Garageneinbrüche im Erzgebirge: Diebe auf frischer Tat ertappt

Fast täglich werden derzeit entsprechende Beutezüge angezeigt: hochwertige Markenfahrräder, komplette Reifensätze und selbst ganze Quads verschwinden. Führt das festgesetzte Duo zu noch mehr Tätern?

Zschopau/Marienberg.

Es ist längst kein Phänomen des Altkreises Annaberg: Derzeit registriert die Polizei vermehrt Garageneinbrüche in großem Stil. Unter anderem in Sehmatal und Oberwiesenthal ist in den zurückliegenden Wochen jeweils in einer Nacht in 22 Garagen eingebrochen worden. Aus der Stadt Marienberg gibt es gleich mehrere ähnliche Meldungen. So wurden dort im November in einem Garagenkomplex in einer Nacht ebenfalls 22 Garagen aufgebrochen. Auch in Lengefeld, Seiffen und Zschopau suchten Einbrecher Garagen heim. Und auch in Zwönitz und Niederwürschnitz im Altkreis Stollberg ist hochwertiges Autozubehör verschwunden. "Wir beobachten seit geraumer Zeit eine Häufung derartiger Einbruchsdiebstähle im gesamten Erzgebirgskreis", konstatiert Polizeisprecher André Rydzik.

In Raschau-Markersbach ist den Beamten in der Nacht vom Montag zum Dienstag nun ein erster Fahndungserfolg gelungen: Zwei Einbrecher konnten quasi auf frischer Tat dingfest gemacht werden. Während einer Streife war Polizisten ein aus einem Garagenkomplex abbiegender Opel aufgefallen. Die Beamten nahmen die Verfolgung auf. Bei der Kontrolle des Wagens stellten sie einen 38-jährigen Fahrzeugführer sowie einen 27-jährigen Beifahrer fest - beide tschechische Staatsangehörige. Nicht nur, dass der 38-Jährige keine gültige Fahrerlaubnis vorweisen konnte, ein Drogentest bei ihm positiv verlief und die angebrachten Kennzeichen als gestohlen gemeldet waren. Bei der Durchsuchung des Fahrzeuges fanden die Beamten zudem Einbruchswerkzeug. Die beiden Männer wurden vorläufig festgenommen. Im Zuge der Ermittlungen konnte das Einbruchswerkzeug mit mehreren aufgebrochenen Garagen aus dem Garagenkomplex Raschau-Markersbach in Verbindung gebracht werden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft sind die Männer noch am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt worden.

Unterdessen dauern die Ermittlungen an. Geprüft wird laut Polizei auch, ob die beiden Tatverdächtigen für weitere ähnlich gelagerte Einbrüche im Erzgebirgskreis verantwortlich sind. Allein im Altkreis Annaberg hatte es solche - neben denen in Oberwiesenthal und Sehmatal - auch in Ortsteilen der Stadt Annaberg-Buchholz, in Steinbach und Königswalde gegeben. Die Schadenssummen, die bisher ermittelt werden konnten, liegen meist im vierstelligen Bereich. In manchen Fällen - wie zum Beispiel dem Einbruch in den Garagenkomplex an der Werner-Seelenbinder-Straße in Oberwiesenthal - lässt sich die Schadenssumme noch gar nicht beziffern, da noch gar nicht alle Schadensmeldungen von den betroffenen Garagenbesitzern vorliegen. So wurde auch der in Raschau-Markersbach aufgefundene Opel sichergestellt, um festzustellen, ob er möglicherweise gestohlen worden ist.

Was den Ermittlern aber vorliegt, sind Spuren, die an den Tatorten gesichert werden konnten - DNA-Material ebenso wie Schuhabdrücke. Hinweise zu den Tätern seien darüber hinaus durch Feststellungen von verdächtigen Fahrzeugen und Personen bei Polizeikontrollen erlangt worden. Aufgrund erster konkreter Feststellungen werde derzeit auch geprüft, ob ein bandenmäßiges Handeln vorliegt. "Es hat sich im Rahmen der Ermittlungen der Verdacht ergeben, dass die Täter arbeitsteilig vorgehen", erklärt André Rydzik.

Auf baldige Ermittlungserfolge hoffen auch die Bärensteiner. Im Ort waren laut Bürgermeister Silvio Wagner in den zurückliegenden Wochen ebenfalls verstärkt Einbrüche in Garagen registriert worden, nachdem im Herbst zunächst mehrfach hochwertige Markenfahrräder gestohlen worden waren. Von erhöhter Grenzkriminalität will er deshalb aber nicht sprechen. "Es schwankt", sagt er. Und im Vergleich zu den vergangenen Jahren habe die Kriminalität statistisch sogar abgenommen. Was ein Blick in die Polizeistatistik bestätigt. Die weist für 2018 - Zahlen für 2019 liegen noch nicht vor - den niedrigsten Stand innerhalb von fünf Jahren aus. Demnach lag der Anteil der Grenzkriminalität am Gesamtaufkommen der Straftaten im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz damals bei 4,1 Prozent - die dazugehörige Aufklärungsquote bei 66,8 Prozent. (mit bz)


Tipps zum Einbruchsschutz

Bei den jüngsten Garageneinbrüchen hat die Polizei immer wieder festgestellt, dass die Garagentore ohne größere Probleme mit einfacher Gewalt geöffnet werden konnten. Das Team der Polizeilichen Beratungsstelle rät deshalb unter anderem zum Einbau eines geprüften einbruchhemmenden Garagentores, das mindestens in die Widerstandsklasse 2 eingestuft sein sollte. Wichtig sei zudem ein fachgerechter Einbau nach Anleitung des jeweiligen Herstellers. Geprüfte und zertifizierte einbruchhemmende Türen beziehungsweise Tore hat die Polizei in einem Herstellerverzeichnis aufgelistet. Die Liste und andere Hinweise gibt es unter https://www.k-einbruch.de/sicherheitstipps/garage.

Zusätzlich bieten die Kollegen der Polizeilichen Beratungsstelle in Chemnitz (Brückenstraße 12, 1. Etage, Raum 124) Bürgerinnen und Bürgern auch kostenlose Beratungen zum Thema Einbruchsschutz an. Sprechzeiten hat die Beratungsstelle dienstags und donnerstags jeweils von 9 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 15 Uhr. Telefonisch zu erreichen ist sie unter der Rufnummer 0371 3872990. (af)

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