Gefiedertes Quartett sichert Bestand

Mit der Abgabe von vier jungen Steinkäuzen leistet der Natur- und Wildpark Waschleithe einen Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt. Zudem gibt es Neues vom Ausflügler-Storch.

Waschleithe.

Der Steinkauz gehört zu den kleinen heimischen Eulenarten. Doch die possierlich anmutenden Tiere sind in Sachsen akut vom Aussterben bedroht. Ihre Art gilt daher als streng geschützt. Die Steinkäuze haben viele ursprüngliche Brutgebiete in Mitteleuropa aufgegeben. Deutschlandweit rangieren sie auf der Roten Liste als "gefährdet". Daher war Ende Mai dieses Jahres die Freude im Natur und Wildpark von Waschleithe sehr groß, als vier Steinkäuze geschlüpft sind. Dieses gefiederte Quartett entwickelte sich prächtig und konnte Ende August für ein sogenanntes Bestandsstützungsprogramm des Naturschutzbundes (Nabu) in Ostthüringen übergeben werden. "Das ist, neben der Präsentation heimischer Tierarten für die Besucher, ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt, den wir mit unserem Tierpark leisten", erklärt dazu Bürgermeister Joachim Rudler.

Wer noch mehr über Tiere der Region und speziell die heimische Vogelwelt erfahren möchte, für den lohnt sich derzeit ein Besuch im Tierpark Waschleithe ganz besonders. Denn seit Monatsbeginn können die Gäste auch eine neue Sonderausstellung bestaunen. Sie steht unter der Überschrift "Vögel vor der Haustür" und zeigt und benennt nicht nur die markantesten Vogelarten, die im Erzgebirge leben, sondern gewährt zugleich einen Blick in deren Nester, nachgebaut versteht sich. Diese Ausstellung wurde vom Landschaftspflegeverband Westerzgebirge im Rahmen der Naturschutzstationsförderung realisiert und durch das Staatsministerium für Umwelt und Landschaft, die Sächsische Landesstiftung Natur- und Umweltschutz sowie das Landratsamt Erzgebirge finanziert. Die Sonderschau zeigt Lebensräume der Vögel, stellt die verschiedenen Nestbauformen vor und erklärt Aufbau und Funktion der Federn. "Sie ist gut gemacht, und auch für Kinder ist der Inhalt leicht verständlich", sagt Elvira Schmaedecke, Mitarbeiterin des Tierparks. "Der Eichelhäher ist die ,Polizei des Waldes'", weiß die Fachfrau. Mit seinem Ruf würde er die Tiere des Waldes vor Gefahren warnen, sagt sie.

Mittlerweile, so informiert Elvira Schmaedecke weiter, stünde fest, dass Storch Adebar ein Weibchen ist. "Also nennen wir sie Adelheid", so die Mitarbeiterin. Sie war es, die eine Feder zur DNA-Bestimmung eingereicht hatte. Nur so lasse sich das Geschlecht genau bestimmen. "Adelheid" sei aber noch immer als "Ausflüglerin" in der Region unterwegs. "Wir schauen regelmäßig nach ihr", sagt sie. Die Leute sollen sich keine Sorgen machen. Sie mache einfach nur "Urlaub". "In Mecklenburg, wo ich herkomme, gibt es etliche Störche in freier Natur, denen geschieht nichts", versichert sie.

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