessere Anbindung der Orte

Wahlen 2019 Sanierte Straßen, gute Schulen, schnelles Internet... Mit welchen Themen wollen Parteien und Wählergemeinschaften bei der Kreistagswahl punkten? Heute: die Freien Wähler

Annaberg-Buchholz.

Der Blick auf den Busfahrplan am Wartehäuschen gegenüber dem Rathaus in Bernsbach ist ernüchternd: Zwar kommt man unter der Woche ganz gut hin und wieder weg. Doch am Wochenende ist der Stadtteil von Lauter-Bernsbach vom Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) abgehängt. Bürgermeister Thomas Kunzmann, der auch Fraktionschef der Freien Wähler Erzgebirge (FWE) im Kreistag ist, verweist jedoch auf einen aktuellen "Glücksfall": Wegen Straßenbauarbeiten wird die Buslinie Schwarzenberg - Zwönitz samstags und sonntags durch den Ort umgeleitet. "Doch danach ist schon wieder Schluss - das ist doch irre", so Kunzmann, dessen Stadt einen Ortsbus mitfinanziert, damit die weniger mobilen Einwohner im Ort unterwegs sein können.

ÖPNV war schon immer ein Thema der Freien Wähler im Kreistag. In der vergangenen Wahlperiode haben sie sich etwa für Plus-Bus, bessere Vertaktung, Wochenendlinien und vieles mehr eingesetzt - mit Erfolg. "Weil das ein Stück Daseinsfürsorge ist", begründet Kunzmann. Ziel sei es, dass mehr Orte vom ÖPNV bedient werden. "Auch wenn nicht sofort viele vom Pkw umsteigen", so Kunzmann. Zunächst sei es wichtig, Angebote zu unterbreiten.

Torsten Kleditzsch

Die Nachrichten des Tages:Der „Freie Presse“-Newsletter von Chefredakteur Torsten Kleditzsch

kostenlos bestellen

Aber auch andere aktuelle Probleme stehen weit vorn im Programm der Freien Wähler: Bau von Ärztehäusern, Erhalt von Schulen und sozialen Einrichtungen, gute Straßen und schnelles Internet sowieso.

Verstärkte Aufmerksamkeit benötige auch die Jugendhilfe. "Da muss der Kreis noch mehr ran", fordert Torsten Palm, Kreischef der Freien Wähler. Vor allem brauche es mehr Personal. Laut Palm sei aktuell eine Betreuerin statt für sechs für elf Familien zuständig. Auch bei der Finanzierung von Jugendarbeit in den Orten werde mehr Geld benötigt. "Etwa für Streetworker", so Kunzmann. "Nur so könne wir der Jugend - weg vom Handy - sinnvolle Freizeitbeschäftigung vor Ort bieten sowie frühzeitig auf Probleme, etwa Drogen, reagieren."

"Klar, das kostet mehr Geld", so der Bürgermeister. Doch dafür müsse auch das Land verstärkt ins Boot geholt werden. "Und selbst die Erhöhung der Kreisumlage ist kein Tabu", so Kunzmann. Zwar habe sich seine Fraktion immer wieder erfolgreich für deren Senkung eingesetzt. Doch wenn Kommunen und Kreis von einer Erhöhung gleichermaßen profitieren, sei dies in Ordnung. So gehe es den Freien Wählern durchaus um verständnisvolles Miteinander. "Doch wenn es sein muss, werden wir auch in Zukunft auf den Tisch klopfen", so Kunzmann. Ausgangspunkt seien immer die Wünsche der Bürger. "Und die erfährt man nur, wenn man engen Kontakt zu ihnen hält." Für die Freien Wähler sei dies seit knapp 30 Jahren Arbeitsbasis.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...