Genuss in der Kirche und unter freiem Himmel

Rund 60 Bläser haben am Ephoralen Posaunenfest des Kirchenbezirks teilgenommen. Die Landesposaunenwartin würdigte dabei die Jugendgruppen der Ensembles.

Deutschneudorf.

Der Gottesdienst beim Ephoralen Posaunenfest am Sonntag in Deutschneudorf hatte bis in die Predigt musikalische Bezüge: So nahm Pfarrer Michael Harzer die B-Dur-Tonleiter her und deklinierte jeden Ton durch. Er kam von B wie Bereitschaft bis zum hohen B wie Beten, und er würdigte den Dienst, den die Bläser der Posaunenchöre in den Gemeinden versehen. "Wie froh bin ich, dass es die Bläser gibt", sagte der Pfarrer.

Am Ephoralen Posaunenfest nahmen rund 60 Bläser teil, die zwölf Posaunenchöre des Kirchenbezirks Marienberg repräsentierten. Sie vertraten die Chöre von Drebach im Westen des Kirchenbezirks bis Neuhausen im Osten. Die musikalische Leitung Posaunenfestes lag in den Händen des Wolkensteiners Jörg Baltzer, Bezirksbeauftragter für Bläserarbeit.

Dass auch relativ hohes Alter kein Hinderungsgrund ist, mit Trompete, Flügelhorn oder Posaune geistliche Musik zu spielen, beweist Günter Flath. Der Seiffener ist 85 Jahre alt und immer noch im Posaunenchor seines Heimatortes aktiv. "Und das schon seit 80 Jahren. Ich bin in einem sehr gläubigen Elternhaus aufgewachsen und habe mit fünf Jahren begonnen, Trompete zu spielen", erzählte der Senior und sagte, dass es ihm eine Freude gewesen sei, für seinen Glauben zu musizieren.

Die Posaunenchöre sind eigentlich fest in Männerhand, am Sonntag war aber eine Frau mit dabei, die auch den alten Hasen noch etwas beibringen kann. Maria Döhler ist 38 Jahre alt, hat Trompete und Orchestermusik studiert und ist als Landesposaunenwartin der evangelischen Landeskirche auch für das Erzgebirge zuständig. Eine unaufhaltsame Vergreisung der Posaunenchöre kann sie nicht feststellen. "Wir arbeiten daran, dass es nicht dazu kommt und haben in vielen Chören sehr starke Jungbläsergruppen. Letztlich sind aber die Chöre in der Pflicht, sich um ihre Nachwuchsarbeit zu kümmern", sagte die "bezahlte Besserwisserin", wie sie sich scherzhaft selbst bezeichnete.

Das Posaunenfest klang nicht in, sondern vor der Deutschneudorfer Kirche aus. Viele der etwa 70 Besucher genossen die Posaunenmusik unter freiem Himmel.


Leute heute

William Bilz (Foto) ist einer der vielen Musiker, die das Ephorale Posaunenfest in Deutschneudorf gestaltet haben. Der Deutschneudorfer ist 15 Jahre alt und bläst im Posaunenchor seiner Heimatgemeinde. Der Weg, den er zu den Blasinstrumenten hin eingeschlagen hat, steht exemplarisch für viele Bläser. "Mein Opa ist Leiter des Posaunenchors. Vor sechs Jahren hat er mir eine Trompete in die Hand gedrückt, ich sollte probieren, ob ich Geschick habe und einen Ton herausbekomme", erinnert sich William Bilz. "Es hörte sich gar nicht schlecht an, da wusste ich, dass William begabt ist", sagt Dieter Bilz.

William Bilz bekam Unterricht, nicht beim Großvater, sondern bei Tommy Schab, dem Jungbläserausbilder der Sächsischen Posaunenmission. "Ich spiele unheimlich gern im Deutschneudorfer Posaunenchor mit, spiele aber auch gern am Computer", erzählt der Neuntklässler der Oberschule Sayda. Ein besonderes Erlebnis ist ihm in guter Erinnerung: "Das war der Deutsche Evangelische Posaunentag 2016 in Dresden. Gemeinsam mit so vielen Bläsern im Stadion zu spielen, war schon erhebend." (dit)

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