Gigant flüchtet aus dem Gewächshaus

Gartenmeisterschaft: Eine Riesengurke ist in Marienberg aus einer Pflanze entstanden, die sich einfach selbstständig gemacht hat.

Christine Krauß mit ihrer großen Gurke. Die Pflanze trieb aus dem Gewächshaus heraus ins Freie und brachte dort die Frucht hervor.

Von Jan Görner

Zu verübeln ist es der Riesengurke wohl nicht, dass sie angesichts der heißen Sommertemperaturen der vergangenen Wochen aus dem noch heißeren Gewächshaus geflüchtet ist. Ganz unbemerkt trieb die Pflanze durch eine Lücke nach draußen, setzte dort eine Frucht an und ließ sie auf etwa 42 Zentimeter anwachsen. Als Christine Krauß aus dem Urlaub nach Marienberg zurückkam, entdeckte sie die Eigenart nicht sofort. Erst als sie genauer hinschaute, fiel ihr diese Kuriosität auf. "Das ist reiner Zufall gewesen", räumt die Marienbergerin ein und bewirbt sich mit der Gurke bei der Gartenmeisterschaft der "Freien Presse" und der Raiffeisen Handelsgenossenschaft Erzgebirge (RHG).

Sonst überlässt die diplomierte Landwirtin in ihrem Garten nichts dem Zufall. All ihr Wissen zum Thema Pflanzenbau fließt in dessen Bewirtschaftung ein. In dem Bauerngarten gibt es die Dreifelderwirtschaft. Niemals wächst eine Frucht zwei Jahre an der gleichen Stelle. Dass dieses Jahr ein ganz besonderes Gartenjahr ist, das sich deutlich von anderen unterscheidet, betont die Fachfrau. "In vielen Bereichen habe ich sechs Wochen eher geerntet als sonst", sagt sie. So hat sie ihre Kartoffelernte schon lange abgeschlossen - sehr erfolgreich. Dabei wurde der Mut der Marienbergerin zur Veränderung belohnt: Erstmals hatte sie Saatgut von einer Messe mitgebracht. Der Name Friesland stand auf der Tüte. "Das sind wunderbar mehlige Kartoffeln", hat sie längst ausprobiert.

Obst und Gemüse baut sie in vielen Varianten an. Unter anderem Radieschen, Möhren, Zwiebeln und Salat bringt die Erde dort hervor. Und Liebstöckel wächst nicht nur, weil er schön aussieht. Christine Krauß würzt damit Suppen. Bohnen gibt es ebenfalls, und weil sie diese selber einlegt, baut sie auch ihren eigenen Dill an. Zu Roten Beeten wiederum gehört Meerrettich. Beides gedeiht dank ihrer Hege und Pflege im Garten. Salbei wächst für den Tee gegen Erkältungen. Giersch ist nicht einfach nur ein Unkraut. Christine Krauß lässt es wachsen und mischt es mit anderen Wildkräutern zu Pesto. "Giersch ist gut gegen Gicht", weiß die Marienbergerin.

Auf Chemie verzichtet die 56-Jährige komplett. Regelmäßig verwendet sie etwas Kalk in Verbindung mit Humuserde vom eigenen Komposthaufen. Ab und zu mischt sie auch den einen oder anderen Pferdeapfel bei. Die Arbeit im Garten macht der Landwirtin großen Spaß. Sie ist für sie der Ausgleich zum Alltag.

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