Für manchen Kameraden geht es bis an die Belastungsgrenze

Null Sicht und eine Temperatur von 300 Grad Celsius - das bietet die mobile Brandcontaineranlage einer Leipziger Firma. Olbernhauer Feuerwehrleute haben darin trainiert.

Olbernhau.

Insgesamt 40 Kameraden aus den Ortsteilen der Stadt Olbernhau haben eine Heißübung in einer mobilen Brandcontaineranlage absolviert. Da es seit vier Jahren keine Ausbildung mehr in einem solchen Umfang gab, wollte Wehrleiter Steffen Kliem es seinen Leuten ermöglichen, an einer Übung teilzunehmen. Schnell fündig wurde er im Internet.

Die Firma Atemschutztechnik Röser aus Leipzig betreibt eine mobile Anlage, bei der es sich um zwei Rollcontainer handelt. Das besondere an einem solchen Container: Er wird nicht, wie bei vielen ähnlichen Anlagen, mit Gas betrieben, sondern von einem Holzfeuer beheizt, erklärt Steffen Kliem. So entstehe eine authentische Übungssituation.

Sascha Aurich

Aurichs Woche:Der „Freie Presse“-Sonntagsnewsletter von Sascha Aurich

kostenlos bestellen

Die Kameraden mussten jeweils im Zweierteam bei komplett eingeschränkter Sicht und einer Raumtemperatur von 300 Grad Celsius eine Gasflasche und einen Benzinkanister im Container finden und bergen. Hinzu kam eine simulierte Personenrettung mittels einer Kinderpuppe mit einem Gewicht von 25 und einer Erwachsenenpuppe mit einem Gewicht von 75 Kilogramm. Zusätzlich zur Atemschutzausrüstung, die allein schon rund 25 Kilogramm wiegt, brachte diese Übung manchen Kameraden an die Leistungsgrenze, sagt Steffen Kliem.

Zwar geht es in erster Linie bei der Übung um verschiedene Taktiken beim Vorgehen in einem Brandraum, sowie um Löschtechniken zum Niederschlagen von Brandrauch. Doch auch die Entwicklung eines Bewusstseins für die eigene Belastungsgrenze sei ein Ziel gewesen. "Die Kameraden sollen auch wissen, wann ein Rückzug notwendig ist", so Kliem.

Am Ende des Tages zog der Olbernhauer Wehrleiter ein positives Resümee. Die Kameraden seien fit genug für solche Aufgaben. Und: Bei der Ausrüstung sind die Feuerwehren der Stadt gut aufgestellt. Das schnellste Team habe 13 Minuten für die Übung benötigt, das langsamste 28, erklärt Steffen Kliem. Nach der Übung habe er ausschließlich positive Rückmeldungen bekommen, sagt er.

"Man wird super für den Ernstfall vorbereitet, gerade was Löschtechniken und das Absuchen von Räumen betrifft", so Kristian Nitschke. Der 18-Jährige ist erst seit kurzem Atemschutzträger bei der Feuerwehr Olbernhau. Dem stimmt Kay Gottlebe von der Blumenauer Wehr zu: "Zwar weiß man, dass es bloß ein Container ist, aber man geht schon mit Respekt dort rein." Auch Sebastian Kluge von der Olbernhauer und Andreas Ullmann von der Schönfelder Wehr betonten den Nutzen der Übung. Dank realitätsnaher Temperatur- und Rauchverhältnisse sehen sich beide für den Ernstfall gut vorbereitet.

Die Kosten von 6500 Euro für die Übung seien eine gute Investition der Stadt in den Brandschutz gewesen, fasst Wehrleiter Steffen Kliem zusammen. Sie habe viel zur Ausbildung beigetragen, aber auch Defizite aufzeigen können, die nun angegangen werden können. Um die Sicherheit der Kameraden zu gewährleistens, sei es sinnvoll, die Übung in einigen Jahren zu wiederholen, sagt der Olbernhauer Wehrleiter. (mit jwen)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...