Gelenauer Modellbahner gehen unter die Straßenbauer

Der Erzgebirgische Modelleisenbahn Club Gelenau schlägt zur Kirmesschau am Wochenende ein ganz neues Kapitel auf. Mit von der Partie ist ein winziger Traktor.

Gelenau.

Die Gäste, die am kommenden Wochenende die Schau des Erzgebirgischen Modelleisenbahnclubs Gelenau besuchen, müssen sich auf einiges gefasst machen. Die Gelenauer Bastler sind jetzt auch im Straßenbau zu Hause. Und dabei auf der Höhe der Zeit, denn die Autos, die Busse und Lkw, die auf ihren Straßen fahren, werden von Batteriestrom angetrieben.

"Das ist unser Modellprojekt, unser Carsystem. Auf einer Strecke von etwa acht Metern fahren die Fahrzeuge, die wir selbst umgebaut haben", erzählt Vereinschef Steffen Dittrich. Angetrieben werden sie von kleinen Akkus, die Steuerung erfolgt per Befehl über den Computer. In die Fahrbahn haben die Bastler einen Magnetstreifen eingelassen, an dem sich die Fahrzeuge orientieren.

Auf der großen Anlage waren für den Umbau noch einige grundlegende Arbeiten nötig. So musste die Kirche umgesetzt werden. Heinz Rockstroh, der ehemalige Vorsitzende des Vereins, betätigte sich als Schwerlasttransporter und Friedhofsarbeiter. "Auch die Verstorbenen habe ich umgebettet", sagt der Gelenauer mit einem Schmunzeln.

Derzeit ist der Straßenbau unverkleidet zu sehen, ein Zustand, der auch bis zur Vereinsschau anlässlich der Kirmes erhalten bleibt. Und noch etwas ganz Neues haben die Modellbauer zu bieten: einen Traktor ZT 300 im Maßstab 1:87, der vorwärts und rückwärts fährt, dazu einen Hänger zieht und diesen kippen kann. Das macht der Winzling nicht allein, sondern auf Befehl über eine Funkfernbedienung, die sich im Vergleich zu dem Mini-Schlepper geradezu riesig ausnimmt.

Uwe Stiegler ist der Mann, der Spaß daran hat, in kleine Sachen noch kleinere einzubauen. "Mein Hobby ist nun mal die Friemelei", erzählt der 63-Jährige, der unter die Mikromodellbauer gegangen ist. "Im ZT 300 befinden sich Empfänger und Akku, dazu ein Servomotor für die Lenkung. Das Getriebe musste untersetzt werden, denn es sollte doch kein Rennwagen entstehen, sondern ein Traktor", erzählt Uwe Stiegler, der mit zahlreichen Kollegen Kontakt aufgenommen hat wegen seines ZT 300. So hat er beispielsweise das Getriebegehäuse im Vereinigten Königreich von einem Bastler auf dem 3D-Drucker herstellen lassen.

"Ich dachte mir, dass so etwas nicht jeder hat und es die Leute interessieren könnte. Im Frühjahr habe ich mit dem Bauen begonnen. Der Akku hat eine Leistung von 90 Milliampere und ist innerhalb einer Stunde wieder aufgeladen", sagt Uwe Stiegler. Die Miniaturbuchse für das Ladekabel ist natürlich auch winzig. Jetzt fehlt nur noch der Anhänger für den Schlepper. Daran muss noch etwas gebastelt werden, aber bis zur Ausstellung am Kirmeswochenende soll der kleine Hänger seine noch kleinere Ladefläche auch kippen können.

Der Erzgebirgische Modellbahnclub Gelenau öffnet zur Kirmes seine Vereinsräume. Geöffnet ist morgen in der Zeit von 13 bis 18 Uhr und am Sonntag in der Zeit von' 10 bis 18 Uhr.

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