Frisches Blut hilft "Schallis" bei umfangreichem Programm

Von einem Auftritt eilt die Schalmeienkapelle aus Großolbersdorf derzeit zum nächsten. Dass den Musikern dabei nie die Luft ausgeht, liegt an der Verstärkung mit jungen, aber auch älteren Kräften.

Großolbersdorf.

Ihren kulturellen Beitrag zum Pobershauer Bergfest hat am Wochenende auch die Schalmeienkapelle aus Großolbersdorf geleistet. Es war nur einer von vielen Auftritten, den die Musiker gerade zu meistern haben. Diese hatten zum Beispiel auch dafür gesorgt, dass das mittlere Erzgebirge beim Tag der Sachsen in Riesa auf der Bühne vertreten war. So groß die Freude über das riesige Publikum auch war: Für De Schallis brachte die Veranstaltung viel Stress mit sich. Insgesamt drei Tage waren sie unterwegs, um aus den Schalmeien und Trommeln alles herauszuholen. Müde, aber glücklich sind die Großolbersdorfer am Ende heimgekehrt.

Viel Zeit zum Ausruhen bleibt nicht, denn kommenden Samstag tritt die Kapelle beim Annaberger Wies'n Gaudi auf - und bald steht die eigene große Schalli-Party an. Am 5. Oktober wird diese erstmals in der Großolbersdorfer "Silberstraße" gefeiert. Die Aufgabenliste ist also lang. Doch alles wird klappen, da ist sich Jens Martin sicher. Guter Dinge ist der Vereinsvorsitzende, weil er auf frisches Blut bauen kann. Vor allem die zwölf jüngsten Mitglieder im Alter von acht bis zwölf Jahren stimmen den 54-Jährigen optimistisch für die Zukunft.

"Das ist eine richtig tolle Truppe", sagt Martin über die jungen Musiker, von denen die meisten nun schon seit fast zwei Jahren jede Woche üben. "Damals hatten wir einen Tag der offenen Tür. Dort, aber auch bei Auftritten wurden wir von Interessenten angesprochen", berichtet der Vorsitzende. Für den Nachwuchs eine eigene Gruppe zu gründen, erwies sich als der richtige Schritt, denn die meisten Kinder blieben der Schalmeienkapelle treu. So wie Jasmin Reichel, die schon als Sechsjährige die Musikschule besuchte. "Glockenspiel, Flöte, Keyboard und Gitarre habe ich schon gespielt", sagt die inzwischen zehnjährige Wolkensteinerin, die beim Burgfest in ihrer Heimatstadt auf die Schallis aufmerksam wurde. Nun ist die Schalmei ihr Lieblingsinstrument.

Wie bei einigen anderen Mitgliedern spielten im Fall von Richard Schreiber familiäre Hintergründe eine Rolle. Allerdings ist er nicht nur wegen der Leidenschaft seines Vaters dabei, sondern auch aus eigenem Antrieb. "Im Kindergarten habe ich Geige gespielt, später dann Melodica und Keyboard. Aber das hat mir nicht so viel Spaß gemacht", erklärt der zehnjährige Zschopauer, der bei den Schallis genau das fand, was er suchte: "Hier fetzt mir die Musik, weil wir auch moderne Lieder wie Cordula Grün spielen."

Dass man für Schalmeien nie zu alt ist, beweist Wolfram Schneider. Mit 55 Jahren war er der älteste Anfänger. Genauer gesagt, handelt es sich um einen Quereinsteiger, denn er hatte zuvor beim Spielmannszug Marbach-Schellenberg Lyra gespielt. Mitglieder aus größerer Entfernung sind bei den Schallis übrigens keine Seltenheit. "Zu uns gehören Musiker aus dem gesamten mittleren Erzgebirge, mitunter sogar von etwas weiter weg", sagt Jens Martin, für den die familiäre Atmosphäre im Verein der ausschlaggebende Faktor ist. Doch selbst die könne nicht verhindern, dass er auch mit 54 Jahren vor Konzerten noch immer aufgeregt ist. "Da ist immer eine gewisse Spannung, weil man nie genau weiß, was passieren wird und ob es plötzlich noch Probleme gibt", erklärt er. Auch beim Tag der Sachsen in Riesa kam Nervosität auf - war aber schnell wieder verflogen, weil letztlich alles glatt lief.

Kartenvorverkauf Für die 11. Schalli-Party, die am 5. Oktober in der Großolbersdorfer "Silberstraße" stattfindet, können bereits Tickets gekauft werden. Angeboten werden sie in Großolbersdorf (Getränke-Gerlach), Zschopau und Wolkenstein (jeweils Fleischerei Göhler), Gornau (Suzuki), Marienberg (Café Eisbär) sowie bei allen Schallis-Konzerten.

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